Freitag und kaputt. Lautes muss her.

Freitag, 31. Juli 2009 § 2 Kommentare

musik Freitag und kaputt. Lautes muss her.Meine Güte, wer oder was saugt einem so dermaßen die Energie aus, dass man sich gegen Ende einer Woche fühlt wie eine zusammengeknüllte Luftmatratze? Uh. Was hilft, ist sehr wohl Kaffee, ein nettes Buch zum Entspannen vielleicht und jaaa, gewiss eine Mütze Schlaf. Und außerdem Musik. Hilft mir immer. Und weil ich heute besonders müde bin, hier das, meiner bescheidenen Meinung nach, derzeit noch immer Geilste unter der Sonne. Metallicas »The Day That Never Comes«. Ist so klasse, da kann sich sogar das Video mal sehen lassen. Hab ich das Teil schon mal gepostet? Ach, egal. Ist dann ein Stilmittel. Zur Verdeutlichung und so. Wer’s nicht kennt, unbedingt reinhören. Ist ein Befehl!

Heute wird fremdgegangen.

Mittwoch, 29. Juli 2009 § 0 Kommentare

unsinn Heute wird fremdgegangen.Ach, ist das spät. Mein Kopf ist leer und voll zugleich. Und weil das so ist ich deswegen so oder so nicht so recht was Sinniges zu Papier bzw. zu Blog [Kann man das so sagen?] bringe, gibt’s ein bisschen Fremdcontent, der mich heute ziemlich zum Lachen gebracht hat. Zwei Mal »Verstehen Sie Haas?«, eine Kolumne aus Spiegel Online. Hat mich einige Lungenbläschen gekostet, denke ich. Nun ja, viel Spaß an alle, die’s noch nicht kennen.

[Was wirklich mit "Uuh La Schmidts" Auto geschah]

[Der Terminator kommt aus Bochum]

Ein Hoch auf unser Gesundheitssystem.

Dienstag, 28. Juli 2009 § 2 Kommentare

krankenwagen Ein Hoch auf unser Gesundheitssystem.Nun ist es schon ach so spät. Und wie gern würde ich mich über Ulla Schmidts Dienstwagenkatastrophe auslassen und über meine Hoffnung, dass die von mir so gehasste SPD mit weniger als 20 Prozent bei den Wahlen im Herbst abgestraft wird. Aber das lasse ich und erwähne es stattdessen nur am Rande. Da Frau Schmidt jedoch nachgesagt wird, sie habe ein Ministeramt im Bereich Gesundheit inne, werfe ich einfach eine kleine Anekdote zum Thema Gesundheit bzw. Krankheit in die illustre Runde. Eine kleine Geschichte quasi, die dem Leben eines damals recht pubertären PhanThomas entstammt.

Da lag ich also auf der Wiese, konnte das verflixte Bein nicht mehr bewegen, weil mein Knie ziemlich spürbar etwas dagegen hatte. Bisschen blöd im Schwimmbad, so in Badehose, mit den verstört dreinschauenden Freunden und Schaulustigen um mich herum. Nur so viel, es war kein Unfall, sondern einfach ein generelles Problem. Mein Meniskus hatte sich bereits Monate vor diesem Tag dazu entschieden, zu reißen und klemmte sich, wenn gerade nichts anlag, gern ins Kniegelenk. Warum ich nicht zum Arzt ging? Dumme Frage, die beantworte ich nicht. Nun ja, Spaß in Form heftiger Schmerzen und Bewegungsunfähigkeit des Beines war jedenfalls garantiert. Meistens musste ich das Bein nur kräftig strecken, bis es deutlich hörbar krachte, und schon war alles wieder bestens. Nicht so an diesem, ziemlich heißen Tag. Denn da hieß es: »Geh in das Krankenhaus. Geh nicht nach Hause, zieh dir keine Pizza zum Abendessen rein.«

Gesagt, getan: Der Krankenwagen kam herbeigeschlichen, man trug mich mit notdürftig geschienter Haxe hinfort, packte mich in den Wagen, der direkt ins Krankenhaus brauste und stellte mich in den Keller. Wie, in den Keller? Ja, in den Keller. Das letzte Hemd hat keine Taschen, sagt man. Meine Badehose hatte auch keine. Und meine Krankenkarte trug ich für gewöhnlich weder um den Hals, noch verscharrt im Gesäß. Tja, aber ohne Kohle keine Behandlung. Also ließ man mich stehen, mit all den Schmerzen, mit all der Dunkelheit. Ein Junge und sein Knie. Uh. Erst, als meine Eltern mit der geldwerten Platikkarte angerückt waren, erbarmte man sich und schob mich zum nächsten Arzt und anschließend auf ein Zimmer, wo ein nettes Bett auf mich wartete. Wäre ja schließlich nicht angegangen, dass man da irgendeinen Penner in Badehose behandelt hätte, der nicht versichert war. Tz.

Lange Texte machen glücklich und gesund.

Montag, 27. Juli 2009 § 5 Kommentare

scherben2 Lange Texte machen glücklich und gesund.Huh, ich kann es heute eben nicht lassen und verwüste die Ordnung dieses, sonst von mir ach so fein geführten, Weblogs mit leicht morbide angelegter Prosa in Überlänge. Mag’s den Schnell- und Wenigleser erzürnen, so kostet die Überlänge immerhin keinen Aufpreis. Der interessierte Proband darf gern weiterlesen, für den Rest ist’s dann an der Zeit, woanders vorbei zu zappen. Ach ja, und das da oben ist kein Bilderrätsel, das sind Glasscherben. Ahem. Ich war zu faul, was Neues zu basteln. Tja.

Das erste Date

Nur keine Zeit verschwenden. Verflixt und zugenäht, wo war der verdammte Wisch jetzt? Tim suchte den kleinen abgegriffenen Zettel, auf welchen er vor gefühlten zehntausend Jahren die Checkliste gekritzelt hatte, nach der er jedes Mal möglichst präzise vorging. Und dabei war er doch ohnehin schon viel zu spät dran. Verbissen schaute er auf seine Armbanduhr. Noch knapp vierzig Minuten blieben ihm, um von der Haustür bis zu diesem Café zu kommen. Wie hieß das Ding gleich? Berio, genau. Café Berio. Sein Chef hatte ihn aufgehalten (als hätte er Tim die Eile angesehen), ihm einige Terminabsprachen zu viel aufgedrückt, die Tim schließlich grummelnd aber doch immerhin vollständig hinter sich gebracht hatte. Doch nun fehlten ihm kostbare dreißig Minuten für die gottverdammte Vorbereitung.

Er stürmte durch die Zimmer seiner unaufgeräumten Wohnung, suchte den Küchentisch ab, dann die ziemlich zugestellte Anrichte im Flur und schließlich noch einmal das Bad. Endlich entdeckte er die zusammengefaltete Liste neben seinem Zahnputzbecher. Natürlich, dachte er und schlug sich mit der Hand vor die Stirn. Wie konnte er nur so dämlich sein? Das Zähneputzen war schließlich genau das gewesen, was er als letztes erledigt hatte.

Im Prinzip hätte Tim seine selbst aufgestellte Liste nicht benötigt, schließlich kam so allmählich Routine in die Sache, oder nicht? Aber man konnte eben nie sicher genug gehen, und Tim überließ nichts gern dem Zufall. Keuchend stand er im Bad und fuhr die einzelnen Punkte der Liste hastig mit dem Zeigefinger ab. Von der Dusche, der Rasur und dem Zähneputzen, über geputzte Schuhe und gebügelte Hemden, bis hin zu organisatorischen Dingen wie dem obligatorischen Bargeldholen, hatte Tim im Prinzip alles erledigt. Hastig bestäubte er sich selbst mit seinem besten Parfum, eilte in den Flur zurück, um sich die blankpolierten Schuhe anzuziehen und die Jacke überzuwerfen und verließ die Wohnung. Geschafft. Den Bus, der hoffentlich nicht verspätet war, sollte er gerade noch bekommen, wenn er die Beine in die Hand nahm. Schließlich sollte man eine Frau beim ersten Date auf gar keinen Fall warten lassen.

Tim hatte Claudia über eine Kontaktanzeige in den Tiefen des Internets kennen gelernt. Das Foto, auf dem sie eine recht zierliche und zugleich erhabene Erscheinung abgab, hatte ihm sofort gefallen. Hinzu kamen langes, brünettes Haar und unendlich dunkle Rehaugen im Zentrum eines nachdenklichen Gesichtsausdrucks. Und auch die »Soft Skills« schienen zu passen: Was sie über sich selbst preisgab, entsprach voll und ganz dem Bild von Frau, nach dem er seit geraumer Zeit schürfte: Extrovertiert und doch zugleich häuslich, ein buntes Interessengemisch von klassischer Kunst bis zur Vorliebe für Rockmusik hatte sie vom Rest abgehoben. Gegensätze mochten sich anziehen, doch einige hübsche Gemeinsamkeiten waren auch nicht zu verachten. Und, Gott sei Dank, sie war kinderlos. Nicht, dass Tim etwas gegen Kinder gehabt hätte, im Gegenteil. Doch niemals wollte er seine Brötchen für die Früchte fremder Lenden backen. So einfach war das.

Den Mailaustausch hatte er nach ein wenig Überwindung in Eigeninitiative angeleiert. Anfangs ging das schriftliche Prozedere etwas verkrampft und zaghaft vonstatten. Doch das war okay, denn Tim wollte ohnehin nichts überstürzen. Er wollte so sicher wie nur möglich sein, nicht einmal mehr dieser einen Art Frau begegnet (ins Netz gegangen) zu sein. Claudia jedoch könnte sich tatsächlich als Glückstreffer erweisen. Tim spürte das einfach. Mit den ersten Telefonaten war es nicht anders gewesen, als mit den Mails. Tim hatte sich selbst darüber geärgert, dass nichts als dämliche Einzeiler über seine Lippen gekommen waren. Wie ein Laienschauspieler in einer dieser hirnerweichenden Vorabendsoaps hatte er sich gefühlt. Doch dann hatte der Kessel allmählich Dampf entwickelt. Die Gespräche wurden länger, ausführlicher, lustiger und zugleich doch auch inniger. Und ach, war ihre Stimme nicht jedes Mal erneut ein akustisches Gemälde gewesen?

Tim hatte sich vorgenommen, seine Gefühlswelt im Ruhezustand zu halten. Wie dumm war es bitte, sich in jemanden zu verlieben, den man noch nie wirklich getroffen, niemals gesehen oder gar berührt hatte, den man nie gerochen hatte. Doch Tim würde sie ganz sicher gut riechen können. Und so hatte er es nicht vermeiden können: Der berühmte Helikopter hatte schließlich abgehoben. Beladen mit dem kompletten Tross an Emotionen hatte er sich in den blauen Himmel des gepriesenen Lebens erhoben und schwebte seitdem nun sorglos über die systematisch gerade gepflanzten Baumreihen des Alltags hinweg. Das Wummern des Rotors machte sich als wohliges Kribbeln in Tims Bauch bemerkbar. Er war also doch verliebt.

Der Bus hatte tatsächlich keine Verspätung. Klar, er kam eine oder zwei Minuten über der Zeit an, aber das konnte man schließlich kaum als Verspätung sehen. Zufrieden stieg Tim aus und blickte sich um. Er konnte das Café nicht entdecken. Eigentlich hätte es doch fast genau an der Bushaltestelle sein sollen. Tim spürte, wie sein Herzschlag sich beschleunigte. Ein Gefühl von Panik glitt in seinen Verstand hinein. Er runzelte die Stirn und verzog das Gesicht zu einem schmerzlichen Ausdruck. Wild wanderten seine Augen über die bunten Schilder der unzähligen Geschäfte, die sich auf beiden Seiten der Straße in die Ferne erstreckten. Cafés reihten sich an Kneipen, die sich wieder an Cafés reihten. Kein Mensch konnte so viele verdammte Cafés und Kneipen brauchen. Unbewusst schlug Tim die Hände über dem Kopf zusammen, als er es endlich entdeckte: Er hatte irgendwie erwartet, dass das Schild »Café Berio« in geschwungenen Lettern geschrieben sein würde. Stattdessen jedoch waren die Buchstaben sehr kantig gehalten, ziemlich unpassend, wie Tim fand. Wohl deshalb waren seine Blicke achtlos über das Schild hinweg gewandert.

Mit ungewollt steifen Schritten ging Tim auf die Tür zu. Claudia würde entweder bereits drinnen warten oder erst noch kommen. Vor der Tür konnte er sie zumindest nicht entdecken. Sein Herzschlag beschleunigte sich weiter. Dieses Mal war es jedoch eine wohlige Aufregung, die große Erwartung. Der Helikopter in Tims ausladendem Gefühlsreich beschleunigte seinen Flug, stieg höher in den Himmel, flog nervenzerreißende Kurven in der spannungsgeladenen Luft, bis die geladenen Passagiere vor Erregung kochten.

