Eine Geschichte, so voller Missverständnisse

Disclaimer:
Der folgende Beitrag spiegelt einige Diskussionen der letzten Tage, meine persönlichen Erfahrungen, von anderen Zusammengetragenes und vor allem meine ganz eigene Ansicht wieder. Die weiterführend besprochene Lobby wird vielleicht dazu neigen, mich als Unhold oder gar als Sexist bezeichnen zu wollen, was durchaus im Rahmen des Verständlichen liegen mag. Und dennoch denke ich, dass es nicht wenige Vertreter des anderen Lagers gibt, die mir zustimmen würden.

Eine Geschichte, so voller Missverständnisse
Wer etwas spitzfindig ist, wird sowieso schon wissen, von welchen Lagern ich im Disclaimer gesprochen habe. Es handelt sich um die Gattung Mann auf der einen und um die zu besprechende Fraktion Frau auf der anderen Seite. Vor allem letztere ist in unserem Kreis ja immer wieder gern Grundlage mehr oder minder tiefsinniger Gespräche und Vermutungen.

Das fängt ja schon damit an, dass Frauen immer gemeinsam auf die Toilette gehen müssen. Was machen die da? Sich dazu ermutigen, Bundespräsidentin oder gar Präsidentin der USA werden zu wollen? Ganz klassisch lästern oder sich gegenseitig einfach nur beim Pinkeln oder Schlimmerem zuhören? Männer konnten das Geheimnis bisher scheinbar nicht ergründen. Wahrscheinlich würde die Lösung dieser Frage nicht mal auf der Hand liegen, wenn man – Gott bewahre – Mäuschen an besagtem Ort spielen würde. Wir Männer dagegen… Aber das ist eine ganz andere Geschichte. Jedenfalls wird auf dem Klo die Fresse gehalten, so wie sich das gehört. Und Augen geradeaus!

Doch ich schweife ab. Eigentlich geht es mir viel mehr um den problematischen Prozess der Partnerfindung. Auch hier verhalten sich Männer und Frauen so gegensätzlich, dass es schier an ein Wunder grenzt, dass doch immer wieder Exemplare der gegensätzlichen Lager zueinander finden.

Das beginnt beim Findungsprozess an sich, womit wir beim ersten Missverständnis wären: Der gemeine Mann weiß sehr genau, was er will. Geht er mit einer Frau aus (ja „aus“, nicht „weg“), so ist da was im Busch. Er hat die fokussierte Frau dazu auserwählt, als mögliche Partnerkandidatin zu fungieren. Kurz gesagt: Geht er mit ihr aus, so will er mehr! Das ist immer so, und das kann er seinem Freundeskreis gegenüber dementieren, so oft er will. Möchte ein Mann sich nett unterhalten, so tut er dies mit ’nem Kumpel beim Bier. Nette Gespräche sind zwischen Männern und Frauen meistens ein Ding der Unmöglichkeit. Eigentlich – denn es gibt zwei, nein drei Ausnahmen: Entweder ist er homosexuell oder aber sie ist es. Oder aber, und das ist die dritte Möglichkeit, die beiden hatten schon mal was miteinander. In diesen Fällen ist ein „Weggehen“ mit netter Untehaltung durchaus denkbar und legitim.

Die Frau dagegen glaubt gern mal, dass ein Mann nur ihr Freund sein möchte. Sie glaubt, er würde sich mit ihr treffen, weil sie auf einer Wellenlänge liegen. Niemals würde sie auch nur vermuten, dass ER mehr wollen könnte, nach dem Motto: „DER doch nicht. Das ist ja totaler Unsinn…“ Liebe Frauen, das ist QUATSCH! Möchte ein Mann was mit euch unternehmen, so will er was von euch. Wer das abstreitet, der lügt. Das war auch schon immer so, also wann lernt ihr das endlich? Rückschluss des ganzen: Begegnet eine von euch mir, und ich will mich mit euch treffen, dann wisst ihr gleich, woran ihr seid. Also, sagt ja und meint es auch so oder verschwendet nicht meine Zeit.

