Angeeckt. Bam.

Ach, das Alter. Zumeist möchte man ja meinen, dass sich der voranschreitende Verfall, oder nennen wir’s mal, die zunehmende Weisheit, still und langsam ins irdische Dasein einschleicht. Das Alter, es umgarnt einen, macht großzügige Geschenke, zeichnet Komplimente in die Gesichtszüge und und und. Ohne, dass man’s merkt, wird man dabei längst hintenrum beraubt, es wachsen bereits ganze Generationen von „neuen“ Menschen im Schatten des eigenen Lebenslaufs heran. Ach, und so lebt sich’s dahin. Doch dann: der große Knall. Mit der gusseisernen Bratpfanne wird einem ins Bewusstsein gedroschen, dass man nicht mehr überall „state of the art“ ist. Uh. Gestern geschehen in der N8schicht in Bonn. Waren kaum eine Stunde auszuhalten, die ganzen jungen Hüpfer (Mädels waren in der Überzahl) mit ihren geschätzten 18, 19 Jahren. Mit ihren bunt getupften, an Schwangerschaftsmode erinnernden, Überwurftrachten. Wie sie sich vage nuttig zu sowas wie Musik räkelten, die ich nicht kannte, dass einem der Geschmack des Bieres fast schon vergällt wurde.

Nun mag man sagen, ach der spinnt. Der übertreibt. Der macht sich wichtig. Alles richtig, schließlich ist dies hier ein sehr selbstbezogenes Statement meinerseits. Dennoch fühlt man sich in solch einer Situation ein wenig wie ein Schuss ranziges Öl in klarem Wasser. Wie ein Paar zusammengerollter Sportsocken im Kühlschrank. Wie ein Banker auf dem Parteitag der Linken eben. Kurz gesagt: Ich gehörte gestern eindeutig zum alten Eisen. Angeeckt. Bam. Glücklicherweise gibt’s hier, wo’s sonst nichts gibt, noch ein paar andere abendlich nutzbare Aufenthaltsörtchen für angehende Ausschussware wie mich.

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