Sonntag, 13. Mai 2012 §
Die FDP hat in Nordrhein-Westfalen … Nein, ich werde darüber jetzt nicht schreiben. Nein, hab ich gesagt! Omm …
Kommen wir zu was anderem. Als ich vor ein paar Tagen mit meiner Freundin über Dieses und Jenes philosophierte, kam ich darauf, dass ich früher immer Angst hatte, nur noch unlustige Witze zu erzählen, wenn ich mal alt wäre. Und dass ich ebenso nur noch über völlig dümmliche Gassenhauer lachen würde. Einfach, weil man Humor verlernt, dachte ich, weil er mit dem Alter schlechter wird, so wie, äh, Atem oder so.
Heute, viele Jahre später (Na gut, so viele nun auch wieder nicht.), glaube ich eher, dass es mit Humor ist wie mit den zweiten Zähnen: Er wächst einmal in einem heran und hat er dann einmal seinen Höhepunkt erreicht, dann ist dieser auch zugleich sein Endstadium. Humor ist wie eine Tätowierung, die man, wurde sie erst einmal auf die Haut gekliert, für den Rest seines Lebens mit sich schleppt, egal, wie schön oder hässlich sie nun sein mag. Otto ist ein schönes Beispiel dafür: Der reißt noch immer dieselben Witze, die er schon vor Äonen von der Bühne grölte. Die Ärzte übrigens auch, zumindest auf Platte.
Humor scheint nur über Generationen hinweg etwas ziemlich Veränderliches sein. So viele ältere Menschen sind so unheimlich unlustig. Aber es kann doch gar nicht sein kann, dass früher jeder nur schlechte Witze erzählt hat. Nun gut, früher war das Leben auch härter, es gab Krieg, Zahnfüllungen aus Amalgam, statt Schuhe wickelte man sich Lappen um die Füße und was weiß ich nicht alles. Vielleicht gab es einfach wenig zu lachen. Dem entgegen stehen aber zum Beispiel Heinz Erhardt oder Loriot. Deren Sketche sind heute noch urkomisch.
Oder empfinde ich das nur so? Ist Humor letztlich einfach nur Geschmackssache? Es muss einen Grund geben, weshalb Menschen, hm, beispielsweise über Mario Barth lachen können.
Egal, am Ende ist für mich nur wichtig, nicht das Abziehbild jener zu werden, deren Humor ich früher schon zum Fürchten fand. Um das Übel beim Namen zu nennen: Verwandte! Wenn ich an so manche Familienfeier denke, kräuseln sich mir heute noch die Zehnägel. Das hysterische Lachen angesäuselter Onkel und Tanten, die sich röchelnd die Bierbäuche halten … Nein, es ist schon ziemlich gut, dass ich so ganz anders ausgeschlagen bin.
Sollte ich also tatsächlich im Krankenhaus verwechselt worden sein, wie meine Eltern früher immer behaupteten, dann Gott sei Dank!
Montag, 16. April 2012 §
Der Irrsinn der Welt kennt keine Grenzen und ich muss mich wieder schwer wundern. Noch immer sind die Benzinpreise jenseits von Gut und Böse. Man hört von verzweifelten Tüftlern, die ihre Kleinwagen mit Müll betanken, was mich amüsiert, erinnert es doch an das Ende von »Zurück in die Zukunft«, ich lese auch von einigen, dass sie ihr Auto schlicht und einfach verkauft haben, um sich künftig auf den Drahtesel zu schwingen. Sehr löblich, das.
Und hier setzt der Irrsinn an. Denn liegt diese Lösung nicht irgendwie ziemlich nahe? Niemals in meinem bisherigen Leben habe ich ein Auto besessen. Inzwischen zählt mein Dasein siebenundzwanzig Lenze, folglich wäre ich seit über neun Jahren dazu berechtigt, mich motorisiert fortzubewegen. Habe ich niemals getan. Folge dessen, dass ich es nicht getan habe? Das Ausbleiben eines fetten Arsches. Einschränkung der Lebensqualität? Mitnichten.
Das ist ja immer ein bisschen die Argumentation derer, die nicht auf ihr Töfftöff verzichten möchten. Ich kann durchaus verstehen, dass Pendler auf ein Auto angewiesen sind. Gut, wenn man unbedingt chic im Grünen wohnen möchte, dann muss man in den sauren Spritapfel eben beißen. Ich kann auch nachvollziehen, dass es schwierig ist, eine eigene Familie ohne Automobil bei der Stange zu halten. Die ganze Bagage für den nächsten Urlaub in einen Bus zu wuchten ist vermutlich nicht der Weisheit letzter Schluss.
So Vieles kann ich verstehen, ja, aber Leute, die sich in einer mit meiner eigenen Lage vergleichbaren Lebenssituation befinden, kann ich nicht so ganz verstehen. Schimpfen und mosern über die Kosten muss schon sein, aber der Tank ist trotzdem voll. Ist ein bisschen wie bei denen, die meinen, es würde nicht mehr fürs Essen reichen, während sie in den Meckerpausen an der Fluppe ziehen. Vom Verlust der Mobilität ist da die Rede, von einer Beschneidung der Lebensqualität eben. Vom Untergang des Abendlandes geradezu.