Vorsichtig öffnete Tim die Tür des Cafés und sah sich um. Seine Blicke musterten die Gäste. Claudias Gesicht hatte er sich natürlich genau eingeprägt. Ihr Foto hatte er ausgedruckt und an der Pinnwand im Flur, sowie am Badezimmerspiegel befestigt. In der hinteren, rechten Ecke des Cafés saßen zwei alte Männer am Tisch, der eine mit schlohweißem Haar, der andere kahl, und waren ins Gespräch vertieft. Im Zentrum der Räumlichkeit hatten sich zwei junge Paare niedergelassen und turtelten, was das Zeug hielt. Drei weitere Tische waren von nur jeweils einer Person in Beschlag genommen worden. Ein geschäftig blickender Mann im Anzug hämmerte irgendwelche Texte in sein Notebook, ein anderer war in seine Zeitung vertieft. Außerdem war da eine Frau in gehobenem Alter, die abwechselnd ihren Tee schlürfte und gedankenverloren in die Ferne zu starren schien. Tim ließ den Blick weiter kreisen. Zaghaft ging er auf einen der leeren Tische zu, um sich hinzusetzen und zu warten. Doch dann entdeckte er sie. Sie saß an einem der Tische, die links an der Wand des Lokals standen. Direkt davor befand sich die Theke, und so hatte er sie vom Eingangsbereich aus nicht sehen können.

Wie zur Salzsäule erstarrt, stand Tim im Café Berio und schaute diese Frau an, die er als Claudia kannte. Sie sah tatsächlich genauso bezaubernd aus wie auf dem Foto. Der tiefsinnige, nachdenkliche Blick hinter den dunklen Rehaugen fesselte ihn auch hier und jetzt. Sie hatte ihn noch nicht entdeckt. Tim ging langsam auf sie zu. Der Helikopter in seinem Inneren bewies gerade, dass er durchaus auch Loopings fliegen konnte. Die Gefühle an Board johlten vor Aufregung. Sein Herz schien durch die Brust brechen zu wollen.

Und endlich blickte sie auf, entdeckte ihn. Wie in Trance ließ ihren Blick auf ihm haften. Dann musterte sie ihn langsam von Kopf bis Fuß. Und ja, schließlich lächelte sie.

Wie in Zeitlupe konnte Tim dabei zusehen, wie diese Frau ihren Kopf hob, wie ihr Mund begann, ein Lächeln zu formen und wie sich dabei kleine Fältchen um ihre Mundwinkel legten. Ein Strahlen belebte ihre tiefgründigen Rehaugen, als hätte jemand in ihnen Scheinwerfer eingeschaltet, die nun ihr weiches Licht nach außen warfen. Seine Augen sogen jede Regung dieses Gesichts auf. Sie lächelte ihn an.

Und Tim erschrak. Nein, sie lächelte nicht. Sie grinste. Dieses Miststück warf ihm tatsächlich ein hämisches Grinsen zu. Sie präsentierte diesen selbstgefälligen Gesichtsausdruck, der später einmal zum Tut-mir-leid-aber-so-ist-es-nun-mal-Lächeln werden würde, das sie alle aufsetzten, wenn sie einem die Koffer vor die Tür stellten und zum Abschied spöttisch die Hand reichten. Einen beschissenen Handdruck für all die geopferten Jahre bekam man. Und hinterrücks einen gewaltigen Arschtritt. Nein, nicht schon wieder.

Tim begann, sich rückwärts zu bewegen. Er wollte hier weg, bevor er diese Frau anschrie. Er musste einfach verschwinden. Tief in seinem Inneren hatte der Helikopter einen Motorschaden erlitten. Wie ein Stein war er zu Boden gekracht und hatte Feuer gefangen. Die Gefühle, die noch eben unbeschwert durch die Lüfte gesaust waren, verbrannten bei lebendigem Leib. Sie schrien um Hilfe, doch niemand hörte und rettete sie. Dieser Helikopter würde mit all seinen Insassen ausbrennen. All die Emotionen und Gefühle würden jämmerlich sterben. Und am Ende würde selige Ruhe einkehren. Über das ausgebrannte Wrack mit seinen verkohlten Leichen würde sich die Natur des Vergessens hermachen, genau wie sie es schon bei den vielen anderen Wracks getan hatte.

