Steine der Weisen #3

Montag, 30. Januar 2012 § 6 Kommentare

“Das war eine der großen Wahrheiten des menschlichen Schicksals: Wenn man Papierwindeln brauchte, um das aufzusaugen, was der eigene Körper absonderte, saß man echt in der Scheiße.”

-Stephen King, Der Anschlag

Badass of science

Sonntag, 29. Januar 2012 § 2 Kommentare

teslacoil Badass of scienceEr ist nicht nur Namens- und Ideengeber der coolsten Waffe des guten alten Command & Conquer – Alarmstufe Rot (siehe Foto), sondern, so man dem folgenden Link glauben mag, sozusagen der badass of science. Ein so aufschlussreicher wie amüsanter Artikel über den offenbar ziemlich durchgeknallten Wissenschaftler Nikolai Tesla, den ich hier schon lange mal teilen wollte, wartet hinter dem Klick.

Die Welt der geschäftlichen Mails

Samstag, 28. Januar 2012 § 2 Kommentare

gnus Die Welt der geschäftlichen MailsFür geschäftliche E-Mails, die als ausgesprochen wild gelten, scheint sich über die Jahre ein reges Ökosystem herausgebildet zu haben, dessen sich der Berufskaffeetrinker von heute durchaus bewusst sein sollte. Es fällt auf, dass geschäftliche Mails immer im Rudel auftreten. Während ihre privaten Vettern ins Postfach plumpsen, wann immer sie Zeit und Muße haben, flankiert von allerlei Spam rund ums männliche Geschlechtsorgan, fallen die geschäftlichen Exemplare entweder wie ein Bombenteppich ins Postfach oder gar nicht. Vorwiegend übrigens dann, wenn man gerade nicht am Platz sitzt, weil man mit dem Lieblingskollegen einen ausgedehnten Plausch in der Kaffeeküche hält und Milchschaum nuckelt oder aber wie ein gehetztes Reh von einem Meeting zum nächsten hastet. Und paradoxerweise tritt vermehrter E-Mail-Erguss vor allem vor Arbeitsbeginn und im Feierabend auf. Paradox ist das deswegen, weil die Absender gewohnheitsgemäß zu der Zeit auch nicht im Büro sind, auch wenn sie es auf die Nachfrage hin behaupten. Schon komisch, diese Sache mit dem Raum-Zeit-Gefüge.

Auch interessant der Aspekt der nachträglichen Manifestation von Mails im Postfach. Klingt ein bisschen abgehoben, ist aber keineswegs bloß Business Bullshit Bingo. Kollege A fragt etwa so was wie: “Hast du denn den HR-Newsletter gar nicht gelesen?” Kollege B fühlt sich keineswegs ertappt, rührt elegant in seiner Kaffeetasse herum, hebt dann die Augenbraue und antwortet natürlich wahrheitsgemäß: “Es gab einen Newsletter dazu?” Wahrheitsgemäß ist die Aussage, weil der Newsletter erst nach der Feststellung, dass man ihn nie erhalten hat, im Postfach auftaucht. Und zwar in der Vergangenheit und frecherweise auch noch als bereits gelesen markiert ist. Ein abstruses Phänomen, das jeder kennt, mit dem man aber stets allein im Büro ist. Verständnislose Blicke der anderen Kollegen, denen die nachträgliche Manifestation von Mails sehr wohl ein Begriff ist, die sich aber gerade auf der Sonnenseite wähnen und deswegen in falschem Mitleid die E-Mail vorsichtshalber noch mal an den betroffenen Kollegen weiterleiten, sind garantiert.

Eine Extremform der nachträglichen Manifestation tritt weniger häufig auf: die nachträgliche Manifestation einer Folgehandlung. Um das Beispiel des HR-Newsletters (Anm.: HR ist die gebräuchliche Abkürzung für Human Resources, einen Begriff, der jedem ambitionierten Betriebswirt feuchte Träume beschert und einen Menschen zum verfleischlichten Stück Kohle im Hochofen der Mikroökonomie degradiert.) noch mal herbeizuholen: Kollege B erahnt also, dass der Tatbestand der nachträglichen Manifestation einer geschäftlichen Mail vorliegen könnte. Kollege A leitet ihm, gelenkt von verborgenem Hohn, der unter dem Zuckerguss wohlwollender Kollegialität verborgen seine Sporen austreibt, die entsprechende Mail weiter und Kollege B merkt dazu an: “Aha, da steht ja tatsächlich was zur neuen Reisekostenabrechnung drin. Puh, das sieht wichtig aus. Werde ich gleich mal in den Ordner für wichtige interne Mails verschieben.” (Klingt so gesprochen natürlich äußerst bekloppt. Im wahren Leben klänge Kollege Bs Anmerkung eher so: “Grummel grummel nuschel, wichtig, grummel, Ordner, grummel, intern, nuschel.” Bürohengste kennen das.) Gesagt, getan und prompt stellt der gebeutelte Mitarbeiter fest, dass sich eine solche Mail bereits in seinem Ordner für wichtige interne Mails befindet. Er ist spontan Opfer der nachträglichen Manifestation einer Folgehandlung geworden. Ein Problem, das gemeinhin von den Betroffenen verschwiegen und daher nur selten thematisiert wird, das aber so nachhaltig auf Psyche und Körper wirkt, dass ein vorzeitiger Feierabend oft die direkte Folge ist.

Ein weiteres Kuriosum der geschäftlichen E-Mail-Welt ist das Verschwinden unabdingbar wichtiger Mails, sowohl in der Gattung erhaltener als auch der versendeten Mails immer wieder zu beobachten. Ein besonders tragisches Phänomen, wie jeder gewissenhafte Schreibtischknecht bestätigen kann, besteht doch das gesamte Fundament eines vermeintlich sicheren Arbeitsplatzes aus dem Archivieren von Mails, die zur richtigen Zeit an die richtigen Leute versandt wurden, um sie im Eskalationsfall wie Jokerkarten aus der Mailbox popeln und mit einem selbstgefälligen Lächeln vorweisen zu können. In Kürze: Cover your ass! Das zentrale Erfahrungselement eines jeden Berufslebens. Vielleicht auch ein Grund, weshalb alteingesessene Bürostuhlakrobaten dazu neigen, ihre E-Mails auszudrucken, um sie anschließend noch einmal zu lesen, zu bügeln und fein säuberlich im schwarzen Loch für Dokumente namens Leitz-Ordner abzuheften. Derart angekettete Mails wirken vermutlich beruhigend auf den Mailausdrucker, kann der sich doch einreden, im Kriegsfall alles schriftlich archiviert zu haben. Der Toner ist eben doch mächtiger als das Schwert und vor allem weniger unbeherrschbar als das Ökosystem der wilden geschäftlichen E-Mails.

So war das damals: Morrowind und ich

Mittwoch, 25. Januar 2012 § 5 Kommentare

morrowind So war das damals: Morrowind und ichAch, packt einen schon nicht die Muse, dann doch wenigstens die Muße, ein bisschen aus dem Nähkästchen zu plaudern. Dass ich eine recht, öhm, üppige Videospielevergangenheit habe, sollte ja gemeinhin bekannt sein. Kürzlich musste ich an Morrowind denken, den dritten Teil der inzwischen fünfteiligen The-Elder-Scrolls-Serie. Irgendwie schwirrte mir der grandiose Soundtrack durch den Kopf und – wie das eben so ist -, da waren sie wieder, all die Erinnerungen an eine selige Zeit vor dem röhrenden grauen Kasten.

Seinerzeit, das war so 2002, meine ich, also fast schon Retroware, war Morrowind ein ziemlicher Augenöffner. Also das wurde es, sobald ich mal über den Punkt hinweg war, dass das Spiel direkt nach dem Start sang- und klanglos abstürzte. Nach etlichen Treiberneuinstallationen und eingebüßten Nerven lief es dann. So verließ ich also zu Beginn des Spiels nach einer drakonisch langen Ladezeit das Unterdeck eines Bootes und stand mitten in dieser riesigen Welt.

Hach, und da war sie, diese erwähnte zauberhafte Musik! Für mich übrigens bis heute der schönste Titeltrack in einem Spiel überhaupt, ganz knapp vor dem aus Final Fantasy X. Uh, und diese Grafik! Zugegeben, die Charaktermodelle waren potthässlich, aber der Rest … Ich konnte mich gar nicht sattsehen an der Landschaft. An diesem Wasser vor allem! Wo hatte man je zuvor so realistisch dargestelltes Wasser gesehen? Spiegelungen, feinste Wellen, man wollte sich sofort in die Fluten stürzen. Die seinerzeit aktuellen Grafikkarten ließen da ordentlich die Muskeln spielen.

Tja, und dann stand ich da. Das Spiel gab einem nicht viel vor, also schwamm ich erst einmal stundenlang durch die spiegelnden Seen, kletterte über ausgedehnte Hügellandschaften und genoss den Schauer, der mich durchfuhr, wenn ich nach langen Wanderungen ein lauschiges Dörfchen entdeckte, in dem die Schornsteine der Häuschen idyllisch vor sich hin qualmten. Irgendwann entdeckte ich außerdem, dass Morrowind tatsächlich auch so was wie eine Haupthandlung besaß, der man folgen konnte, wenn man sich viel Mühe gab und nicht dauernd vom Weg abkam, weil irgendwo ein nettes Wäldchen zum Erkunden einlud.

Und so sehr ich das Spiel damals liebte, witzigerweise habe ich es niemals durchgespielt. Mit all der spielerischen Freiheit kam nämlich auch die Tücke: Es konnte tatsächlich passieren, dass man sich in eine Sackgasse hineinspielte. Nicht, dass das ein Fehler der Programmierer gewesen wäre, oh nein, das war durchaus sadistische Absicht: Wer sich allzu böse verhielt, und das tat ich wohl, als ich für irgendeinen Auftraggeber in einen Keller ging und die dort lebenden Leute abmurkste, obwohl ich das nicht sollte (Die hatten angefangen! Echt!), kam, was ich nicht erwartet hatte: Der erwähnte Auftraggeber hatte mich erwischt und gab mir anschließend nicht den Gegenstand, den ich zum Fortführen der Haupthandlung brauchte. Prompt warf mir das Spiel eine freche Textmeldung auf den Bildschirm, die mir mitteilte, dass ich’s gerade ordentlich verbockt hatte. Man wünschte mir noch viel Spaß in Morrowind, ohne dass ich die Haupthandlung noch hätte beenden können.

Hm, und dann wollte ich den Spielstand laden. Jenen, den ich das letzte Mal vor vielen Stunden gesichert hatte, weil ich vor lauter Erforscherei einfach vergessen hatte, zu speichern. Toll.

Anschließend gingen Morrowind und ich getrennte Wege. Kurzum: Das Spiel flog von der Platte. Aber gut, streichen wir die Erinnerung noch ein bisschen mit dem goldenen Pinsel. Drum hier noch schnell ein paar Impressionen, die mich in seliger Nostalgie schwelgen lassen:

0 So war das damals: Morrowind und ich

Verkaufte Brüder und teure, tote Fische

Donnerstag, 19. Januar 2012 § 8 Kommentare

wal2r Verkaufte Brüder und teure, tote FischeIch bin doch ein guter Mensch. Manchmal. Es war gestern, der Morgen war schön, die Sonne wagte sich trotz Winters an den sonst so scheiß grauen Berliner Winterhimmel und weckte offenbar mein sonst gerade morgens unvergleichlich grummeliges Gemüt. Außen an der Haustür hing ein Paketzettel, nicht von der Post, sondern von einem dieser anderen unmöglichen Versanddienste, die hier so herumwuseln. Bereits seit dem Vorabend hing der da und teilte dem Empfänger mit, dass seine »zooplus«-Lieferung in einem kleinen Laden um die Ecke abgegeben worden sei und dort auf ihn warte. Ich warf einen Blick auf den Namen des Empfängers und stellte fest, dass derjenige, dem der Wisch galt, ihn wohl kaum finden würde, wohnt dieser doch im Hinterhaus, während die Notiz an der Tür des Vorderhauses klebte. Die natürliche Faulheit des Postboten eben. Oder vielleicht auch nur das undurchsichtige Adresssystem deutscher Wohnhäuser, man weiß es nicht.

Ich ging also weiter, war schon auf der anderen Straßenseite und trottete Richtung Bus, als mir einfiel, dass »zooplus« ja wohl so was wie ein Online-Zoohändler ist. Herrje, dachte ich, was ist, wenn derjenige Fastnachbar Fische oder so bestellt hat? Meine Freundin bestellt ab und an bei diesem Versand ihr seltsames Krebsgetier, erinnerte ich mich. Nun, dann würden die armen Viecher wohl in ihrer Transporttüte ersticken, verhungern und vergammeln, irgendwo in dem kleinen Laden, in dem sie auf Abholung warteten. Vielleicht würde der Empfänger, der dann natürlich ein kleines Mädchen mit großen Kulleraugen an seinem Geburtstag wäre, fürchterlich weinen, weil die bunten Fische nie bei ihm ankämen, Fische die natürlich so selten und teuer wären, dass die Eltern bereits den kleinen Bruder des Mädchens dafür ins Ausland verkauft hätten.

