Oh Gott, er tut es schon wieder.

Einmal mehr sei der geneigte Leser eingeladen, sich einen meiner unsinnig langen Blogtexte durchzulesen, die für diese Art Plattform denkbar ungeeignet sind. Eine weitere Abhandlung zum Menschen im Umgang mit sich und seinesgleichen. Keine direkte Fortsetzung, eher im Geiste. Dennoch, Teil I gab’s [hier].

Tödlich kreativ II

Lässt man sich über den schier ins Unendliche reichenden Unsinn des menschlichen Verstandes aus, so kommt dies im Allgemeinen offenbar gut an, wie ich ein ums andere Mal feststellen konnte. Und weil wir uns alle auf diesem Gebiet so unheimlich bespaßt fühlen, sollten wir vielleicht noch ein wenig verweilen. Das fettig wabbelige Ding hinter unserem Dickschädel, das eher einem seltenen, dafür aber äußerst schmackhaftem Pilz namens »Fette Henne« gleicht, sondert ja genügend geistige Grütze ab, über die wir einmal mehr gierig herfallen können. Na dann, Füße hochgelegt und wohl bekomm‘s…

Die Titelthemen Tod und Kreativität zusammen zu bringen, ist im Allgemeinen nicht schwer, ganz egal, wo man mit seinen Erörterungen auch beginnen mag. Der Höflichkeit halber beginnt man vorn. Und vorn meint in diesem Fall beim altehrwürdigen Keulenschwinger – nicht bei der gemeinen Hausfrau, sondern beim kauzigen Vorfahren. In Zeiten, als noch alles neu und weder Rasierapparate noch Energiesparlampen erdacht worden waren, fiel es ausgesprochen leicht, neuer Erfindungen habhaft zu werden. Den Anfang dürfte hier der handelsübliche Stein gemacht haben. Diese Errungenschaft war leicht herzustellen, anders als neue VW-Golf-Modelle stets vorrätig und zudem äußerst vielseitig einsetzbar. Man konnte allerhand Nahrung zerkleinern, auf andere Steine draufschlagen und so lustige Töne erzeugen, und wenn der Säbelzahntiger dreimal klingelte, ließ dieser sich mit Hilfe einiger schwerer Klamotten sicher auch wunderbar in die Flucht schlagen. Und wo Kreativität ist, nun, da ist der Tod nicht weit. So dürfte es letztlich nicht lange gedauert haben, bis ein kluger Kopf herausfand, dass man eben jenen klugen Kopf am besten damit durchsetzte, dass man andere, weniger kluge Köpfe, mit Freund Stein kollidieren ließ. So macht man Evolution. Sollte mich nicht wundern, wenn diese Genialität die Ausbreitung des Menschen über den Planeten um einige tausend Jahre zurückwarf.

Die nächste Erfindung, die aus einer ganz speziellen Gattung Stein resultierte, war das Feuer, erzeugte doch das Zusammenschlagen von Steinen nicht nur vorsintflutzeitliche Technomusik (die sich auf diese Art bis zum heutigen Tag treu geblieben ist), sondern ließ auch hübsche Funken entstehen. Sicher hat man den ersten Funkenerzeugern aus Angst vor bösem Zauber mit den Feuersteinen noch den Schädel eingedroschen, bevor man sich letztlich doch einig darüber geworden sein dürfte, dass so ein wärmendes Feuer gerade im Winter mangels serienmäßig vorhandener Zentralheizung eine dufte Sache war. Und den Säbelzahntiger ärgerten beleuchtete Höhlen wohl einmal mehr. Tja, und bezüglich des Feuers blieb bis ins dunkle Mittelalter auch erst mal alles bestens. Wie gesagt, bis dahin. Denn das Mittelalter war ja gerade deswegen so dunkel, weil man mit dem Feuer nicht mehr die Häuser heller und wärmer machte, sondern lieber den Hintern des ungeliebten Nachbarn in Brand setzte. Wer den Auflagen christlicher Zensurbehörden nicht entsprach, kam nun also auf den Grill, am besten vorsichtshalber gleich im Kollektiv mit der Familie und ein paar Bekannten. Ein klasse Fernsehersatz war das – und dabei so günstig in der Herstellung. Schließlich musste der Henker mit der Fackel nur die Reihe ablaufen, jeweils einmal kurz den Arm senken, und schon stand der nächste im schmerzlich züngelnden Rampenlicht.

