Musik: Green Day – Time of Your Life

Donnerstag, 30. April 2009 § 0 Kommentare

Musik Musik: Green Day   Time of Your LifeAch, keine Lust zu bloggen, keine Lust auf Menschen, keine Lust auf mich selbst. Manche Tage, so schön bzw. angenehm sie gewesen sein mögen, nagen doch so sehr am Selbstbild, dass man sich des Abends ein bisschen wie ein Pappaufsteller dessen vorkommt, was man mal darstellen wollte. Zeit, sich für heute ein wenig zu verkriechen, schätze ich.

Aber ach, ich schweife ab, und das will ich ja nicht. Viel mehr will ich mit diesem wunderbaren und mal wieder ein wenig älteren Song das Wochenende einleiten. Ist ein Lied, das mir schon lange sehr viel bedeutet und dessen Botschaft ich mir unbedingt mal zu Herzen nehmen sollte. Gerade jetzt wahrscheinlich besonders…

Link: sevenload Musik: Green Day   Time of Your Life

Beim Samstagseinkauf

Mittwoch, 29. April 2009 § 4 Kommentare

einkauf Beim SamstagseinkaufHektisch und leicht entnervt vom samstäglichen Gedränge, schob Sabine den unhandlichen Einkaufswagen durch die vom Kundenvolk kaputtsortieren Regalreihen des Edeka-Marktes. Als stünde das jüngste Gericht für all jene bevor, die in der kommenden Woche den Supermarkt aufsuchen würden, flitzten Leute in allen erdenklichen Größen und Formen durch die Gänge, scheinbar tunlichst darauf bedacht, Sabine den Weg möglichst effizient und zeitraubend abzuschneiden. Das war kein Einkauf, das war Folter.

Sie hätte einfach früher aufstehen sollen, dachte sie jedes Mal, wenn sie abrupt abbremsen musste, um nicht mit dem schweren Einkaufswagen in ein verirrtes Großväterchen zu krachen und ihm die einzige Hüfte zu ruinieren, die Gott ihm geschenkt hatte. Einfach nur ein wenig früher, und der Tag hätte sicher bestens begonnen. Doch so war er hoffnungslos ruiniert, denn bereits der Auftakt dieser Konsumentenschlacht begann für Sabine direkt mit einem frontalen Schlagabtausch. Eine ältliche Dame, ihrem Gang nach keine fünf Jahre von der teuren Eichenholzkiste entfernt, musste unbedingt versuchen, Sabine die letzte Palette des geliebten fettreduzierten Sauerkirschjoghurts zu entreißen.

„Nun hören Sie mal, junge Dame. Was bilden Sie sich überhaupt ein? Sie mit ihrem feinen Mantel und ihrer rot bemalten Frisur. Glauben Sie, der Joghurt gehört Ihnen ganz allein?“ herrschte die alte Frau Sabine an, und ihre faltig labbrigen Wangen zitterten dabei regelrecht vor selbsterzeugter Wut, als würde sie tatsächlich Gift und Galle spucken. Es hatte schon eine unfreiwillige Komik, wie sie da so rumpelstilzchengleich schimpfte, mit dem Fuß aufstampfte, wie der Zorn ein wenig Farbe in ihre leichenblassen Wangen trieb und diesem eingefallenen Gesicht etwas Leben einhauchte, das die Dame mit einer gepflegten Blumenkohlfrisur schmückte.

Warum tragen alle Großmütter einen Blumenkohl als Frisur, dachte Sabine zusammenhanglos und musste sich deshalb ein Grinsen verkneifen, wollte sie doch diese Hexe nicht noch weiter verärgern und damit eine Diskussion provozieren, die sie nicht führen wollte. Es war Sabines Lieblingsjoghurt, aber so gut war das Zeug dann eben doch nicht. Und Sabine wollte einfach nur raus aus dem Gedränge.

„Wissen Sie was? Hier, nehmen Sie die halbe Palette und werden Sie glücklich damit. Allzu viele Gelegenheiten werden Sie eh nicht mehr bekommen, um Joghurt einkaufen zu gehen, Sie alte Schachtel“, giftete Sabine zurück und fühlte sich dabei unheimlich glücklich. Geradezu überlegen. Das war ein absolut technisch sauberes Hole-in-one! Der Traum eines jeden Menschen, der sich wünscht, zur passenden Situation ein wenig Schlagfertigkeit an den Tag legen zu können. Sabine setzte den hochnäsigsten Blick auf, zu dem sie ihrer Ansicht nach im Stande war und räumte die Hälfte ihrer ergatterten Joghurtbecher in den Einkaufswagen der alten Frau hinüber. Sollte sie doch eine Darmverstopfung davon bekommen, dachte Sabine, noch immer höchst zufrieden mit sich selbst.

Tatsächlich dauerte es einige Zeit, bis der alten Dame klar wurde, was Sabine ihr da gerade an den Kopf geworfen hatte, musste sie doch erst einmal alles in ihrem angestaubten Kopf zusammensetzen und sich darüber klar werden, dass dieses Küken sich doch wirklich über sie lustig zu machen schien.

„Sie, Sie…“, setzte die alte Frau an und ihr Mund klappte auf und zu wie der eines Fisches im Aquarium, während ihre Augen Sabines Händen folgten, die gerade die letzten Joghurtbecher in den Korb legten.

„Das werde ich dem netten Herrn Salamander erzählen, was sie zu mir gesagt haben“, stieß die alte Frau hervor. „Der wird Ihnen schon sagen, was sich gehört und was nicht. Mich hier zu beleidigen. Dass ich das noch erleben muss, auf meine alten Tage“, brabbelte sie und schien nicht einmal zu bemerken, dass Sabine sich bereits weggedreht hatte und gerade dabei war, mit dem Einkaufswagen hinter der nächsten Regalreihe zu verschwinden.

Sabine hörte die alte Furie noch eine Weile vor sich hin schimpfen. Herr Salamander, dachte Sabine und lachte hinter geschlossenen Lippen vor sich hin. Die Alte war offenbar nicht nur am Ende ihres Weges angekommen, nein, sie hatte auch nicht mehr alle Latten im Zaun. Womit man sich so rumschlagen muss, wenn man samstags einkaufen geht, dachte Sabine noch und wischte die soeben erlebte Situation aus ihrem Bewusstsein. Passierte Tomaten. Die standen als nächstes auf ihrem Einkaufszettel.

Das Gedränge nahm seinen zähen Lauf, und so allmählich war Sabine mit der Liste durch. Das war das Schöne am Einkaufen. Man wurde fertig, und spätestens, wenn man alles sorgsam im Kühlschrank einsortiert hatte, wusste man sicher, dass die Tortur bis zum nächsten Wochenende vorbei sein würde. Ach was, bis zum übernächsten. Den nächsten Einkauf sollte ruhig Jens übernehmen, dieser faule Hund. Ja, ich will. So seine Worte, bevor er sie geküsst hatte. Und nun ließ er seine Frau allein den ganzen verdammten Einkauf erledigen, während er bei geschlossenen Augen sein chronisches Sägewerk in Schuss hielt.

Milch, dachte Sabine, als sie eigentlich schon in Richtung der überfüllten Kasse unterwegs war. Stand nicht auf dem Zettel, fehlte aber eigentlich immer. Während sie sich nun zielgenau zu den aufgestapelten Milchpyramiden hinbewegte, ließ Sabine ihre Blicke radargleich über das Warenchaos wandern, das sie umgab. Vielleicht hatte sie ja doch noch was vergessen.

Gerade war sie an der Abteilung vorbei geschossen, aus der sie vorhin die passierten Tomaten geholt hatte, da bremste sie plötzlich ab. Es konnte nicht sein, was in ihrem Augenwinkel gerade vorübergezogen war. Vorsichtig und leise schlich Sabine einige Schritte rückwärts, neigte den Kopf leicht nach hinten und schaute vorsichtig in die Abteilung mit den passierten Tomaten.

Da stand er, dieser Mitarbeiter, der Raviolidosen der Marke nach ins Regal einsortierte. Sein weißer Arbeitskittel flatterte hin und her, während er sich von einer Richtung in die andere neigte, um mit geübten Handgriffen die Waren einzuräumen. Das alles wäre nicht weiter schlimm gewesen, wäre dieser Angestellte nicht ausgerechnet ein übergroßer Salamander gewesen. Ein Salamander, der aufrecht auf seinen Hinterbeinen stand, der Raviolidosen beäugte und sie anschließend in die Regale einsortierte.

Nervenzusammenbruch, war das erste Wort, das Sabine einfiel, und es beschrieb vortrefflich, was da gerade passierte. Oder nicht passierte. Die alte Schachtel mit ihrem verdammten Herrn Salamander. Sollte ihr diese Kuh noch einmal begegnen, würde Sabine einen der Joghurtbecher in ihren runzligen Hals schieben und so ihre Uhr ein gutes Stück vorstellen. Du erstickst an einem Joghurtbecher. Gehe sofort ins Ziel!

Es konnte nicht sein, was hier gerade passierte. Das war kein Salamander, das war eine dumme Einbildung. Wie von der Tarantel gestochen, preschte Sabine hinfort, den Körper angespannt wie ein Zinnsoldat. Im Eiltempo warf sie einige Milchkartons in den Einkaufswagen und marschierte augenblicklich weiter in Richtung Kasse. Sie würde nicht noch einmal dort vorbei gehen, dachte sie. Und tat es doch.

Vorsichtig linste Sabine um die Ecke. Der Salamander war fort. Ein Gefühl der Erleichterung legte sich wärmend auf ihre abklingende Nervosität. Vielleicht hatte sie dem Nervenzusammenbruch doch noch mal ein Schnippchen geschlagen. Weshalb sollte sie auch durchdrehen? So schlimm waren diese Wochenendeinkäufe nun auch wieder nicht.