Hm.
Für mich wäre die Tatsache, zusätzliche Steuern und Versicherungsbeiträge, eventuell eine Rate auf das überteuerte Vierrad, außerdem das teure Benzin und wiederkehrende Inspektionen irgendwie bezahlen zu müssen, eine deutlich größere Einschränkung der Lebensqualität, denn was ich an Mobilität hätte, würde im Portmonee definitiv sehr fehlen.
Ist das nicht alles reine Gewohnheit? Oder sehe ich das mal wieder völlig verquer? Erkenne ich des Pudels Kern einfach nicht?
Samstag, 14. April 2012 §
Auch ich fühle mich manchmal einfach nur overfordert. Wie gut, ja wie gut, dass man damit nicht allein ist.
Mittwoch, 4. April 2012 §
Uralt zwar, etwas unorthodox auch, ganz falsch ist es aber doch nicht. (Und lustig allemal.)
Mittwoch, 14. März 2012 §
Diese aktuelle Neiddebatte, die aus dem Wulff-Drama heraus entstanden ist, nervt doch ein bisschen. Überhaupt dieses Gejammere, den schnöden Mammon betreffend. Verdient jemand wie Günther Jauch zu viel Geld? Aber natürlich. Ist es in Ordnung, sich darüber zu ärgern? Nein. Unsere Wirtschaftsordnung basiert auf Angebot und Nachfrage. Wenn jemand wie Günther Jauch seine Arbeitsleistung anbietet, gibt es eben eine hohe Nachfrage. Nicht nur von den Sendeanstalten und Privatsendern, die ihn bezahlen, sondern vor allem von den Zuschauern, die ihn sehen wollen. Die Nachfrage ist hoch, den Günther gibt’s nur einmal. Folge des zu geringen Angebots: Der Preis ist hoch. Günther Jauch freut das. Continue reading “Angebot & Nachfrage” »
Dienstag, 21. Februar 2012 §
Die Welt der IT ist eine seltsame. So zerbrechlich, so unkoordiniert, so völlig unverständlich. Unverständlich vor allem, wie sie überhaupt dauerhaft existieren, sich entwickeln kann. Aber ach, hierzu vielleicht ein kleiner Vergleich …
Continue reading “Dachdecken vs. IT-Projekt” »
Samstag, 11. Februar 2012 §
So wie dem Ingenieur nichts zu schwör ist, so treibt es auch den Forschergeist stets tüchtig voran. Und deshalb habe ich soeben die zweite Sorte Root Beer ausprobiert. Laut Dosenaufdruck »made with aged vanilla«. Aha. Schlimmer kann’s kaum werden, dachte ich jedenfalls, und öffnete todesmutig, nicht einmal einen Kotzkübel in Reichweite bereithaltend, die Dose, darauf gefasst, mir einen weiteren Schluck flüssiger Schuhsohle einzuverleiben.
Tja, und was soll ich sagen? Wenn man sich bereits vorher darüber im Klaren ist, dass man sogleich nicht etwa ein süßes Erfrischungsgetränk, sondern eben flüssige Schuhsohle trinken wird, dann schmeckt das Zeug gar nicht mehr so widerlich. Nur noch ein bisschen widerlich sozusagen und weder kräuseln sich, wie befürchtet, die Zehnägel, noch stellt sich das (natürlich nur metaphorische) Rückenhaar auf. Vielleicht liegt’s an der Sorte, vielleicht auch nur an meinen seit gestern abgestorbenen Geschmacksknospen, ich weiß es nicht.
Muss ich aber trotzdem nicht mehr haben. In einer Welt, in der es Cola gibt, hat Root Beer irgendwie keine so richtige Daseinsberechtigung. Finde ich. Kuhpisse füllt man ja schließlich auch nicht in Dosen ab und fügt Vanillearoma hinzu.
Experiment beendet.
Freitag, 10. Februar 2012 §
Wie gut, dass man in Berlin wirklich alles kaufen kann. Spätestens im KaDeWe findet man, was man sucht. Wenn auch zu horrenden Preisen. Aber ach, man lebt nur einmal. Zumindest so lange, bis man die erste Dose Root Beer geöffnet hat und tatsächlich von dem Drang befallen wird, eine Flasche Ajax in einem Zug ausleeren zu wollen. Wahlweise reichte es vermutlich auch, an einem toten Stinktier zu lutschen, um den Geschmack im Mund aufzubessern. Bah!
Ich habe zwei Sorten von dem Gesöff hier. Wie ich gelesen habe, tut der Amerikaner wohl gern noch eine Kugel Vanilleeis in sein Wurzellimonadengetränk. Gut, Eis habe ich zwar keines da, aber es gab neben normalem Root Beer auch welches mit Vanillearoma. Gerade eben probiere ich das vanillefreie. Bah! Bah, bah, baaah! Wie mag da nur das mit Vanille schmecken? Da kräuseln sich mir jetzt schon die Zehnägel.
Hat was von Schuhcreme, die mit Zucker versetzt und anschließend liebevoll mit Teer verfeinert wurde. Ich sehe meinen eigenen Gesichtsausdruck gerade nicht, aber ich spüre, wie er versucht, einen Weltuntergang in Mimik zu pressen. Wie kann man so was nur gern trinken? Mir wird ja jetzt schon ganz schummrig.
Den Vanlletest gibt es dann vermutlich morgen. Sollte ich die Nacht überlebt haben, denn es würde mich nicht wundern, sollten sich meine Innereien in Kürze zersetzen.
Donnerstag, 9. Februar 2012 §
Ich gebe es auf. Es ist einfach nicht herauszufinden, inwiefern eine UN-Resolution zum Frieden auf Erden, bzw. in Syrien beitragen könnte. Oder ich erwarte zu viel davon. Wie so oft quasi. Gut, beschäftige ich mich eben mit was anderem.
Hat mal jemand Root Beer getrunken? Stephen King beschreibt das in seinem aktuellen Roman dermaßen schmackhaft, dass ich fast die Seiten abgeleckt hätte. Der Amerikaner an sich tut wohl sogar noch eine Kugel Vanilleeis zur Geschmacks-äh-verbesserung hinein. Ein Kollege meinte vorhin, das Zeug schmecke ziemlich widerwärtig. Und anderswo war zu lesen, ein Deutscher würde sich nach dem ersten Schluck mit hoher Wahrscheinlichkeit den Mund mit Fußbodenreiniger ausspülen wollen.
Gut, das ist mir Herausforderung genug. Ich werde versuchen, irgendwo hier Root Beer zu bekommen – in Berlin kriegt man ja irgendwie alles – und anschließend davon berichten. Ob das hier nun wen interessiert oder nicht! Man soll ja alles mal probiert haben.
Montag, 6. Februar 2012 §
Ich bin dieser Tage ein wenig irritiert. Ein wenig sehr. Ich versuche nämlich, hinter den Sinn der UN-Resolution gegen Syrien zu kommen, die von Russland und China bekanntlich blockiert wird. Und weil ich offenbar so gar nicht gebildet genug bin, habe ich mich erst einmal schlau gemacht und meinen Freund Wikipedia gefragt, was denn eine UN-Resolution überhaupt genau ist. In den Nachrichten erklärt einem das ja niemand. Da steht im Wortlaut:
UN-Resolutionen sind Beschlüsse der Vereinten Nationen, die das Ergebnis einer Aussprache bestimmter Hauptorgane schriftlich festlegen. Sie enthalten Bewertungen und Forderungen, die sich auf Interpretationen beziehungsweise den Wortlaut der UN-Charta beziehen.
Okay, klar soweit. Bashar al-Assad, Despot des Landes, lässt reihenweise rebellierende Landsleute meucheln – Männer, Frauen, Kinder, ganz egal, Hauptsache, der Aufstand wird niedergeschlagen. Dagegen sollte im Namen der Menschlichkeit was getan werden, so viel ist mal klar.
Nun wollen Russland und China das nicht. Teils aus Gründen der außenpolitischen Stabilität, teils aber eben auch auf rein wirtschaftlichen Interessen beruhend.
Mal angenommen, die Großmächte hätten einer Resolution zugestimmt. Was wäre das Ziel einer solchen? Hm, gute Frage. Sagen die Nachrichten ja auch nichts zu. Die SZ zitiert dazu jedenfalls:
Hauptziel sei es, “der Gewalt und dem Morden ein Ende zu setzen und die Zivilisten zu schützen”.
Aha. Und, ähm, wieee macht man das? Dem ein Ende bereiten? Zivilisten schützen? Indem man Herrn al-Assad verbietet, teuren Cognac ins Land zu importieren und ihm die Zigarren wegnimmt? Indem man ihm auf internationaler Bühne die Buhmannkappe aufsetzt? Ihm seine Augenarztlizenz aberkennt? Hm.
Oder doch ein Militärschlag, der das Land vermutlich direkt in einen Bürgerkrieg hineinkatapultiert? Davon ist bisher aber nie die Rede. Scheint so recht also eh nicht zur Diskussion zu stehen.
Na, die UN-Resolution wurde ja ohnehin abgelehnt, wozu also weiter in den leeren Raum hineinfragen? Ob man nun also Exporte nach Syrien stoppt oder, wie üblich, das Regime, uh, scharf kritisiert (ein herrlicher Ausdruck), den syrischen Machthaber mit dem fliehenden Kinn wird es kaum kümmern und es wird fleißig weitergemeuchelt, bis Ruhe im Karton oder einfach keiner mehr übrig ist. Solange auf Schweizer Bankkonten ein paar Milliärchen schlummern, kann der Rest der Welt ohnehin poltern, wie er will.
Tja, Außenpolitik ist schon irres Zeug. Ich komm da nicht so ganz hinter, wie das jetzt alles funktionieren soll. Ach.