Überhaupt schien man zur Zeit gepanzerter Barbaren und mordlüsterner Päpste ziemlich einfallsreich gewesen sein, wenn es darum ging, die gut gemeinten Helferlein der schädelzertrümmernden Urmenschen als Entertainmentrequisiten bei den allseits beliebten Hinrichtungen zu missbrauchen. Mag das beim Feuer irgendwie noch nachvollziehbar sein, schließlich kann man ja schon mal leicht versehentlich, nun, jemanden anzünden, so zeigt doch ein anderer Hinrichtungsgegenstand ganz besonders die Perversion des menschlichen Verstandes, seinem nächsten immer das Schlimmste bescheren zu wollen. Das Rad. Nichts liegt doch wohl ferner, als ein praktisches Utensil, das den Ägyptern eine Menge Buckelei ersparte und heute die Grundlage deutscher Schlüsselindustrien bildet, als Mordinstrument zweckentfremden zu wollen. Warum musste man erst jemanden auf ein gigantisches Rad spannen, um ihm dann mit Knüppeln die Knochen klumpig zu schlagen? Weil es unbequem war? Weil so ein Rad doch irgendwie immer ästhetisch wirkte und das Stadtbild nicht verschandelte? Man weiß es nicht.

Doch genug im Themenbereich mangelhafter Tötungseffizienz verweilt. Reisen wir doch ein Stück weiter. Zum Schießpulver! Als man es nun endlich mal so richtig krachen lassen konnte, dauerte es nicht lange, bis eine geeignete Verwertungsmethode für diese Genialität menschlichen Erfindungsreichtums gefunden war: die Schusswaffe. Statt mit aller Kraft draufzuhauen, musste man jetzt nur noch einen Finger krumm machen, wenn man ein bisschen Hirn durch die Gegend spritzen sehen wollte. Nun werden Anhänger spaßiger Tiertötungsorgien garantiert aufschreien und erzählen wollen, dass die Schusswaffe doch ein Jagdinstrument sei. Okay, das mag bis zu einem gewissen Punkt stimmen. Aber da kann ich dennoch zurück feuern. Denn ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass eine geschossene Wildsau sonderlich schmackhaft aussieht, wenn ein pizzatellergroßes Loch in ihrem Bauch klafft. Viel mehr ist es doch so, dass kleine Einschusslöcher im Kopf des verhassten Feindes seit jeher langweilig sind. Denn das konnte selbst der gute, alte Stein schon besser. Und Maschinengewehre? Knallt man damit Vogelschwärme vom Himmel? Von der jagdtechnischen Sinnhaftigkeit strategischer Artillerie muss ich hier gar nicht erst anfangen.

Wer gut aufgepasst hat, wird festgestellt haben, dass in dieser Abhandlung bisher gerade die wichtigsten Erfindungen der Menschheitsgeschichte angesprochen wurden. So soll‘s auch bleiben. Also auf zur Elektrizität. Yeah! Dass Strom gefährlich ist, bekamen auch schon die felltragenden Steinliebhaber zu spüren, wenn sie von einem gezielten Blitzschlag augenblicklich zur Erdölgrundlage verarbeitet wurden. Schlaue Leute wie Edison und Tesla kamen viel später auf die Idee, elektrische Energie sinnvoll einzusetzen. Endlich konnte man Licht in die Bude bringen, ohne Angst haben zu müssen, die ganze Nachbarschaft abzufackeln. Und endlich war die Grundlage für geldgierige, monopolistische Energieriesen geschaffen worden. Ein nicht weniger kluger Kopf musste sich derweil wohl überlegt haben, dass qualitativ minderwertige, ständig zerplatzende Glühbirnen auf Dauer langweilig sind. Könnte man mit Strom nicht auch andere Dinge platzen lassen? Augen zum Beispiel? Bingo! Schnell war der elektrische Stuhl erfunden, was so ziemlich jeden gefreut haben dürfte: Für abendliche Unterhaltung war wieder gesorgt, und den Energiemultis spülte die volt- und wattlastige Zitterpartie ordentlich Cash in die Kassen. Die Bedenken der Hinrichtungsgegner und des Zappelphilipps auf dem Stuhl konnte man da getrost vernachlässigen.

In diesem Sinne hier die Preisfrage: Was ist noch wirkungsvoller als ein bisschen Energie? Nun, viel Energie natürlich. Nichts bringt mehr Energie in die Bude als eine zünftige Kernspaltung. Mag sich mir die Funktionsweise der Atomtechnologie mangels physikalischem Background entziehen, so weiß das Resultat doch zu überzeugen, hält Atomstrom doch zumindest theoretisch den Energiepreis unten. Des einen Freud ist jedoch bekanntlich des anderen Leid. Besonders im fernen Japan. Denn Uncle Sam, der zuerst die krude Idee, mit Hilfe des Atoms auch ordentlich Rabatz zu machen, umgesetzt hatte, ließ sich seinerzeit schlecht gelaunt im asiatischen Raum blicken und sorgte mit seiner bösen Bombe dafür, dass das Land der aufgehenden Sonne seinem Namen alle Ehre machte. Eine fürchterliche Sache. Jedoch wohl nicht fürchterlich genug, und so ließ man‘s gleich noch mal richtig krachen. Das war‘s dann aber glücklicherweise, denn bevor der Amerikaner aller guten Dinge drei sein ließ und so den späteren Siegeszug von Plasma-TV, Playstation und Porno-Mangas allzu effizient verhindern konnte, gab Japan lieber klein bei.

Tja, und was bietet die Moderne? Nun, die letzte große Erfindung dürfte wohl das Internet gewesen sein. Und offenbar war es ja mit jeder, aber auch wirklich mit jeder wichtigen Errungenschaft möglich, dem Abmurksen seinesgleichen eine ganz neue Qualität zu verpassen. Wie jedoch soll das bitte mit dem Internet funktionieren? Allerhand Schindluder lässt sich damit ja treiben: Datenklau, illegales Filesharing, anonyme Verunglimpfungen, exzessiver Pornokonsum, sinnfreie Zensurmechanismen, und und und. Aber Blut und Morde? Soll man dem Subjekt persönlicher Hasstiraden das Modem über den Schädel zimmern? Das konnte wiederum der Stein schon besser. Chatten bis zum Hirnversagen? Vielleicht, aber etwas weit hergeholt. Doch ist das Internet ja noch jung, und wie sagte ich eingangs? Der Unsinn des menschlichen Verstandes reicht ins Unendliche. Daher bin ich mir ziemlich sicher, dass irgendeinem klugen Kopf in den kommenden Jahren eine passable Möglichkeit einfällt, um die Ausbreitung der menschlichen Population einmal mehr effektiv einzudämmen. Man darf gespannt sein.

19 Kommentare

  1. Also erstmal muss ich mal wieder jagdtechnisch Wiederspruch einlegen 😛 Ziel beim Schießen auf jagdbares Wild ist es, ein möglichst kleines „Loch“ zu machen um noch möglichst viel verwertbares Fleisch über zu haben. Das Einschussloch ist dabei nicht größer als 1-2cm und das Ausschussloch, je nach Körperinternen Hindernissen eben größer. Das man natürlich nicht mit ner Großwildbüchse auf Kaninchen schießen sollte und danach das 1cm Einschussloch sucht, dürfte wohl klar sein; das Kanichen dürfte sich dann leicht über das ganze Feld ausgeweitet haben…bzw das was nach dem Schuss über bleibt. Demzufolge sind für jede Wildart entsprechende Kaliber zu wählen…

    Hmm okay zurück zum I-net.
    Das das Internet töten kann wurde doch bisher durch n paar Sachen belegt.

