Kurzsichtige Politiker

So, als Spielefan muss ich mich jetzt auch noch mal zu Wort melden, denn was aktuell wieder in Sachen „Killerspiele“ (Allein dieses Wort zeugt von absoluter Unkenntnis der Materie.) debattiert wird, ist absolute Obergrütze.

1.)
Die Politiker, allen voran der werte Herr Steuber, zäumen das Pferd von hinten auf. Es wird behauptet, der Amokläufer aus Emsdetten hätte nur deswegen um sich geschossen, weil er dies als Computerspieler bereits so gemacht hat und er dadurch desensibilisiert wurde. Tatsache ist doch eher, dass Menschen, die sozial ausgegrenzt werden, bzw. sich selbst aufgrund psychischer Probleme ausgrenzen, sich in virtuelle Welten, wie Spiele und das Internet flüchten, weil sie dort anonym Gehör finden und sich komplett aus ihrem eigenen Leben zurückziehen können. Manche Leute tun dies auch mit Büchern, soll man die auch verbieten, wenn ein „Leser“ mal ausrastet?

2.)
Laut Steuber ist es wissenschaftlich erwiesen, das Computerspiele die Hemmschwelle bezüglich Gewalt senken. Das ist einfach mal kompletter Unsinn. Verhaltensforscher lehnen diese Theorie ganz klar ab, und es gibt keinerlei Beweise für eine erhöhte Gewaltbereitschaft von Computerspielern. Die Gegenbehauptung von Pädagogen ist einzig darauf zurückzuführen, dass diese sich niemals mit dem Medium Computerspiel auseinandergesetzt haben. Sie sehen nur die Bilder, ohne deren genauere Bedeutung zu verstehen und bilden sich eine Meinung. Anders ist es nicht zu erklären, dass vor allem das über fünf Jahre alte Counterstrike an den Pranger gestellt wird, wo doch dieses ganz klar den Teamgedanken in den Vordergrund stellt und nicht das Töten von Menschen.

3.)
Vielleicht sollte man eher überlegen, wie es sein kann, dass ein Schüler über Jahre so ausgegrenzt werden kann, dass er total ins soziale Abseits gerät und einen Welthass entwickeln kann, der keinem normal entwickelten Menschen auch nur annähernd verständlich ist. Hätten hier Lehrer nicht helfen können? Verwandte? Schüler? Vielleicht sollte die Politik mal über Schulpsychologen nachdenken. Aber nein, die kosten ja Geld. Das Verbieten von Spielen kostet nichts, und niemand kann sagen, die Politik hätte keine Maßnahmen ergriffen.

4.)
Das stärkste Stück: Ein Teenager kann in Deutschland also ein Waffenarsenal besitzen, bei dem selbst John Rambo vor Neid grün wird. Rauchbomben, Rohrbomben, Schrotflinten und Pistolen. Läuft hier nicht vielleicht eher bezüglich der staatlichen Kontrolle was falsch? Das sind ja schon fast amerikanische Verhältnisse.

5.)
Wir haben bereits ein sehr gutes Jugendschutzsystem, das Minderjährige vor gewalttätigen Titeln schützt. Zudem werden Titel, die eine Tötung von Menschen in den Vordergrund rücken, indiziert und kommen somit überhaupt nicht auf den Markt. Diese Maßnahmen sind völlig ausreichend. Eine Kontrollfunktion, die darüber hinausgeht, sollten eigentlich die Eltern übernehmen. Wenn das in unserer Gesellschaft nicht funktioniert, dann läuft in diesem System schon mal etwas grundsätzlich falsch.

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Du möchtest einen Kommentar hinterlassen, weißt aber nicht, was du schreiben sollst? Dann nutze doch den KOMMENTAROMAT! Ein Klick auf einen der Buttons unten trägt automatisch die gewählte Reaktion in das Kommentarfeld ein. Du musst nur noch die Pflichtfelder ausfüllen und den Kommentar abschicken. :)

%d Bloggern gefällt das: