Schmutzige Wäsche

Ich weiß, es ist nicht schicklich, schmutzige Wäsche dort zu waschen, wo jeder sie sehen kann. Doch empfinde ich es irgendwie als kein erhabenes Gefühl, zwei Jahre lang als Seelentröster gedient zu haben, nur um dann, wo es der entsprechenden Person besser geht, fallengelassen zu werden, wie eine heiße Kartoffel. Ist ja auch praktisch, sich an einen Klotz (am Bein) anlehnen zu können, wenn man sich allein fühlt und aufgebaut werden möchte. Tja, und gewisse Idioten wie ich eignen sich dafür natürlich auch besonders gut, da Vertrauen eine scheinbar sehr nachteilige Charaktereigenschaft ist. Ich hab mich zu einer Dummheit verleiten lassen, die mich zwei Jahre lang betört hat. Und die Quittung erhalte ich jetzt in der Form, dass ich keine Audienz mehr bekomme, weil die besagte Person kein schlechtes Gewissen bekommen möchte – obwohl jenes schlechte Gewissen durchaus angebracht wäre. Denn nach dem Fallenlassen des vermeintlichen Idioten sollte man auch so standhaft sein, die bittere Pille zu schlucken und die Konsequenzen zu tragen. Das würde zumindest die Größe aufzeigen, die ich dieser Person zugedacht hätte. Nun besitzt sie diese Größe jedoch offensichtlich nicht, was sie meines Blickes entwürdigt. Und so wende ich mich ab und hinterlasse zwei wertvolle Jahre meines Lebens im Staub giftiger Erinnerungen.

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