    Z.Bsp.
    Selbstmordforen und Websites auf denen der Freitod via Webcam live übertragen wird.
    Desweiteren irgendwelche Snuff-Movies wo live Hinrichtungen dem abgestumpften Publikum präsentiert werden und letztendlich Spiele wie WOW wo manche Spieler nach drei Tagen dauerzocken einfach tot umgefallen sind…Da hatts eben nicht geholfen seinem virtuellen Charakter eben ne gebratene Putenbrust vorzusetzen, nebst Blutelfen-Bier…und n Quicksave gabs wohl auch nicht mehr…

    Naja direkt war das Internet natürlich an den Morden nicht beteiligt, aber als Medium dafür gut nutzbar…praktisch wie eben das Flugzeug das die Bombe tranportiert oder die waffe die irgendein Verrückter in der Hand hat, den Abzug oder die Taste, ob nun ein- oder mehrmals, betätigen immer die gleichen…die Menschen.

  2. Jepp, das meinte ich ja bei der Jagd. Es muss eben ein kleines Loch geschossen werden. Deswegen versteh ich ja nicht, weshalb es auch Wummen gibt, mit denen man riesige Löcher klaffen lassen kann. Die können doch nur zum Metzeln sein. 😉

    Vorhin meinte ’ne Bekannte, man könne sich im Internet immerhin zum Gegenseitig Aufessen verabreden. Da ist wohl was dran.

  3. Okay dann muss ich wohl bei den „Wummen“ etwas ausholen.

    Um ein Stück Wild ordnungsgemäß mit der Waffe zu töten gibt es gewissen Kriterien und Gesetze die beachtet werden müssen, vorneweg der wichtigste Punkt, ein abgeschossenes Geschoss hat kinetische Energie (Energie der Bewegung) und wo will es die abgeben? Richtig! Im Wild und es damit am besten schnellstmöglich und ohne Qual töten. Der Gesetzgeber schreibt für alles Schalenwild(Hirsche, Sauen) außer Rehwild eine Mindestenergie von 2000 Joule und einen Mindestgeschossdurchmesser von 6,5mm vor.

    Wie erreicht man die nötige Energie nun am Besten und warum der Mindestdurchmesser?

    Eines der kleinsten jagdlichen Kaliber ist 22 lfb. Die „lfb“ bedeutet „lang für büchse“, die 22 steht für 0,22 zoll, umgerechnet also etwa 5,6mm, das besagt aber nur den Durchmesser des Geschosses. Der richtige „Wumms“ kommt erst mit der Hülsenlänge und der damit verbundenen Menge an Pulver und der darus resultierenden Geschwindigkeit zustande.

    Eine Patrone besteht im Grundsätzlichen aus 2 Teilen, dem Geschoss (das fliegt weg) und der Hülse (das bleibt da)

    Die Hülse der 22 lfb ist nur 15mm lang, es gibt aber noch andere Hülsenlängen, der „Name der Patrone“ die dann aber auch anders …z.B. 22 Win Mag (27mm), 222 Rem (43mm), 223 Rem (45mm) letztere ist auch die jetzige offizielle NATO Patrone. Alle genannten verschießen aber das Gleiche oder ähnliche Geschosse gleichen Durchmessers.

    Das Geschoss bleibt also gleich, es ändert sich nur die Geschwindigkeit.

    Hmm bis zu diesem Punkt mag man denken, okay dann baue ich einfach nur längere Hülsen und erreiche damit genug „Bumms“ Da Masse mal Geschwindigkeit ja bekanntlich Energie ist. (E = 1/2m x v²)

    Aber weit gefehlt! Zumindest Jagdlich.

    Das Problem ist das die Geschwindigkeit zunimmt, das ist aber nicht immer erwünscht, da bei größerer Geschwindigkeit der Wildkörper einer größeren Schockwirkung ausgesetzt ist und damit das Fleisch entwertet wird.
    Dazu kommt noch die Tiefenwirkung des mickrigen Geschosses, was hilft es wenn es klein und schnell ist, aber an der dicken Winterschwarte der Sau zerplatzt? Genau! Nix, die Sau lacht einen aus und rennt weiter.