Kommen wir zum zweiten der immer wieder missverstandenen Tatbestände: Frauen suchen Männer als Beschützer, um sich sicher und geborgen an seine kräftige Brust schmiegen zu können. Das ist natürlich totaler Unsinn. Jeder Mann, der schon mal eine halbwegs ernsthafte Beziehung geführt hat, weiß das. Sobald die Beziehung ein wenig in die Gänge kommt, wird die Frau das Ruder übernehmen. Dann ist das lockere Leben des Mannes vorbei. Er liegt quasi angekettet immer in Reichweite, hat Bericht über jede nicht alltägliche Unternehmung zu erstatten, muss sich ständig entschuldigen und hat leise zu sein, wenn Madame Kopfschmerzen hat oder schlafen will oder beides. Auch verzieht sie bei seinen Witzen, über die sie anfangs noch gelacht hat, spätestens jetzt das Gesicht. In diesem Augenblick beginnt die totale Kontrolle seiner Person durch SIE. Ich für meinen Teil sage ja schon seit Jahren, dass den Frauen eventuell die Emanzipation nicht bekommt, aber lassen wir das… In jedem Fall bekommt die Emanzipation UNS nicht.

Damit wären wir auch schon bei Teil drei angelangt: bei der Trennung. Das imaginäre Buch der Missverständnisse besagt, dass Frauen unter einer Trennung sehr leiden, während er, der harte Hund, sich sofort wieder ins abenteuerliche Singleleben mit Freunden, Bier und neuen Frauen stürzen wird. Konsequenterweise ist auch dies natürlich absoluter Blödsinn. Ich kenne nur einige Fälle, die sich wirklich so verhalten haben. Und diese sind lediglich die Ausnahme von der Regel. Und die Regel besagt, dass die Frau in diesem Fall in Wirklichkeit die Eier hat. Grundsätzlich wird sie sich von ihm trennen, denn er glaubt, am Ziel zu sein, freut sich darüber, sich nicht mehr mit dem Partnerfindungsprozess abmühen zu müssen und genießt einfach. Ist es für sie soweit, so wird sie aus folgendem Trennungsgrund-Pool einen auswählen:

1.) „Ich weiß nicht, ob ich dich noch liebe, jedenfalls sind meine Gefühle für dich weg/weniger stark.“
2.) „Du, ich muss dir was sagen. Ich hab da jemanden kennengelernt…“
3.) „Du hast dich so sehr verändert. Ich komme damit einfach nicht klar.“
4.) „… Also, es liegt ja nicht an dir. Es liegt an mir. Und kannst du mich nicht einfach hassen?“

Optional zu kombinieren mit:

„Lass uns doch Freunde sein“, was sich nicht unbedingt mit Punkt 4 verträgt.

Diese Liste ist sicherlich nicht abschließend. Doch egal, welchen der genannten oder nicht genannten Gründe sie auch wählen mag, er wird in jedem Fall aus allen Wolken fallen. In der nun folgenden Zeit wird er dahinvegetieren, sich selbst bemitleiden und braucht viel Anlauf, um wieder ins Leben zurückzufinden. Er wird jeden Weg ein Stück weit gehen müssen, bevor er den „echten“ Pfad wiederfindet, was mit Tränen, Wut und Alkohol verbunden sein kann – ein Hoch auf die dann hoffentlich vorhandene Freundesschar. Sie dagegen wird den Fall als abgehakt betrachten und muss nun erneut wählen: nämlich die Zeitspanne, die gewöhnlich eine bis maximal drei Wochen beträgt, um die nächste Beziehung angehen zu können, ganz als wäre nichts gewesen. Und der neue wird nicht wissen (weil wir Männer das leider zu gern vergessen), was ihm nun blühen wird…

Kommen wir also zum Fazit. Doch, wie fällt dieses Fazit aus? Nun, unbefriedigenderweise kann ich das nicht wirklich sagen. Das Leben eines Mannes mit einer Frau an seiner Seite ist auf Dauer jedenfalls wenig erstrebenswert. Ohne ist es jedoch genau das gleiche. Es gilt wohl, selbst zu entscheiden, womit man letztlich am wenigsten unglücklich lebt – am besten einfach ausprobieren. Wahrscheinlich ist es sogar so, dass sich die Wunschphasen Partnersuche Beziehungskiste und Singleleben zyklisch abwechseln. Man(n) will eben wirklich immer genau das haben, was man derzeit nicht haben kann. Oder, wie erst kürzlich ein Kollege zu mir sagte: „Your neighbor’s grass is always greener.“

2 Kommentare

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Du möchtest einen Kommentar hinterlassen, weißt aber nicht, was du schreiben sollst? Dann nutze doch den KOMMENTAROMAT! Ein Klick auf einen der Buttons unten trägt automatisch die gewählte Reaktion in das Kommentarfeld ein. Du musst nur noch die Pflichtfelder ausfüllen und den Kommentar abschicken. :)

%d Bloggern gefällt das: