Danke für nichts!

Ja, Zeter und Mordio, was hab ich mich heute schon wieder aufgeregt über unsere werte Regierung. Da hängt sie in Berlin aufeinander, Rot und Schwarz eng umschlungen im Ringkampf, ergibt sie gemischt ja dunkelrot und möchte doch ach so sozial sein in Zeiten der Krise. Der kleine Mann soll ihn nun kriegen, den zusätzlichen schnöden Mammon, um das Rad der Konjunktur wieder kräftig anzukurbeln.

Wie war das jetzt gleich? Ganze 22 Euro mehr im Monat fallen für mich ab? Ui, da könnte ich die Verluste der höheren Krankenkassenbeiträge ja fast mit ausgleichen. Aber ach, ich soll ja in einen zombieartigen Shoppingrausch verfallen. Wie wäre es mit zwei Mal Friseur im Monat? Oder doch nur einmal, aber dafür richtig? Ich könnte auch ein paar Lampen mehr in meine Bude stellen und so die Stromrechnung in die Höhe treiben. Legt die Regierung noch ein bisschen was drauf, reicht’s sogar fast für ’nen Puffbesuch. Dem Hören nach hätte die Pornoindustrie ja auch gern ein kleines Milliardenpaket. Zwei Fliegen mit einer Klappe. Hach, ist fast wie bei Ikea: Entdecke die Möglichkeiten.

Bei allen Politikern von Rot und Schwarz, die jetzt grinsend dreinschauen, als hätten sie im Kollektiv einen Kürbis ausgeschissen, scheint wirklich Hopfen und Malz verloren zu sein. Wie kann man nur so unter Realitätsverlust leiden? Oder kann man das bei denen unter Betriebsblindheit verbuchen? In den letzten Jahren ist alles signifikant teurer geworden. Ich muss als Beispiel nicht erst wieder das mittlerweile totgelatschte Automobil hervorkramen. Dass deren Industrie jetzt heult, ist hausgemacht. Die haben schließlich noch nie Autos verkauft, wussten es nur nie.

Nein, jeder wird selbst wissen, wo’s teurer geworden ist. Nebenbei hat der raubkapitalistische Markt stets eine dicke Rendite von den wirtschaftenden Unternehmen gefordert, was stets zum Aderlass bezüglich der Lohnsteigerungen der Beschäftigten geführt hat. Nebenbei hat es das Statistikamt geschafft, die Preisanstiege, die über die Jahre dahergaloppiert kamen, schön zu rechnen. Daher drängt sich mir doch dringend die Frage auf: Sind 22 Euro nicht ein bisschen wenig?

Wenn man als Regierung schon beginnt, alles, was man an Geld nicht hat, so lange hin und herzuschieben, bis ein paar Euro für den armen Bürger abfallen, der doch bitte wieder mehr ausgeben soll, dann müsste man doch mal auf den Trichter kommen, dass die gesamte, ja wirklich die gesamte (!) Abgabenpolitik falsch läuft. Ja meine Fresse, kann es vielleicht sein, dass Steuern und sonstige Abgaben wie ein gigantischer Felsbrocken auf den Schultern der Bürger liegen? Schon mal darüber nachgedacht, daran was zu ändern? Wir leben in einem Land, in dem Vorstände sich jedes Jahr Einkommenserhöhungen jenseits der zehn Prozent gönnen, hinein in die Multimillionen. Wir leben in einem Land, in dem es Milliardäre gibt, die mit ihrem Geld nichts Besseres zu tun haben, als es weiter anzulegen! Schon mal darüber nachgedacht, daran was zu ändern?

Ich glaub’s ja nicht, und ich glaube auch nicht, dass hier noch mal ein Denkprozess einsetzt. Ich wünschte, die Wahl in diesem Jahr würde den werten Herren aus Berlin mal einen Denkzettel verpassen. Ihre 22 Euro können die sich jedenfalls sonstwo hin stecken. Danke für nichts!

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