Ein leichtes Schmunzeln huschte gerade über ihr Gesicht, da erstarrte Sabine vor Schreck. Schon wieder dieser Salamander. Dieses Mal trug er gerade leere Bananenkartons ins Lager. Wie ein begossener Pudel stand Sabine mit ihrem Einkaufswagen mitten im Gang, die Kinnlade heruntergeklappt und die Szenerie beobachtend, die sich ihr bot. Ein Salamander im Arbeitskittel, der leere Bananenkartons schleppt. Klar. Sabine legte den Kopf leicht schräg.

Und weg war er. Verschwunden im Lager. Oder aber verschwunden in Sabines Hirnwindungen. Ganz gleich, wohin. Er war weg, und das zählte. Raus hier, dachte Sabine. Nur raus hier. Die Luft würde ihr gut tun. Sie rannte jetzt förmlich durch den langen Gang, immer der Kasse entgegen. Durch pures Glück entschied sich dieses Mal keiner der so oft unaufmerksamen Rentner, ihren Weg zu kreuzen. Und so wurde an diesem turbulenten Samstag niemand im Edeka ernsthaft verletzt – abgesehen von einem Azubi, der unaufmerksam war, deshalb über einen Hubwagen stolperte, sich dabei zwei Schneidezähne ausschlug und ein Stück seiner Zunge abbiss.

Das Prozedere an der Kasse dauerte zermürbend lange. Scheinbar jeder zweite in der Reihe vor Sabine schien den bemitleidenswerten Kassierer darauf hinweisen zu müssen, dass er sich doch wohl nur verrechnet haben könnte. Schließlich gäbe es doch heute den Käse im Angebot. Sabine derweil knirschte, vor Ungeduld gereizt, mit den Zähnen. Sie entschied, lieber nicht länger hinzusehen und ließ ihren Blick durch die Gegend schweifen. Einige Regale weiter hinten, war der Salamander gerade dabei, ein zerbrochenes Glas zusammenzukehren. Sabine schloss die Augen und zählte langsam und gleichmäßig bis zehn. Sie öffnete sie wieder, und tata! Der Salamander war weg.

Eine gefühlte Ewigkeit später war der Kassierer endlich soweit, für Sabine den Preis ihres Einkaufs von der Digitalanzeige der Kasse abzulesen.

„Fünfundsechzig Euro und siebenunddreißig Cent bitte“, sagte er in routiniert lustlosem Tonfall. Sabine klaubte hektisch die EC-Karte aus ihrem Portemonnaie und reichte sie gerade dem Kassierer, als sie ihn wieder entdeckte.

Da war er, der Salamander. Ganz nah! Er trug einen Eimer mit den Scherben des zerbrochenen Glases zum Müll. Sabine riss die Augen auf und sah dem Salamander nach, wie er vorbei schritt, wie sein Kittel hinter ihm her wehte.

„Ha- haben Sie das gerade auch gesehen?“ fragte sie, ohne darüber nachzudenken und wusste nicht einmal, ob sie überhaupt mit dem Kassierer sprach oder die Frage eher an sich selbst gerichtet hatte.
„Bitte was?“ gab der Kassierer, offenbar aus seiner Lethargie gerissen, kurz angebunden zu Wort. Hinter Sabine bildete sich bereits eine sehenswerte Schlange.

„Da! Der da. Herr Salamander, hat die Alte gesagt. Herr Salamander“, sagte Sabine hysterisch. Der Klang ihrer Stimme glich jetzt dem Wiehern eines Pferdes. Keine Spur mehr der Selbstsicherheit, mit der sie die alte Frau von vorhin ziemlich unorthodox auf ihre begrenzte Lebenszeit aufmerksam gemacht hatte.

Der Kassierer zog verwirrt die Augenbrauen herunter, so dass seine vom Stress fettige Stirn besonders zur Geltung kam. Dann schien ihm die Erklärung wie Schuppen von den Augen zu fallen, und seine Gesichtszüge entspannten sich wieder.

„Ach soooo“, sagte er belustigt. „Sie meinen Herrn Dietmar. Der ist ganz neu bei uns. Gerade seit einer Woche hier.“

Sabine stand mit offenem Mund da und hielt, wie zur Salzsäule erstarrt, noch immer die Hand nach vorn gestreckt, in der sie dem Kassierer die EC-Karte hingereicht hatte.

„Wenn Sie dann noch bitte unterschreiben würden“, schloss er an und legte ihr den Kassenbon sowie einen Kugelschreiber zurecht.

„A- aber, das ist ein riesiger Salamander! Wie kann der denn hier arbeiten?“ kreischte Sabine. Aus dem hinteren Teil der Warteschlange schoben sich einige Köpfe neugierig aus der Reihe, um zu sehen, was vor sich ging. Offensichtlich hatte sich da jemand mit dem Kassierer angelegt.

„Pssst. Seien Sie doch nicht so unhöflich“, entgegnete der Kassierer leise, und eine leichte Schamesröte stieg ihm ins Gesicht. Seine Stirn glänzte wieder. „Haben Sie noch nie was vom Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz gehört? AGG? Wir dürfen hier niemanden wegen seiner Herkunft benachteiligen. Außerdem macht Herr Dietmar einen hervorragenden Job. Wenn Sie dann jetzt bitte unterschreiben würden. Die Schlange hinter Ihnen wird immer länger.“

Sabine war zu jeglicher Gefühlsregung unfähig. Das Gesicht wie eingefroren, richtete sie ihren Blick nach unten. „Herr Dietmar, klar. Tut mir leid. Wie konnte ich-“, brabbelte sie, griff zum Kugelschreiber und setzte einen zittrigen Krakel auf den Bon. Herr Dietmar war derweil mit dem entleerten Eimer auf dem Weg zurück in den hinteren Teil des Supermarktes.

Als Sabine wie hypnotisiert ihren Einkaufswagen zum Ausgang schob, sahen einige Kunden ihr vor Verwunderung nach. Sie musste sich offenbar in die Hosen gemacht haben, so wie sie lief. Die Ärmste!

Daheim hatte ein gewisser Jens derweil ausgeschlafen, genoss seinen schwarzen Kaffee und freute sich auf das Mittagessen. Er ahnte zu diesem Zeitpunkt nicht, dass ein fürchterliches Donnerwetter auf ihn zukommen würde und dass er heute garantiert gar nichts mehr richtig machen konnte, egal was er auch tat.

Herr Dietmar war mit flottem Gang unterwegs zum Lagerraum, um den leeren Eimer wegzubringen. Obwohl er versucht hatte, wegzuhören, hatte er das kurze Gespräch an der Kasse durchaus mitbekommen. Eine kleine Träne bahnte sich den Weg über seine raue Wange.

Bisschen gruselig

Dienstag, 28. April 2009 § 2 Kommentare

dream Bisschen gruseligUh, nun wollte ich ja heute eigentlich einen längeren Text hier unterbringen, damit sich den niemand durchlesen kann, den ich mir nun allerdings aufspare. Denn dann war’s heute doch sowas von mysteriös im Leben des PhanThomas, dass ich einfach mal was in eigener Sache loswerden muss. Nun ist’s ja so, dass ich vor geraumer Zeit mal ‘nen Date mit einer netten jungen Frau hatte. Ja, ab und an mach ich sowas mal, auch wenn nie was draus wird. Jedenfalls hab ich, und der Teufel soll mich holen, wenn ich weiß, weshalb, heute Nacht von genau dieser Person geträumt. Von keiner der vielen anderen, um ein bisschen anzugeben, sondern genau von dieser. Ganz angenehm, wenn man bedenkt, dass mich ansonsten eigentlich hauptsächlich Albträume durch die Nacht peitschen. War halt ein netter Traum. Und so. Nichts schmutzig Männliches. Echt. So weit, so gut, ist ja nichts dabei, oder? Richtig. Doch gerade vorhin läuft mir diese Frau doch tatsächlich über den Weg! Ich hab die seit damals nicht mehr gesehen. Bisschen gruselig irgendwie, wie schon im Titel verraten. Ach ja, um dem ganzen Getratsche hier die Spannung zu nehmen: Sie hat mich vorhin nicht gesehen (bzw. nicht erkannt, sehe ja schon etwas anders aus als damals) und ist somit vorbeigerauscht. Aber dennoch: solch ein Zufall? Wie hoch war dafür bitte die Wahrscheinlichkeit? Notiz an mich: Lotto spielen.

Noch eine Notiz an mich: Bei Gelegenheit eine Standardgröße für die Einleitungsbanner finden. *seufz*

Montagsmusik: "Since I Don’t Have You"

Montag, 27. April 2009 § 0 Kommentare

Musik Montagsmusik: "Since I Dont Have You"Ein Willkommen zum heutigen Montag an die kleine aber feine Leserschaft dieses Blogs, das mitnichten zum krückigen Videoblog verkommen ist, in welchem alte, bebilderte Schmachtfetzen noch mal aufgewärmt und lustlos wie Wahlwerbung unter’s Volk geschmissen werden. Aber nun ist’s doch eben Montag, wir haben jede Menge Change vor uns, der Tag ist schön für den allergischen Genießer, und ich bin mal sowas wie emotional, könnte tatsächlich ein wenig die Welt umarmen. Gewisse Aspekte und Personen ausgeschlossen. Muss man schon deutlich machen. Klar. Oder? Gut. Deshalb ein bisschen was Nettes, was Altes, was mit Bart. Ist ‘nen reichlich hübsches Cover. Zum Vergleich dann das Original. Auch mit Bart. Aber deutlich länger. Original und Fälschung im Prinzip, nur eben umgekehrt. Auf eine gute, künstlich zusammengestutzte Woche also…

Von Büchern. Aus Papier. Echt.

Sonntag, 26. April 2009 § 0 Kommentare

books Von Büchern. Aus Papier. Echt.Uh, bin völlig begeistert. So sehr, dass ich seit langer Zeit (Seit Jahren?) mal wieder einen Buchtipp abgeben möchte. Hab’s vor ein paar Tagen begonnen, kam aber erst jetzt so richtig zum Lesen. Bin gerade irgendwo um die Seite 50 herum, und ach, dennoch gehört es schon jetzt zum Besten, das mir seit einer ganzen Weile untergekommen ist. So gut, dass ich über die Couch hüpfen möchte (würde mir dabei aber wohl den Hals brechen – Maisonettewohnung halt…).

