Ende der fetten Jahre

Ich bin dieser Tage ja sehr zwiegespalten. Alle Welt spricht von der Finanzkrise, und da ich ja ein politisch durchaus sehr interessierter Mensch bin, mach ich mir natürlich auch so meine Gedanken. Jetzt bin ich an einem Punkt angekommen, an dem es mir weitgehend schwer fällt, mich zu einem Standpunkt zu bekennenn, was das allgemein geplante Vorgehen einiger Regierungen betrifft – mittlerweile ja auch unserer Staatsführung, wie man an der Hypo-Real-Estate gesehen hat.

Natürlich könnte man jetzt nicht einfach tonnenweise Banken und später vielleicht weitere Unternehmen den Bach runtergehen lassen, dabei schadenfroh zuschauen und sagen: „Ha ha, das habt ihr nun von eurer Zockerei!“
Nein, damit schneiden wir uns alle nur ins eigene Fleisch. Für’s Nichtstun kann ich persönlich also nicht einstehen. Aber so lautet ja auch gar nicht der Plan. Der nämlich ist auf eine abartig zynische Art und Weise viel, viel perfider.

Ich meine, der Steuerzahler soll jetzt ausbaden, dass Maßanzugträger mit schnittig nach hinten geöltem Haar jahrelang die dicke Kohle an den Märkten gemacht haben, als stünden sie im Kasino beim Roulette. Prinzipiell wäre mir das egal, wäre da nicht dieser eine, klitzekleine Haken: Ich BIN einer dieser Steuerzahler! Hab ich was davon gehabt, dass die Herren dort erst Blut geleckt und dann scheinbar den Hals nicht vollbekommen haben? Jetzt dagegen blutet ihnen von ihrer eigenen Raffgier der Arsch, und der kleine Mann soll das heilende Pflaster sein. Mich selbst wird das vielleicht nicht so sehr tangieren, aber was ist mit Familien, die schon jeden Cent zweimal umdrehen müssen, die im Winter vielleicht frieren, weil die Heizkosten den Etat sprengen würden? Die nette Tante vom Aldi soll diesen Schweinen mit seidenem Hut die Anzüge wieder glatt bügeln, damit deren Auftreten auch bald wieder zur Rolex passt, die jetzt wahrscheinlich beschämt in den Schrank gelegt wurde. Da kocht doch der Zorn des Volkes in mir hoch!

Aber vielleicht würde er ja auch endlich mal das Fass zum Überlaufen bringen, dieser Volkszorn. Irgendwann muss der Punkt doch mal erreicht sein, an dem der kleine Mann in die Luft geht. Armani-tragende Vogelscheuchen, die an Straßenlaternen hängen, könnten ein süffisanter Anblick sein, wären ein wirksames Mittel gegen die Taubenplage und vielleicht auch ein eher abschreckendes Beispiel für all die Zocker, als unsere strunzdummen Politiker, die deren Verhalten mit ihrer gehaltlosen Wortgrütze scharf verurteilen.

So, das hat jetzt sehr gut getan!

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