Nein, beschloss ich, das würde ich nicht zulassen. Kleine Brüder sollten nicht unnötig verkauft werden und wehrlose Fische durften nicht in Tüten verenden! Ich ging also tatsächlich zurück, nahm den Zettel, ging (energisch) zum Hinterhaus und klingelte (ebenso energisch … vermutlich). Hm, niemand da, also klemmte ich das Ding hinters Klingelbrett (energisch natürlich) und machte mich erst anschließend auf zur Arbeit. Bestimmt hatte ich währenddessen zwei, drei Busse verpasst, aber uh, das macht mir doch nichts, ich fühlte mich gut.

Und um die gute Tat ein wenig zu kompensieren, erzähle ich nun davon und preise mich selbst als Held des Tages.

Blackout

Mittwoch, 18. Januar 2012 § 3 Kommentare

schwarzp BlackoutOkay, okay, wir Deutschen haben unseren Zensurdiskurs bereits hinter uns, ein Ereignis, das der Piratenpartei nachwirkend ordentlich Aufwind verliehen hat, nun sind eben auch die Amis dran. Solidarischerweise könnte ich heute so ein paar Zensurschildchen hier anbringen, tue ich aber nicht, schließlich gibt es erstens ohnehin nicht viel zu sehen und zweitens habe ich das Template nun endlich so, wie ich es haben möchte und ich wäre ja irre, würde ich jetzt wieder hier herumfrickeln. Na gut, zu einem kleinen schwarzen Viereck lasse ich mich noch hinreißen, der Gestaltung wegen.

Interessant aber dieser Link hier, den ich ohne freundliche Genehmigung frisch publiziert von kaliban.de geklaut habe und der ganz gut zusammenfasst, dass der ganze Mist, sollte aus dem Entwurf Ernst werden, durchaus auch zu uns herüberschwappen könnte. Das Verlinken des Protestsongs spare ich mir an dieser Stelle. Keine Zensur, nur Faulheit und zudem auch nur mäßig lustig.

Alternativ könnte man nämlich auch, schließlich wurden die Gesetzesentwürfe von der Unterhaltungsindustrie forciert, diese Folge der Serie South Park ansehen, die Ursache und Wirkung des ganzen Brimboriums wie eigentlich fast immer sehr präzise auf den Punkt bringt.

Wenn De Niro und Pacino ein Eis essen wollen …

Dienstag, 17. Januar 2012 § 0 Kommentare

…, ja, dann sollte man ernsthaft in Erwägung ziehen, eine andere Eisdiele aufzusuchen.

Steine der Weisen #2

Sonntag, 15. Januar 2012 § 8 Kommentare

»Eine leere Garderobe hat etwas sehr Trauriges. In gewisser Weise ähnelt sie einer alten Unterhose. Sie hat eine Menge Aufregung und das ganze Spektrum der menschlichen Leidenschaft erlebt. Und davon bleibt nichts weiter übrig als ein vager Geruch.«

-Terry Pratchett, Rollende Steine

Kaffeeklatsch

Samstag, 14. Januar 2012 § 2 Kommentare

kaffeekuchen2 KaffeeklatschPhanThomas schreibt fiktionales Zeug über fiktive Leute mit weniger fiktiven Namen. Die Personen im Text erheben übrigens bereits von sich aus keinerlei Anspruch auf historische Korrektheit, haben sie mir gesagt. (Bild: wrw / pixelio.de; www.pixelio.de)

 

Kaffeeklatsch

»Das soll noch einer verstehen«, murmelte Paul von Hindenburg und schüttelte verärgert den Kopf. Er legte die Zeitung zur Seite, die auf dem Titel einen verkniffen dreinblickenden Christian Wulff zeigte und den Leser in mannshohen Lettern fragte, wann dieser uuunbeliebteste Bundespräsident aaaller Zeiten denn nun endlich zurücktreten würde.

»Zu meiner Zeit«, begann Hindenburg, nahm sich noch ein Stück von der Käsetorte und gab Schlagsahne oben drauf, »da konnte ich Millionen von Männern im Krieg verheizen und wurde anschließend zum Dank Präsident. Da musste man nichts vertuschen, da reichte es, einen dicken Schnauzbart zu tragen, sich in einen teuren Mantel zu hüllen und immer einen opulenten Gehstock bei sich zu haben. Und es trat auch keiner zurück, man dankte ab!« Continue reading “Kaffeeklatsch” »

Dieses Gefühl

Freitag, 13. Januar 2012 § 13 Kommentare

Jesus of Suburbia by Green Day on Grooveshark
Der Autor dieses Blogs denkt nach, über die Zeit an sich, wie sie vergeht und wie das Vergangene so klingt, während er läuft und läuft – der Autor natürlich, nicht der, äh, die Zeit.

Wie ich also meine Runden drehe, immer um den Block, weil ich nicht so weit weg darf, schließlich habe ich Rufbereitschaft, höre ich Musik, denn es ist ja vier Grad kalt, die Hände drohen zu vereisen, es ist dunkel und überhaupt ist das Drehen von Runden ja nicht so richtig spannend. Eine knappe Stunde, dachte ich zuvor, könnte ich laufen, also flugs ‘nen adäquaten Longplayer aus der iPod-Liste gewühlt und losgehört.

American Idiot, die 2004er Platte von Green Day ist meine Wahl, knapp 52 Minuten lang, sehr passend daher. Höre ich immer wieder mal, so richtig bewusst aber eigentlich nicht mehr. Heute tue ich das jedoch und singe im Stillen mit, schließlich ist es ja kalt und … nun, frierende Hände und so. Und was mir auffällt, während meine einst innig geliebten Lieder Jesus Of Suburbia, St. Jimmy und Konsorten durch die Kopfhörer hämmern: Das klingt, hm, anders, es klingt irgendwie alles … alt. Und da wird mir bewusst, dass die Scheibe dieses Jahr acht wird. Puh. Das Zeug IST alt! Fast schon retro.

Ich weiß noch, ich kaufte die CD damals in einem unverschämt großen Plattenladen in der Stuttgarter Innenstadt. Ich war frisch zugezogen und gab so ziemlich alles von dem Geld, das mir für den Start mitgegeben wurde, für CDs aus. Ahem. Mama weiß das bis heute nicht. Aber hey, ich komme eben vom Dorf und wir hatten ja nichts. Ich war damals tatsächlich noch ein frisch gebackener Ersti an der Berufsakademie, alles war überhaupt sehr neu und anders und irgendwie wurde alles auf American Idiot die Musik jener Zeit für mich. Während ich also weiterjogge, mich gedanklich von der Kälte ablenkend, und mir Boulevard Of Broken Dreams ins Gehör geht, sehe ich plötzlich wieder die Königstraße in Stuttgart mit all ihren Geschäften vor mir, die bunten Leuchtreklamen über den Geschäften, die von überallher auf mich herableuchten. Lange ist’s her! Stuttgart 21 war damals noch ein hübsches Modell im Bahnhofsturm, das sich jeder gern anschaute., weil es so putzig nach Modelleisenbahn ausschaute. Und da waren all diese Zweifel, Die Sorge vor dem, was mich erwarten würde, dieses allgemeine Unwohlsein dort, ach … Ja, die Musik klingt nach 2004, denke ich so bei mir und falle tief in dieses Gefühl hinein wie in ein großes klammes Kissen.

Bis ich an dieser jungen Mutter samt kleiner Tochter vorbeilaufe. Das Kind starrt mich mit großen Augen an, hebt den Zeigefinger und ruft: »Mama, Mama, der Mann da hat ja kurze Hosen an!«

Herrje, wer joggt denn bitte auch mit langen Hosen? Und weg ist es, das seltsame Gefühl.

Wo bin ich denn nun schon wieder?

Du wühlst auf iThought 2 gerade in den Archiven zum Januar, 2012.

  • Gib deine Mailadresse an und du bekommst alle neuen Posts bequem ans Sofa geliefert.

  • Phan-Who?

    PhanThomasPhanThomas ist der nicht ganz anonyme Autor dieses Weblogs. Er befasst sich laienhaft mit allem, was gesellschaftspolitisch oder sonst wie von Interesse sein könnte. Sein schlecht recherchiertes Halbwissen kaschiert er durch die willkürliche Einstreuung von mäßig verschnörkelten Artikeln zu seiner eigenen Wenigkeit, die er mit Vorliebe in der dritten Person verfasst.
  • iThought Nano

  • Blogroll

  • Schubladen

  • Gestern

    • 2012 (46)
    • 2011 (105)
    • 2010 (144)
    • 2009 (254)
    • 2008 (238)
    • 2007 (144)
    • 2006 (48)
  • Gezählt


    kostenloser Counter
  • Kram

    buch_schreiben