Und jaaa, es ist wieder mal Stephen King, dieser gottverdammte Typ, dessen Bücher ich seit nunmehr über drei Jahren vorwiegend lese. Eine ewige Odyssee scheinbar, doch ich fräse mich langsam durch. Und jaaa, es gibt einen Film dazu. Und jaaa, er ist schlecht. Okay, ein bisschen schlecht, typischer Fernsehfilm halt: Maue Schauspieler, maues Budget, letztlich alles mau. Mittelmäßig, besser aber als Big Brother und Ableger. Ändert alles nichts am Buch: “Der Fluch” (Orig.: “Thinner”) ist grandios geschrieben. Eines der deutlich besseren Bachman-Bücher (Kings altes Pseudonym), wie für diese Reihe typisch, mit herrlich verschrobenen, niemals ganz sympathischen Charakteren und einem garantiert fiesen Ende. Und zur Freude der lesefaulen Hörbuchriege ist das Ding nicht mal 400 Seiten schwer. Was? Nein, es gibt kein Hörbuch. Lesen bitte.

Ach ja, Rezension spar ich mir mal. Gibt’s bei Amazon ja auch. Wollte nur meiner Begeisterung Ausdruck verleihen. Manchmal sagt Begeisterung ja mehr als tausend Worte. Oder so.

Know Your Enemy

Sonntag, 26. April 2009 § 2 Kommentare

Musik Know Your EnemyFür mich geht’s jetzt auf zum Halbmarathon, Füße ablaufen oder gleich die ganzen Beine, bis man mich den wandelnden Torso nennt. Fühlt sich in der Magengrube gerade fast ein wenig an, als stünde man vor ‘ner großen Abschlussprüfung. Komisch, wo ich doch so’n harter Knochen bin. Können aber gut und gern auch die Folgen exzessiven Kaffeekonsums in Form eines heraufbrechenden Magengeschwürs sein. Ach, das Alter. Für alle, die jetzt nicht irgendwie doof am Sonntag durch die Stadt laufen wollen oder müssen, ein bisschen schöne und dieses Mal auch nagelneue Musik, die sich ohne Magengeschwür wahrscheinlich bestens bei einer großen Schüssel Müsli und zwei, drei Frühstücksbier konsumieren lässt.

Deutsche Tugenden und so

Samstag, 25. April 2009 § 3 Kommentare

flagge Deutsche Tugenden und soDie Deutschen sind ein Volk von Duckmäusern. Seit jeher. Da wird beispielsweise hin- und herbeschlossen, Beschlüsse geprüft, gefasst und noch mal beschlossen, bis am Ende eben beschlossen wird, dass wir bei Kinderpornographie im Internet künftig einfach alle im Kollektiv wegschauen. Man hätte sicher auch was dagegen tun können, aber wegschauen passt doch viel besser zur deutschen Kultur vom Grillen im Garten und der Autobahn. Am Ende kann man dann sagen, sowas würde es in -unserem- Internet nicht geben. Gab’s übrigens auch schon mal in der DDR, diese Ansichtsweise: Da gab’s auch keinen Antisemitismus, es gab kein Aids, es gab eigentlich überhaupt nichts. Mal sehen, wie lange es dauert, bis wir im jetzigen Deutschland auch so weit sind. Demnächst werden wahrscheinlich aufmüpfige Blogger verboten. Alle mal wegschauen, hopp.

Was wir nebenbei auch gut können, ist weghören. Klar ist es dämlich von der stets zielgenau stilfreien Gesine Schwan, in der Prä-Wahlkampf-Ära von Volksunruhen daher zu schwadronieren. Das sollte sie lieber dem Lafontaine überlassen. Dem hört eh keiner zu. Oder so. Eine gierige Elite mit Konten voll Geld, das es nie gegeben hat, im Ausgleich eine Neuverschuldung, die einmal mehr nach dem Untergang des Abendlandes trieft – und am Ende der Kette der kleine Mann, auf dessen lastgekrümmtem Rücken alles ausgetragen wird. Gnädigerweise bei ihm zu Hause im alten, staubigen Sessel mit den Zigarettenbrandlöchern, denn seinen Job verliert er ja im Laufe der Krise sowieso. Deswegen von Unruhen zu reden, ist absoluter Blödsinn, nicht wahr? Den Dummschwätzern einfach nicht zuhören, zur Wahl gehen und der Etikette wegen mindestens mal ein Kreuzchen bei SPD oder CDU machen. Schon ist alles, wie es sein soll. Sechzig Jahre Demokratie sind nunmal ein Fakt.