Die Frau, die Tim als Claudia kennen gelernt hatte, sah völlig perplex mit an, wie der Mann, den sie heute endlich zu treffen gehofft hatte, fluchtartig das Café verließ. Sie würde versuchen, ihn später anzurufen, würde ihm eine Mail senden. Doch würde sie keine Antwort bekommen.

Draußen war die Nacht hereingebrochen, als Tim noch immer an seinem Esszimmertisch saß. Laute Rockmusik dröhnte aus der aufgedrehten Anlage, während er wie gebannt die Fotos dieser widerwärtigen Frau ansah, die ihn letztlich genauso angegrinst hatte wie all die anderen Frauen zuvor. Diese Frau, die ihm wehtun wollte wie all die anderen. Tim griff die Schere, die er neben die Bilder gelegt hatte. Er begann, zu schneiden, entfernte die Münder von den Porträts dieser Frau. Sie würde gewiss nicht mehr grinsen. Sie alle grinsten nicht mehr. Er stand auf und ging zu der Schublade hinüber, in der die anderen Fotos lagen. All die Fotografien der Frauen, denen er das Hohngrinsen genommen hatte. Tim warf die Bilder hinein. Für einige Augenblicke hing sein Blick fest auf dem Stapel der zerschnittenen Fotos. Dann wieherte er ein schrilles Lachen in die Leere seiner Wohnung.

Das Ende naht.

Sonntag, 26. Juli 2009 § 4 Kommentare

unsinn Das Ende naht.Der totale Wahnsinn geht um. Heute gegen Mittag kam mir zu Ohren, dass man mittlerweile schon darüber spekuliert, was wohl passieren mag, wenn die Schweinegrippe [allein bei dem Wort kringeln sich mittlerweile meine Ohren] weiter grassiert und sich dann irgendwann zum Winter hin mit dem Platzhirsch, der herkömmlichen, kaum beachteten Grippe anlegt. Uh. Ein neues Killervirus? Mutieren wir gar alle zu Didgeridoo spielenden Wolpertingern? Hm, scheint im Bereich des Möglichen zu sein. Nicht auszudenken, was geschieht, wenn eine Rotte asiatischer Mörderenten beim Flug über unsere westliche Hemisphäre eine ordentliche Portion H5N1 herunterscheißt. Dann können wir uns die grippale Dreifaltigkeit geben. Vielleicht wächst den Infizierten letztlich ein drittes Auge? Oder ein zweiter Arsch? Sitzfleisch kann man bekanntlich ja nie genug haben. Nun ja, wir werden sehen, welche Horrorszenarien sich jene Wissenschaftler noch einfallen lassen, die schon lange keine reißerischen Publikationen mehr unters Volk bringen konnten und deren Halbwahrheiten auch sonst seit einiger Zeit in keinem Revolverblatt mehr zitiert wurden.

Es ist Freitag. Nachgereicht halt.

Samstag, 25. Juli 2009 § 0 Kommentare

musik Es ist Freitag. Nachgereicht halt.Huch, da hab ich ja glatt den Freitagspost vergessen. Ach, dann reich ich den halt nach, indem ich den Samstag zum Freitag erkläre. So ausnahmsweise. Davon abgesehen bin ich gerade so sehr verkatert, dass mir ohnehin nichts Gehaltvolles einfällt, jedenfalls nichts, dass nicht halbverdaut aus meinem Magen kommt. Aber ach, nur ein Spaß.

Wie dem auch sei… Weil doch ein siebentes Album angekündigt wurde (von dem ich viel erwarte) und ich generell irgendwie nur am Leben bin, wenn ich auf meine rituelle Art in Vorfreude schwelge, hier was Älteres von einer meiner Non-Stop-Lieblingsbands-auf-Lebenszeit »Weezer«.

Dort, wo man nicht satt wird.

