Die Dummschwätzer

Heute auf einem wirklich unglaublich hässlichen Sticker in der Bahn gesehen:

„Deutsch sein – Für diese Freiheit kämpfen wir“

Das ist die mit Abstand dümmste Neonaziparole, die mir je untergekommen ist. Ich meine, wie ist man denn so richtig deutsch? Mit Glatze und Knüppel und so? Und was ist daran frei? Und vor allem, weshalb muss man andere verhauen, um frei zu sein? Prügel macht frei oder was? Na ja, auf die Erklärung werd ich wohl warten müssen.

Bisher waren meine Lieblingsparolen ja:

„Deutsches Geld für deutsche Arbeit!“

und

„Kriminelle Ausländer raus!“

Die beiden liest man, wenn man aus Brandenburg kommt und kurz vor den Landtagswahlen an den Laternen ganz nach oben schaut – genau dort hin, wo eigentlich keiner hinguckt und wo die Linken garantiert nicht rankommen. Denn da hängen sie, die Wahlplakate der berüchtigten DVU. Deutsches Geld für deutsche Arbeit zu erhalten ist ja schon mal gar nicht so verkehrt, denn so hält man die Kohle beisammen. Ist fast wie der Energieerhaltungssatz. Kommt nur in Zeiten des Euro etwas doof, weil die anderen ja auch die Währung haben. Und außerdem sind wir ja Exportweltmeister, oder? Wenn wir jetzt alles im Land behalten, dann ersticken wir noch an unserer eigenen deutschen Scheiße. Und was ist denn eigentlich deutsche Arbeit? Da wären wir wohl wieder bei den Knüppeln.

Der Slogan mit den kriminellen Ausländern ist dann schon wieder irgendwie elegant. Ich meine, ‚Ausländer raus‘ kann ja jeder. Aber die kriminellen Ausländer gehen doch immer, oder? Okay, Roland Koch hat das auch versucht, und es ging in die Hose. Aber hey, geschadet hat’s ihm letztlich dann ja doch nicht so richtig. Zumindest waren die von der SPD zu blöde, die Steilvorlage zu nutzen. Aber das mit den Ausländern kann man auf jeden Fall mal probieren. Ist auch nicht mehr ganz so radikal wie früher. Würd mich mal interessieren, womit sie’s beim nächsten Mal versuchen. „Ausländer zumindest im Urlaub raus“? „Deutsche Euromünzen für deutsche Arbeit?“ Vielleicht sollte ich der alten Heimat mal einen Besuch abstatten, wenn’s soweit ist.

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