Um den Exkurs zu vervollständigen und da alle guten Dinge bekanntlich drei sind, noch eine weitere deutsche Gabe: das Maul halten. Wenn wir nicht gerade zu den dümmlichen, demagogischen Aufwieglern gehören, die von der Apokalypse im deutschen Wichtelland palavern, halten wir vornehmlich gleich den Mund. Nicht, dass wir ihn nicht aufmachen dürften, denn das gebietet ja die Rede- und Meinungsfreiheit. Will ja schließlich niemand gleich ein ganzes Volk aufhetzen. Dennoch, wir machen von unseren Rechten nur ungern Gebrauch, da zähneknirschendes Stillschweigen doch irgendwie bequemer ist. Und bequem, das sind wir gewiss. Ich schließe mich da nicht aus: Ich werde weggesehen und weggehört und erhebe mein Wort nur im stillen Kämmerlein, von der zugegebenermaßen bequemen Couch aus, mit den Fingern auf der ergonomisch einwandfreien Tastatur. Immerhin wäre damit jetzt der Betrachtung des Themas Genüge getan. Und jetzt los, alle zurück zu Fußball und Abwrackprämie.

Musike – "Tired of You"

Freitag, 24. April 2009 § 0 Kommentare

Musik Musike   "Tired of You"Es ist Freitag, so so. Freitag Abend sogar schon. Und in Anbetracht der Tatsache, dass wir Ostern und dergleichen hinter uns haben, war dies eine wirklich lange und anstrengende Woche, nicht wahr? Was schafft da besser Abhilfe als ein wenig nette Musik zum Feierabend? Klar, Schnaps. Aber den kann ich schlecht bloggen. Daher gibt’s was von den Foo Fighters. Bisschen älter schon, dafür aber irgendwie zeitlos schön. Nicht zeitlos schön dagegen das (mal wieder) lieblose Video, selbstgemacht von einem untalentierten Fan oder so. Seit die Gema da war, ist YouTube halt so interessant wie ein Besuch bei der Agentur für Arbeit. Ach.

Irgendwie has-lich

Donnerstag, 23. April 2009 § 4 Kommentare

Bildschirmfoto+2009 04 17+00 53 29 Irgendwie has lichWer sich immer schon gefragt hat, was mit den armen Schokoladenosterhasen passiert, die bis zu den Osterfeiertagen nicht verkauft werden, den muss ich leider ein wenig schockieren. Vergesst die Romantik vom Einschmelzen und der Auferstehung als Schokonikolaus. Nee, postosterliche Schokohasen gehen zur Mutation über und verwandeln sich in… nun… also auf jeden Fall erst mal in DAS hier:

22042009180 Irgendwie has lich

Der Abgrund

Mittwoch, 22. April 2009 § 14 Kommentare

rosen banner Der AbgrundEr kehrt immer wieder. Er tut es gewiss nicht jede Nacht, und er scheint auch keiner festen Regel zu folgen, aber dennoch hat er offensichtlich ein Gespür für den passendsten Zeitpunkt, um nicht letztlich doch hinter dem zunehmend grauen Schleier alter Erinnerungen zu verblassen.

Ich habe das Zählen längst aufgegeben, so oft hat mich dieser verdammte Traum in den letzten Jahren heimgesucht. Sein unausweichlicher Ablauf ist stets derselbe, und dennoch wirft er mich ein jedes Mal erneut vollkommen unwissend in seinen Schlund. Gerade dieses Unwissen dessen, was mich erwarten wird, macht ihn zu meiner Hölle. Und sollte es tatsächlich eine Hölle für all die Sünder dieser Erde geben, so kann sie nichts als die ewige Wiederholung in Unwissenheit sein.

Mein Traum wird aus einem wilden Farbspiel geboren. Ganze Galaxien von Farben wirbeln verspielt ineinander, malen bewegte Bilder, die hinter ihrem Licht eine unendliche Vielfalt an Welten, an Zeiten, an Gedanken erahnen lassen. All die Wirbel halten mich in ihrer Schönheit gefangen, lassen mich im Staunen erstarren, bevor sie voll Ehrgeiz beginnen, eine Welt für mich allein zu zeichnen.

Noch immer bin ich bewegungslos, und so darf ich zusehen, wie gewaltige Explosionen einen unergründlich blauen Himmel um mich herum erschaffen. Kein Detail bleibt mir verborgen, wenn tanzende Farbspektren beginnen, Grashalme zu zeichnen, sie zu einer unendlichen Wiese flechten und die Grenze des Sichtbaren mit dem Himmel vernähen.

Und als sie endlich ihr Tagwerk verrichtet und mir eine nie zuvor berührte, in ihrer Perfektion erschreckend schöne, Welt zu Füßen gelegt haben, beginnen all die farbigen Lichttänzer direkt vor mir, sich zu sammeln. Sie umspielen sich in irrwitzigen Bahnen, greifen fest ineinander, verschmelzen wie Bienenwachs. Und aus ihrer Gesamtheit entsteht letztlich immer sie.

Glühend steht sie vor mir, ich spüre die Hitze ihrer Geburt aus den Lichtersternen. Ein jedes Mal bin ich unfähig, mich zu rühren, bin umschlungen von ihrer Schönheit. Ihr blondes, lockiges Haar tanzt zum Lied eines Windes, der überhaupt nicht weht. Und diese Augen! Würde ich mich entschließen, in die Tiefen des Grüns ihrer Augen einzusinken, ich würde bis in alle Ewigkeit fallen. Und es wäre ein Fall, dessen Schönheit kein Leben je aufwiegen könnte.

Dann endlich lächelt sie mich an, sendet mit diesem Lächeln eine Korona aus, die ihrer makellosen Silhouette schmeichelt, sich ausbreitet, bis sie mich berührt und mich aus den Ketten meiner Regungslosigkeit befreit.

Mit offenen Armen schreitet sie erst behutsam, dann allmählich schneller auf mich zu, und wo ihre Füße den Boden berührt haben, beginnen Rosensträucher zu gedeihen, die im Zeitraffer zu kolossaler Größe heranwachsen. Das satte Rot der Rosenblüten würde mein Augenlicht schneiden, doch sehe ich nicht hin, da meine Blicke pausenlos auf sie gerichtet sind.

Nun, da ich mich endlich bewegen kann, gehe ich auf sie zu, ich renne, und doch gehe ich. Auch sie rennt, und doch geht sie. Und ich spüre, dass auch hinter mir Rosensträucher aus dem Boden sprießen, die sich im Eiltempo ausbreiten und dem Himmel entgegen recken, als wollten sie sich mit dem himmlischen Blau verbinden, als wollten sie alles Licht der Welt in ewiges Violett tauchen.

Nur wenige Meter trennen uns, und doch scheinen Ewigkeiten zu verstreichen, bis wir uns erreichen, uns in den Armen liegen. Meine Hände streichen über ihre weiße, glatte Haut, spüren die Reinheit, fühlen, dass kein Stoß und kein Schnitt diese Haut jemals gekränkt haben. Gleichzeitig bedecke ich ihre Lippen mit Küssen, so weich, dass ich nicht sicher sagen kann, ob ich sie wirklich berühre oder ob doch nur zarte Federn über meinen Mund fahren.

Und so liegen wir auf dem Gras, dessen Entstehen ich eben noch mit angesehen habe, lieben uns, als hätten wir es schon hunderte Male zuvor getan. Ich spüre tatsächlich, dass ich sie schon hunderte Male zuvor geliebt habe, dass sie immer schon da war, und doch hat diese Welt sie mir gerade erst eben geschenkt. Während wir eng umschlungen auf der federweichen Wiese liegen, beginnen die Rosen, sich vor Freude wie ein Meer über die Unendlichkeit des grünen Grases zu ergießen.

Es sind nicht nur unsere Körper, die nun vereint sind, es sind unsere Seelen, es ist alles, was wir je erfahren haben, alles, was uns jemals ausgemacht hat. Wir beginnen, alles zu teilen. Wir teilen den Himmel über uns, teilen das Grün der Wiese, teilen die Rosen, die wir mit unserer Liebe erschaffen haben. Die Leidenschaft hat uns längst überwältigt, hat uns jegliches Denken genommen, verleitet uns, immer weiter und weiter Dinge zu teilen, die für uns von so unschätzbarem Wert sind. Und was wir nicht erkennen, ist, dass es nicht mehr Leidenschaft ist, die wir ausleben. Es ist Wahn, der alle Schwellen der Vernunft unter sich erstickt, der den Traum endgültig umschlagen lässt. Nein, nicht wir – ich bin es, der das nicht erkennt.

Immer wieder ist es dieser Wahn, der mich dazu führt, alles mit ihr teilen zu wollen, alles mit ihr teilen zu müssen. Es ist nur noch Unterwürfigkeit, die ihrerseits keine Grenzen zu kennen scheint. Und so zerstöre ich die heile Welt, die uns noch soeben wie Juwelen eingefasst hat. Im Drang, auch die uns umgebende Schönheit auf Gedeih und Verderb teilen zu wollen, erstirbt letztlich die Makellosigkeit dieser, nur von uns berührten, Welt.

Und so öffnet sich schließlich ein weiteres Mal der Erdboden, zeichnet einen dissonant gezackten Riss, während die buchstäblich geteilte Welt langsam auseinander driftet wie gebrochene Eisschollen im wellengepeitschten Meer. Aus dem Riss wird ein Graben, aus dem Graben entsteht dieser furchtbare Abgrund, so unheimlich tief, dass das Tageslicht den Grund nicht zu finden scheint oder ihn nicht finden will. Ängstlich starre ich in die bedrohliche Schwärze, die sich vor mir auftut wie das gierige Maul eines prähistorischen Ungeheuers und bemerke nicht, dass sie, die ich gerade eben noch in meinen Armen gehalten habe, auf der anderen Seite des Abgrunds steht und sich mehr und mehr von mir entfernt.

