iGesülze

Dass sich bei Apple Inc. (vormals Apple Computer Inc.) alles ums Design dreht, dürfte mittlerweile sogar beim Hausmütterchen angekommen sein, die beim Staubsaugen immer mal inne hält, um neue Musik auf ihrem iPod auszuwählen. Papa spielt derweil mit seinem Mac rum und hat noch immer nicht kapiert, wie das Dateisystem funktioniert (‚Auf dem alten PC gab’s doch Laufwerk C, und wo ist der Arbeitsplatz?‘), während die Tochter endlich ihr MacBook Air haben will – für die Schule und so, ganz klar.

Diese Durchdringung hat das Unternehmen ganz sicher nicht wegen seiner funktional fantastischen Produkte erreicht, sondern einzig und allein über das Design. Der Mensch ist halt ein Augentier, wird es auch immer sein. Und deswegen zieht sich das bei Apple durch’s ganze Programm. Jede Veranstaltung eine kunstvolle Inszenierung, jedes Produkt eine Augenweide, selbst die Werbespots fesseln in ihrer schlichten Anmut.

Umso mehr wundert es mich, weshalb es Apple scheinbar T-Mobile überlassen hat, Werbung für das iPhone zu machen. Hier werden gnadenlos Perlen vor die Säue geworfen: Während das tatsächlich zeitlos schöne Telefon gezeigt wird, quatscht eine Stimme aus dem Off den Zuschauer im Du-Slang voll (Slang ist es wirklich. Beispiel: „[…] Dateien runterladen, richtig schnell.“). Die Musik geht dabei gerade noch in Ordnung, erzeugt jedoch eher gemütliche Wohnzimmeratmosphäre, statt zum modernen Lifestyle des gehobenen Mittelstandes (meiner Meinung nach die Hauptzielgruppe) zu passen. Doch warum bitte dieser hirnverbrannte Sprecher? Die iPod-Werbung benötigt doch auch keine unsinnigen Erklärungen. Einfach nur grausig, das.

Und falls sich jetzt jemand fragen sollte, ob PhanThomas am Samstag Abend nichts besseres zu tun hat, als sich über diese Lappalien aufzuregen, dann kann ich nur sagen: Nein, hat er nicht! Aber wenn ich mir im Fernsehen gerade die Schnapsleichen auf dem Oktoberfest ansehe (Warum wird da Viva Colonia gegröhlt!?), dann finde ich das überhaupt nicht schlimm und mache es mir gleich noch ein bisschen gemütlicher – wie man das eben so macht, wenn man alt wird und nur noch über dumme Werbespots meckert.

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