Dann eben doch was zum Thema…

So, jetzt, da die ganze Debatte um die sogenannten Amokläufe von verzweifelten Schülern zugunsten der Wirtschaftskrise ein wenig zurücktritt, will ich doch noch einige Worte zum Thema verlieren, auch wenn ich mir vorgenommen hatte, zu schweigen.

Die Hoffnung auf gute Berichterstattung der etwas seriöseren Presse habe ich nach all dem Schund, der in den letzten Tagen auf die Schnelle zusammengekittet wurde, endgültig aufgegeben. Wahrscheinlich ist es schon falsch, das Wort Seriosität überhaupt mit jeglicher Berichterstattung der Presse in Verbindung zu bringen. Denn natürlich hat man wieder die erstbeste Hexe herbeigezerrt, um sie öffentlich auf dem Scheiterhaufen zu verbrennen. Das Internet und die ach so bösen Computerspiele (Das Wort „Killerspiele“ möchte ich nicht verwenden.) sind schließlich Medien, die von den berichtenden und zuweil schimpfenden Organen nicht verstanden werden. Und was man nicht versteht, ist schließlich beängstigend.

Anders ist es nicht zu erklären, dass hier der Untergang des Abendlandes befürchtet wird, während niemand auf die ebenso nahe liegende Idee kommt, die Filmindustrie zu verteufeln. Die bringt schließlich Machwerke hervor, die nur das Licht der Welt erblicken, damit Kinogänger sich daran erfreuen können, wie Menschen möglichst bestialisch in mundgerechte Häppchen zerlegt werden. Das Schlimme ist, dass dieser Schund auch noch Scharen von Schaulustigen in die Lichtspielhäuser zieht. Aber das Medium Film wurde eben verstanden und akzeptiert, weshalb sich darüber niemand mehr beklagt.

Dass die wahren Gründe für solch fatale Taten ganz woanders liegen, muss ich an dieser Stelle ja eigentlich nicht erwähnen. Erwähnenswert ist allerdings, dass man diese Ursachen einem sensationsgeilen Publikum nicht greifbar darstellen kann, was wohl der Grund sein muss, weshalb dann eben nach so fadenscheinigen Begründungen wie gewaltfördernden Computerspielen gesucht wird. Denn nur damit erreicht man eine breit gefächerte Aufmerksamkeit, angefangen beim Pöbel, bis hoch in die Bildungselite. Nur das bringt eben Publicity, und darauf kommt es an.

Und so frage ich mich, ob ich wohl den Tag noch erleben werde, an dem man beginnen wird, tatsächlich Ursachenforschung zu betreiben, statt sich wie Geier auf zweifelhafte Thesen zu stürzen und massenweise Verbote und Verordnungen zu erlassen, nur weil das weniger Geld und Anstrengung kostet, als Mängel und Fehler in unserer Gesellschaft zu suchen und zu beseitigen.

Update:

Da ich doch besonders auf das Thema Spiele eingegangen bin, hier noch mal das hervorragend diskutierte Expertengespräch der Redakteure von GameStar und GamePro:

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