Dies ist der Augenblick, in dem ich einmal mehr einen weiteren Fehler begehe. Ich greife vergeblich nach ihr, will sie nicht verlieren, obwohl der Versuch allein bereits von Anfang an aussichtslos ist. Stattdessen verliere ich das Gleichgewicht und stürze. Stürze in den Abgrund, in die tödlich schwarze Tiefe. Und wahrscheinlich könnte ich mich retten, würde ich meine Hände wie Haken in den Erdboden krallen. Doch stattdessen suche ich nach sicherem Halt in den Rosensträuchern. In den Rosen, die wir zusammen erschaffen haben. Ich greife hinein, spüre, wie Dornen meine Handflächen durchbohren, wie sie stechende Schmerzen durch meinen Körper schicken und blutige Tränen zu Boden fallen lassen.

Und ein weiteres Mal werden die Rosen brechen, werden mich fallen lassen. Und wenn sie brechen, trennen sich die großen Blütenblätter von ihnen. Einige zerbersten auf dem Erdboden, klirren, als wären sie aus dünnem Glas, andere folgen mir treu in den Abgrund, lassen das lieblich blutige Rot hinter sich, um in dem verderblichen Schwarz zu baden, das uns ungeduldig erwartet.

Während ich falle, blicke ich auf und sehe sie ein letztes Mal. Sie steht am Abgrund, sieht mir mit leeren und gleichgültigen Augen nach. Und erneut bin ich mir sicher, einen Anflug von Neugier und zugleich von Schadenfreude im giftigen Grün ihrer Augen zu entdecken. Darauf endlich lässt der Wahn, der als Leidenschaft gekleidet zu mir gekommen ist, von mir ab. Es ist zu spät, denn ich falle, und doch sehe ich nun.

Und was ich sehe, lässt meinen Körper im Fall erstarren. In ihren Fingern, die nun spitzen Klauen gleichen und jegliche Zärtlichkeit vermissen lassen, hält sie ein warm leuchtendes Licht umklammert. Erst jetzt weiß ich, dass auch ich noch vor wenigen Augenblicken geleuchtet habe, dass auch mich eine lebendige Korona umgeben hat. Sie hat sie gestohlen, und ich bin mir sicher, dass sie mich jetzt mit aller Bosheit angrinst. Doch irre ich mich, denn sie grinst nicht. Sie hat kein Gesicht. Sie hat unterhalb ihrer gaffenden, grünen Augen nie ein Gesicht besessen, und ich habe es nicht bemerkt. Erneut ist dies das letzte Bild, das ich sehen darf, bevor sich der Tag über mir zu einem engen Lichtspalt verjüngt und mich in die ewige Nacht entlässt.

Natürlich erreiche ich in diesem Traum niemals das Ende des Abgrunds, und natürlich werde ich niemals herausfinden, welches Grauen in den schwarzen Tiefen auf mich lauert. Denn letztlich sind doch alle Träume gleich: Wenn wir fallen, dann werden wir gewaltsam in die Realität zurück gerissen, bevor unser Körper auf dem Erdboden zerschellen könnte. Manchmal sitzen wir vor Schreck aufrecht, haben die Decke von uns gestoßen, manchmal fallen wir unaufhaltsam über die Bettkante, und manchmal schreien wir unsere Last vielleicht sogar in die Stille der Nacht hinaus.

Ich sitze niemals, ich falle nicht, und auch durchschneidet kein Schrei die Leere meines Schlafzimmers. Nur ein gequältes Stöhnen kriecht über meine Lippen in die Dunkelheit, um sofort wieder zu vergehen. Und wenn sich meine Atmung endlich beruhigt hat und ich wieder mit allen Sinnen in der Realität meines kargen Lebens angekommen bin, dann bemerke ich, dass ich das Ende des Abgrunds doch erreicht habe. Denn dieses Ende wartet nicht im Traum. Der Fall geht über jeden Traum hinaus. Das Ende wartet hier und jetzt auf mich. Es lauert, und wenn sich der schützende Mantel des Vergessens über mich legen will, dann schickt es diesen Traum erneut aus.

Ich werde sicher nicht bis ans Ende meiner Tage ein Dasein am düsteren Ende dieses Abgrunds führen müssen, denn unlängst habe ich begonnen, meine Finger in das kalte, mich umgebende, Erdreich zu bohren, mir den beschwerlichen Weg nach oben zu bahnen. Dabei mag ich vielleicht noch unzählige Male erneut hinabgestoßen werden, doch gleichsam ebne ich mir den Weg, zurück in den Tag, präge ihn mir ein und komme so fortwährend schneller voran. Es wird der Tag kommen, an dem ich die Grasnarbe erklimme, um das Licht der Sonne wieder auf meiner Seele spüren zu können. Dann werde ich ausziehen, um mir zurückzuholen, was mir gestohlen wurde.

Wo bin ich denn nun schon wieder?

Du wühlst auf iThought 2 gerade in den Archiven zum April, 2009.

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    PhanThomasPhanThomas ist der nicht ganz anonyme Autor dieses Weblogs. Er befasst sich laienhaft mit allem, was gesellschaftspolitisch oder sonst wie von Interesse sein könnte. Sein schlecht recherchiertes Halbwissen kaschiert er durch die willkürliche Einstreuung von mäßig verschnörkelten Artikeln zu seiner eigenen Wenigkeit, die er mit Vorliebe in der dritten Person verfasst.
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