SpOn haut daneben.

Oha, Spiegel Online schreibt in seiner Kultursparte ein paar Worte zum Film „The Wrestler“, den ich übrigens für ein äußerst gelungenes Stück Minimalismuskino halte. Und wie es wahrscheinlich auch an anderer Stelle einige hochnäsige Kulturkritikerklopse gibt, die den Kontext des Films nicht kapiert haben, sieht auch die werte Schreibliese dieses Artikels den Untergang des Abendlandes in den von ihr besprochenen, bewegten Bildern. Beispiele gefällig?

Am Ende ist es eine Geschichte über die Ungnade, die Maßlosigkeit und die Gewaltlust des Publikums selbst geworden.

Der Illusionismus der Darbietung ist der Menge egal. Sie will glauben, dass sich Menschen auf Bestellung gegenseitig ihr Hirn herausprügeln. Und es will immer mehr davon.

Mag die werte Dame mit der zweiten Aussage ja die Zielscheibe gerade noch so im Randbereich getroffen haben, so muss ihr doch gewaltig jemand ins Hirn geschissen haben, wenn sie erstere Aussage wirklich für des Pudels Kern hält. Geht’s nicht viel mehr um die körperliche und seelische Zerbrechlichkeit eines Menschen, der äußerlich ein unbezwingbarer Hühne zu sein scheint, der obwohl von so gewaltiger Erscheinung, nicht in der Lage ist, aus seiner eigenen, eng umrahmten Welt auszubrechen? Na, ich hab wohl einfach keine Ahnung.

Sehr gut gefallen hat mir dann aber doch wieder ihre ihre Beschreibung zu Mickey Rourkes Gesicht:

Augenlider, die irgendwie über seine dunklen Knopfaugen Augen gezurrt wurden. Darunter eine Nase, die jemand aus Fertig-Knödeln modelliert haben muss und ein Mund, in dem das spitzbübische Lächeln, wie man es von Rourke aus dem Erotikthriller „9 1/2 Wochen“ kannte, auf abstoßende Art festgemeißelt scheint. Es ist die Visage eines tragischen Freaks.

Auf eine solche Beschreibung kann auch wirklich nur eine Frau kommen. Hach, jetzt fühle mich grandios unterhalten.

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