Vom Dienst an der Flasche.

Mittwoch, 26. Januar 2011 § 17 Kommentare

schiff Vom Dienst an der Flasche.Mit absolutem Unverständnis verfolge ich die aktuelle Diskussion um den desolaten Zustand der Bundeswehr. Berichterstattung nach bester deutscher Tradition, in diesem Fall hochgeschaukelt am Beispiel des Äppelkahns »Gorch Fock«, in Insiderkreisen wohl auch »George Fuck« genannt, also dem Boot, auf dem man aus schlecht rasierten Halbstarken gut rasierte Männer macht. Oder so ähnlich eben.

Unverständlich ist mir an der ganzen Sache aber eigentlich nur, wie geschockt man sich ob der aktuellen Ereignisse nun gemeinhin in der Presse gibt, was die, ahem, »Traditionen« der Bundeswehr angeht. Ich als fauler Hund habe noch nicht einmal den – Gott möge ihn selig haben! – Wehr- oder Ersatzdienst absolviert, weiß aber dennoch, dass in dem Laden, der uns verteidigen sollte, seit jeher so ziemlich nur getrunken wird. Fragt man irgendeinen beliebigen Freund nach seinen schlimmsten Saufeskapaden, dann kann man fast schon sicher sein, dass er von umwölkten Abenden in Tarndress und bei Küstennebel zu schwärmen beginnt. Treffen gleich zwei solcher Probanden beim Bier aufeinander, kann man sich eigentlich schon ausklinken, weil die eh kein Ende mehr finden. Würde man den Anfang nicht mitbekommen, man könnte meinen, da fände ein Resümee des letzten Sommerurlaubs in illustrer Runde statt. Wen ich zum Wehrdienst ausrücken sah, den sah ich anschließend mit Plauze zurückkehren. Kann mir nicht vorstellen, dass es bei den Berufssoldaten anders aussieht.

Sind die Medien eigentlich wirklich so bescheuert? Warum muss es erst eine Meuterei auf der Bounty geben, bis man darauf kommt, dass unsere Landesverteidiger im gegenseitigen Wettschießen keinen Blumentopf gewinnen würden, wo selbst ich doch weiß, dass die Kerle allzu oft vermutlich nicht gerade standhaft vorm Feind, dafür aber umso trinkfester sind? Ein Haufen Flaschen quasi. Nicht umsonst sagt man doch, die Bundeswehr sei nur da, um den Feind so lange hinzuhalten, bis die Armee anrückt. Ich verstehe einfach nicht, warum da jetzt so ein Wirbel drum gemacht wird. Die Herren bei der Bundeswehr offenbar auch nicht, wenn man so manchen Kommentar liest. We soll’s ihnen verübeln? Aber herrje, was les ich auch wieder Nachrichten? Wusste ich doch, dass mich das nur aufregen würde, verdammt!

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Giftgrün.

Freitag, 28. Mai 2010 § 4 Kommentare

turtles Giftgrün.Ach, es ist doch eine Crux mit diesen Remakes. Seien es nun Filme, seien es Serien oder seien es Cartoons. Mit alledem ist es wie mit Frauen: Man weiß, dass alles tierisch in die Hose gehen wird, und doch tut man sich den Käse immer wieder an. Und wo ich »tierisch« schon erwähne, wär ich quasi auch beim Thema: nämlich bei einer der Lieblingsserien meiner dahingeschiedenen Kindheit: Den »Teenage Mutant Hero Turtles«! Cowabunga!

Die wurden nämlich, man ahnt es nicht, neu aufgesetzt. Wohl schon vor ‘ner ganzen Weile, aber an mein Ohr drang das alles wie immer viel zu spät. Also werfe ich doch, das grauzonig legale Netz macht’s möglich, eine Folge ein und gebe mich der Neuaufmachung meiner grün gefärbten, gepanzerten Helden hin. Doch was ist das? Allein die Vorspannmusik frisst sich in meine Ohren wie Salzsäure und lässt Schlimmes erahnen. Alles, was danach kommt, spottet jeder Beschreibung. Zwanzig Minuten Serienabfall, der geradezu eine Vergewaltigung meiner Kindheit darstellt. Und zwar mit einem großen, schmerzhaften Gummidildo. So einen, den man sich lediglich ins Schlafzimmer stellt, um darüber zu lachen. So einen, auf den böse rumänische Fürsten einstmals ihre Feinde spießten. So und nicht anders fühlt sich die reichlich uncoole Neuauflage meiner Turtles an, neuerdings zudem »Teenage Mutant Ninja Turtles« genannt. Pseydocoole Sprüche, dämliche Moralapostelcharaktere und schnarchige Kämpfe. Alles in allem gezeichnete Penetrationsfolter ohne Gleitcreme.

Bleibt nur zu hoffen, dass alle Gerüchte um eine neue Echtverfilmung entweder völliger Humbug sind, oder aber, dass am Ende ein gigantischer Meilenstein der Filmgeschichte herauskommt, der mich diese neue Serie vergessen lässt. Andernfalls kann ich mich wohl endgültig erschießen.

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Ausgebrannte Serien.

Dienstag, 22. September 2009 § 4 Kommentare

hs Ausgebrannte Serien.Ich überlege gerade, ob es tatsächlich an meinem zunehmenden Alter liegt, oder ob meine früheren Lieblingsserien wirklich immer schlechter werden. Gerade habe ich festgestellt, dass Pro7 scheinbar zumindest dienstags gewillt ist, »Die Simpsons« zur besten Sendezeit zu zeigen. Werden also neue Folgen sein, denk ich und lehn mich sichtlich entspannt zurück. Wolldecke und Joghurt im Anschlag, der Kaffee dampft vor sich hin. Klar. Und dann kriege ich doch tatsächlich solchen Murks präsentiert, dass mir die Pellkartoffel von heute Mittag hochkommen möchte! Hab jetzt den Ton abgestellt und hör nebenbei lieber ein wenig gute Musik. Die Lacher könnte man nicht mal mit dem Elektronenmikroskop entdecken, so man denn wollte. Wie schrieb Kurt Cobain einst, bevor es ganz kurz sehr laut in seiner Garage wurde? »It’s better to burn out than to fade away.« Trifft wohl so manches Mal auch auf ehemals geliebte Serien zu. Ach, manchmal ist die Welt doch einfach nur traurig.

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Ballerspaß für die ganze Familie.

Donnerstag, 9. Juli 2009 § 4 Kommentare

waffen Ballerspaß für die ganze Familie.Hab gestern gesündigt, soll heißen, den Fernseher eingeschaltet. Fernseher? Ja genau, dieses Ding, das vor sich hin brodelt, wenn man auf einen fettfleckigen Knopf drückt und aus dem anschließend nach und nach stinkende Grütze herausläuft, die sich direkt ins Hirn frisst. Aber ach, was reg ich mich auf? Ohne das Fernsehprogramm gäbe es bestimmt auch keine, hm, eben keine Dinge, die es ohne das Fernsehen nicht gäbe. Nun ja, ich schweife ab.

Jedenfalls blieb ich gestern, sagen wir mal, interessierter als sonst auf irgendeinem Sender kleben. Es lief eine Sendung über Maschinengewehrwettbewerbe in den USA. Absurd, ich weiß. Aber es kam noch besser. Ein kleiner Teilnehmer outete sich, als man ihn befragte, als stolze fünf Jahre alt. Anschließend ballerte er weiter mit der MP, die er sich ausgesucht hatte. Die Eltern standen stolz daneben. Und ganz der Papa, denn der ballerte direkt neben dem Sohnemann. Natürlich am ganz großen Kaliber mit Standfuß. Uh.

Und noch besser: Für die Verrückten, denen das Durchlöchern von Zielscheiben und roten Tonnen auf Wüstensand zu wenig Laune brachte, hielt man nette Pappaufsteller von vermummten Arabern parat. Bisschen krass. Und da stellen Forscher hierzulande für teuer Geld Studien auf, schimpfen in selbigen über zunehmende Gewalt durch Schießereien in Computerspielen und so. Wow. Falls die mit ihren amerikanischen Kollegen einer Meinung sein sollten, dann scheint die Gewaltsteigerung sich auf virtuelle Waffen zu beschränken. Ich sag ja, absurd. Absurdes im Fernsehen, absurde Welt.

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Klappernde Schauwerte

Donnerstag, 7. Mai 2009 § 0 Kommentare

TVM%C3%BCll Klappernde SchauwerteNun brauch ich ja ab und an meine Portion Trash-TV. Zum Abschalten. Oder so. Hatten wir schon mal, klar. Schaue ja auch die Super Nanny, damit ich mich freuen kann, keine Kinder zu haben. Oder Peter Zwegats Sendung, damit ich mich freue, dass ich weitgehend schuldenfrei (leider nicht reich) bin. Und heute ist mal wieder Heidis Stelzenparade dran. Einmal mehr. Eigentlich sehr nett anzusehen, zumeist witzig – vor allem Rolfe. Aber gut, ich schweife ab. Eigentlich will ich doch darauf hinaus, dass man sich heute einen schönen Fauxpas geleistet hat: Setzen die doch tatsächlich Victoria Beckham in die Jury. Hm. Nicht, dass ich die nicht mag, was ich zwar natürlich auch nicht tue. Aber ist die nicht etwas fehl platziert? Klar, sie kann auch nichts (außer abnehmen), so wie alle anderen in dieser Sendung. Aber nun musste sich Germany’s Next Topmodel doch schon einiges an Kritik wegen diverser Ihr-seid-zu-dick-Kommentare gefallen lassen. Bisschen dumm gelaufen. Pikantes Detail dabei: Neben dieser Plastikgabel von einer Frau sieht die gute Heidi fast schon wie ein aufgequollenes Modelmütterchen aus. Dünner geht offenbar immer.

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Kamerakinder

Mittwoch, 15. April 2009 § 4 Kommentare

TVM%C3%BCll KamerakinderUh, Knastatmosphäre bei der Super Nanny. Da brüllt die werte Frau Mama mit voller Stimme durch die Zahnlücken (erstaunlich, wo sie sich morgens als erstes ein Lungenbrötchen gönnt) und drischt abwechselnd auf die Kinder ein, die im Übrigen scheinbar während der Prügelpausen auch nichts anderes zu tun haben, als sich gegenseitig zu vermöbeln. Heulen ist halt geil. Fraglich, wie das funktioniert. Kinder sind doch in Gegenwart fremder Menschen normalerweise zurückhaltender, kommen nicht ganz so sehr aus sich heraus. Tarnt sich der Mann mit der dicken Fernsehkamera, der auf Socken durch die Bude schleicht, als Topfpflanze? Nistet der sich schon Wochen vorher ein, damit die Kinder ihn als gleichwertiges Familienmitglied oder als Mobiliar akzeptieren? Wär alles abgekartet, müsste man’s doch merken, oder? “Du, Kleiner, hau mal deinem Bruder auf die Fresse.” Klatsch! Heulerei! Also ich weiß nicht… Würd da gern mal stilles Mäuschen spielen, wenn da gefilmt wird. Nur ganz kurz, damit mir nicht die Ohren von der Frau Mama dröhnen.

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Wo, zum Henker, bin ich?

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    PhanThomasPhanThomas ist der nicht ganz anonyme Autor dieses Weblogs. Er befasst sich laienhaft mit allem, was gesellschaftspolitisch oder sonst wie von Interesse sein könnte. Sein schlecht recherchiertes Halbwissen kaschiert er durch die willkürliche Einstreuung von mäßig verschnörkelten Artikeln zu seiner eigenen Wenigkeit, die er mit Vorliebe in der dritten Person verfasst.
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