Donnerstag, 23. Juli 2009 § 2 Kommentare

Euros Dort, wo man nicht satt wird.Den Glauben an ein System, in dem wegen ihres Versagens gechasste Manager mit Abfindungen in astronomischer Höhe von 100 Millionen Euro nach Hause gehen (nicht zu vergessen, die fürstliche Vergütung von 70 Millionen, die Herr W. zuvor bereits bekommen hat), habe ich endgültig verloren. In den USA mögen solch raubkapitalistische Unsitten ja an der Tagesordnung sein, doch wird dort ohnehin seit jeher ungezügelter Kapitalismus in Reinkultur betrieben. Die Gründerväter der sozialen Marktwirtschaft dagegen würden höchstwahrscheinlich im Grab rotieren, wenn sie erführen, welche Verhältnisse hierzulande bereits eingekehrt sind. Eine Maßlosigkeit, die ihresgleichen sucht. Dort, wo die seidenen Krawatten besonders eng sitzen, scheint man den Sinn für die Realität längst gegen durchnummerierte, mal mehr und mal weniger registrierte, Euronoten eingetauscht zu haben. In Zeiten, in denen Konzerne wie der von mir angesprochene Autobauer Porsche so mit Geldern um sich werfen und im gleichen Atemzug nach Staatshilfen schreien, läuft etwas gewaltig schief. Falls ich es noch nicht erwähnt habe, mache ich es hiermit offiziell: Ich lehne dieses System, in dem ich lebe, so wie es jetzt arbeitet, ab. Und ich müsste mich ob meiner Prinzipien und meines Sinns für Anstand und Moral wegen schämen, würde ich bei der nächsten Wahl ein Kreuz bei jenen hinterlassen, die solche üble Machenschaften dulden und unterstützen.

Geschriebenes. Böse gewürzt.

Mittwoch, 22. Juli 2009 § 0 Kommentare

buecher Geschriebenes. Böse gewürzt.In den letzten Tagen ist es hier etwas still um mich geworden, ich weiß. Na ja, verhältnismäßig jedenfalls. Das lag einfach daran, dass ich unter einer Art Fluch stand. Ich war dem Schreibwahn verfallen und musste im Akkord die längste Geschichte niederschreiben, die bis dato über meine Finger und aus meinem Kopf gekommen ist. Viel zu lang, um sie hier zu veröffentlichen. Das würde nur wieder Schelte hageln. Daher verweise ich einfach mal auf mein [Kreativ-Blog], denn vielleicht findet sich ja der ein oder andere Stammleser hier, der meine Geschichten mag und dieses neue Machwerk meinerseits lesen möchte [solange das hier möglich ist und ich sie noch nicht in ein Buch gepresst habe]. Falls nicht, auch gut. Und all die Ketzer, die mich für meine Passion verspotten, mögen bitte wie gehabt weitergehen, denn hier gibt es nichts zu sehen. In diesem Sinne hier die Kapitelauflistung:

»Die Hölle vom 17. August«
[1. Kapitel: Vom Sterben]
[2. Kapitel: Zwischenfall in Bac Tay]
[3. Kapitel: »Nguoi Gat, Nguoi Gat!«]
[4. Kapitel: Nur hinterlassene Worte]

Ein Tag unter dem Fluch des Schweins.

Montag, 20. Juli 2009 § 4 Kommentare

pig Ein Tag unter dem Fluch des Schweins.Krank bin ich. Hab ich das erwähnt? Egal, ich erzähl es trotzdem. Und kein Mitleid bitte. Oder wenn, dann wenigstens in portionsweise konsumierbaren Mengen, okay? Sonst kommt die typisch männliche Eigenschaft des Dauerjammerns in mir zum Vorschein, was nicht nur gehörig unsexy ist, sondern auch noch ungemein nervig. Und ich muss mich schließlich selbst noch ein Weilchen ertragen. Daher besten Dank im Voraus für keine Mitleidsgeschenke. Geldgeschenke nehme ich selbstverständlich dennoch gern und jederzeit an. Nun, jedenfalls scheine ich immerhin keine Schweinegrippe zu haben, denn augenscheinlich hängt das Fieber derzeit auf Mallorca und sonnt sich. Kann man ja überall nachlesen. Und auch sonst hält sich das Schwindelgefühl in meiner persönlichen Hemisphere in Grenzen. Schwein gehabt. Wobei, besser doch nicht.

Denn diese Seuche hätte sonst quasi mindestens zwei Wochen absoluter Quarantäne für mich bedeutet. Das muss man sich mal vorstellen: vierzehn Tage am Stück herumliegen, wahlweise auf dem Bauch oder auf dem Rücken, die Beine hochlegen, bis die Zehe lustig kribbeln, gemütlich fernsehen und lesen, schlafen, wenn der Schlaf ruft, Musik hören, bis die Brüllwürfel glühen und einfach nur gesund werden. Wer, zur Hölle, soll das bitte aushalten? Eben. Verwunderlich dann aber doch, wie wenig man tatsächlich »auf dem Posten« ist, wenn man mal vor die Tür geht. Klar, ich sollte daheim bleiben, weiß ich selbst, aber ich muss schließlich auch mal was essen, nicht wahr? Wer nicht isst, der stirbt. Damit ist am Ende auch keinem geholfen, denn zu holen gibt’s bei mir schließlich absolut gar nichts. Abgesehen von einem Stapel ungewaschener Unterhosen und löchriger Socken. Aber ich schweife ab. Mal wieder. Wollte doch erzählen, was man so erlebt, wenn man völlig knorke einkaufen geht.

Und so ging ich doch einfach nur nichtsahnend Richtung Supermarkt, um das Nötigste zu beschaffen und fühlte mich unterwegs fast wie in einem gigantischen Psychotrip. Da war gleich zu Beginn an der Ampel diese seltsame Frau: gediegenes Alter, Figur Marke Butterfass, soll heißen, ein durchgehender Einheitsumfang von Kopf bis Fuß. Und irgendwie schien es, als würde ihre Haut nicht richtig sitzen. Also so richtig gar nicht. Gesicht und Hals – soweit vorhanden – wirkten eher wie ein hastig übergeworfenes Knitterhemd. Huh, gruselig und irgendwie wenig appetitlich. Musste mich ein paar mal umdrehen und schauen, ob sie nicht doch noch die falsche Haut abzieht und offenbart, dass sie in Wahrheit das legendäre menschengroße Huhn »El Pollo Diablo«* ist. Jedoch schien die Dame nicht teuflisch zu gackern und scharrte auch nicht wütend mit den Füßen. Von daher ließ ich sie schließlich ungeschoren von dannen ziehen und ging meines Weges.

Direkt im Supermarkt wartete dann das nächste Erlebnis der dritten Art auf meine benebelte Aufmerksamkeit. Die Produkte, je bunter, desto radikaler, schienen sich mir förmlich aufdrängen zu wollen. Zwischenzeitlich wurde ich das Gefühl nicht los, ein Regal mit Filterkaffeepaketen würde sich möglichst unauffällig auf mich herabsenken, um mich schließlich unter seinem allmächtigen Aroma zu begraben. Und war da nicht auch dieses wilde Rudel Vollwaschmittel, das passend zum Dreivierteltakt des Liedes, das mein iPod herunternudelte, hinter mir her trottete? Könnte aber auch eine Rotte tollwütiger Damenbindenjumbopakete (allein das Wort macht mich kirre) gewesen sein. So genau weiß ich das nicht mehr. Vielleicht jedoch war alles auch nur eine neue Masche der namentlich nicht genannten Handelskette, um der Wirtschaftskrise entgegenzuwirken und damit gar nicht Teil meiner Wahnvorstellungen. Ob das so verkaufsförderlich wäre? Ich weiß es nicht, aber zu Zeiten, in denen das Marketing direkt in der Hölle vom Gehörnten und dem diabolischen Huhn persönlich ausgetüftelt wird – ich erinnere mich da an kostenlose Notizbücher beim Kauf des guten aber teuren Käse – ist wahrscheinlich nichts länger ein Ding der Unmöglichkeit.

Ich will auch gar nicht weiter über die bellenden Fleischtomaten und das abgepackte Hack beim Flirt mit mit dem Billigpesto fabulieren, schließlich schätze ich meine Freiheit abseits gepolsterter, hautfarbener Wände. Daher will ich auch nur noch kurz über den nicht weniger skurrilen Rückweg berichten, den ich unter dem in allen Farben flimmernden Abendhimmel zurücklegte. Da war also dieser Typ, der so ungefähr das penetranteste Grinsen vorzeigen konnte, das unter Gottes Diskohimmel je das Licht des Tages erblickt hat. Für einen klitzekleinen Augenblick fühlte ich mich dadurch in meiner Ausgeglichenheit so dermaßen gestört, dass ich anschließend entweder meine Möbel umstellen würde, um meine innere Ruhe wiederzufinden oder aber ich würde ausprobieren, wie lange der Kerl wohl brauchen würde, um eine Anderthalbliterflasche Wasser ein- und wieder auszuatmen.

Ich entschied mich für letzteres, wurde dann jedoch von dem leicht dicklichen Passanten irritiert, der Antennen an seinen Ohren trug. Zuerst hielt ich die Dinger für ausgefallene Kopfhörer, schließlich soll ja alles möglich sein, was der Mensch sich vorzustellen vermag. Aber nein, die Dinger ragten doch eindeutig nach oben. Viel zu viel für mich. So ging ich weiter meines Weges, drehte mich mehrfach um, nur um sicherzustellen, dass der Antennenträger sich nicht doch dazu entschied, hinfort teleportiert zu werden und riskierte damit kurzzeitig einen innigen Kuss mit einer Straßenlaterne.

Meine Güte, was war ich froh, als ich wieder daheim war. Nochmal gehe ich heute nicht mehr vor die Tür. Nicht mal auf den Balkon, denn irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, dass die erstaunlich große Taube, die ihr Domizil auf meiner Satellitenschüssel aufgeschlagen hat, mich neugierig beobachtet. Entweder wartet sie, bis ich raus komme, um mir ein Auge auszuhacken, weil sie sich sich selbst für eine Krähe hält, mich dafür jedoch nicht, oder sie wartet schlicht und einfach, bis ich mich wegdrehe, damit sie weiter ungestört Zigarre rauchen kann. Ach, ich bin irritiert. Krank sein ist eine doofe Sache, kann ich nur sagen. Selbst dann, wenn man weder auf dem Teller Kontakt noch persönlichen Umgang mit Schweinen hatte. Hm. Wie äußerten sich jetzt gleich die Symptome im Falle von Rinderwahn?

* Kenner des Spiels »Monkey Island 3« wissen, wovon ich rede.

Das Geschäft mit dem Schwein.

Sonntag, 19. Juli 2009 § 8 Kommentare

pig Das Geschäft mit dem Schwein.Hm. Da ist ist man einmal so deftig erkältet, dass es trieft [vor allem aus der Nase, möchte ich meinen], und schon wird einem die Schweinegrippe angedichtet. Danke Mama! Aber vielleicht stimmt’s ja. Zwar stand ich über das Wochenende nicht gerade in regem Kontakt zu den rosa Grunzern, aber man weiß ja nie, wo so ein Schwein vorher mal drangefasst hat, nicht wahr? Da tippt man seinen Pincode am Geldautomaten ein, und ahnt nicht, dass vorher ‘ne Sau draufgeniest hat. So kann’s gehen. Jedenfalls überlege ich derzeit, wie sich das zu Geld machen ließe. Liegt ja nahe. Ahem. Ein Schweinegrippenblog zum Beispiel wäre doch eine feine Sache. Komplett mit Krankheitsverlauf, den einhergehenden Halluzinationen, Begegnungen mit den grünen Schweinen von Altair IV, während man im Delirium vor sich hingrunzt, alles bei täglichem Update, und irgendwie mischt man dann dann noch go ganz unauffällig schweinegrippenkonforme Produkte für teuer Geld in die Texte, die sich erst ins Unterbewusstsein des Lesers und anschließend in den Einkaufswagen der Konsumenten schleichen [Die Produkte, nicht die Texte! Uh!]. Provision für mich ist inklusive, versteht sich. Und postum verkaufe ich mich dann als Fernsehnutte neues Medium, das wie durch ein Wunder genesen ist, an verzweifelte Privatsender, wo ich anschließend Telefonberatung zum Thema korrekte Sitzbezugpflege bei ergonomisch geprüften und empfohlenen Bürostühlen durchführe und in den Pausen wahlweise aus dem Kaffeesatz oder aus aufgeklappten Hanutawaffeln lese. Hach, große Zeiten stehen bevor. Oink.

Wo bin ich denn nun schon wieder?

Du wühlst auf iThought 2 gerade in den Archiven zum Juli, 2009.

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    PhanThomasPhanThomas ist der nicht ganz anonyme Autor dieses Weblogs. Er befasst sich laienhaft mit allem, was gesellschaftspolitisch oder sonst wie von Interesse sein könnte. Sein schlecht recherchiertes Halbwissen kaschiert er durch die willkürliche Einstreuung von mäßig verschnörkelten Artikeln zu seiner eigenen Wenigkeit, die er mit Vorliebe in der dritten Person verfasst.
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