    Okay also über die Geschwindigkeit kann ich nicht mehr gehen, versuchen wir es eben mit der Geschossdicke, also der Masse.

    Gängige Jagdkaliber für z.Bsp Sauen sind 8×57 und 9,3×62, angegeben jeweils das Geschoss (hier 8mm und 9,3mm Durchmesser und die Hülsenlänge in mm) Diese Sachen machen eben mächtig „Wumms“ auch akustisch 😉

    Durch die Dicke des Geschosses wird beim Auftreffen die Energie besser an das Wild abgegeben (Es kann sogar passieren das die Sau durch den Schuss umgeworfen wird) Außerdem dringt das Geschoss tief in den Körper ein, verletzt das Tier und schlägt manchmal sogar durch den Körper durch und ergibt dadurch einen Ausschuss. Einen sogenannten

  4. Wundkanal, was im Körper passiert kann sich jeder selbst ausmalen, wenn Herz und Lunge getroffen werden.

    Beides zusammenfassend kann man sich das mit einer Nadel und einem Nagel verdeutlichen, die Geschwindigkeit lassen wir bei beiden gleich. Wenn die Nadel auf z.B. meine Handfläche auftrifft dringt diese ein und an der andren Seite aus, macht ein kleines Loch, zerstört kaum inneres Gewebe und das wars, der Nagel…nunja sparen wir uns den Rest…

    Bei allem muss man eben beachten das das Kaliber und damit die Geschosswahl immer vom zu bejagenden Wild abhängig gemacht werden muss. Kaninchen schieße ich eben mit der 22 lfb, Sauen mit der 8×57. Für Elefanten und so Gedöns gibt es dementsprechend auch passende Kaliber nebst Geschossen.

    Eine Patrone ist immer ein Kompromiss, entweder schnell und klein oder groß und langsam…

    Wenn der Schuss optimal sitzt, wird das Fleisch nur wenig entwertet, es gibt aber eben nicht nur optimale Schüsse. Wenn das Wild rennt, sich erschreckt, springt, schieß steht, zu weit weg ist, Wind, Regen, hinter einem Grashalm oder Busch steht (ja auch ein Grashalm kann ein Geschoss ablenken) wird das Geschoss abgelenkt und kann unter Umständen auch das Schulterblatt oder die Wirbelsäule oder was auch immer treffen, die kinetische Energie gibt also ihre volle Wucht fast sofort an dem betroffenen Knochen ab und reißt somit ein Riesenloch…

    Endresultat: Wildgulasch á la Bumms, mit Knochensplitties und geringer Blei, Messing und Tombakbeimischung, lecker.

    Deswegen ist jeder Jäger bestrebt (bzw sollte dies sein) einen sauberen Schuss abzuliefern! Dafür wurden wir ausgebildet.

    Das im Internet oder in den Medien nur die Negativbeispiele auftauchen dürfte ja klar sein… So entsteht eben das Bild vom mordlüsternden Kanibalen, der im Blut badet und rohes Fleisch isst…

  5. Uh, ich sollte dich als Co-Autor anstellen. Du argumentierst in den Kommentaren länger als ich in meinen Postings. Eine sehr saubere Abhandlung, aus der ich sogar was lernen konnte. Danke sehr. Zu viel Wissenschaft würde wohl allerdings meinen Text diffamieren, daher lass ich die Informationen mal hier. 😉 Aber du wirst mir sicher auch zustimmen, dass z.B. eine Magnum nicht gerade gedacht ist, um Tiere zu erlegen, oder? Und auch die AK-47 wahrscheinlich eher nicht. Darum ging’s mir ja im Text.

    Ach so, by the way: „Wildgulasch á la Bumms“ solltest du dir patentieren lassen. Die Bezeichnung bringt ein gesundes Maß an Coolness mit.

  6. Lernstunde geht weiter 😉

    Also ne sogenannte "Magnum" Ist ein Revolver im Kaliber .357 Magnum.

    Die 357 steht mal wieder für 0,357 Zoll also 9mm.
    Das Wort "Magnum" bedeutet einfach stärkere Ladung (Hülse minimal länger)

    Die .357 Magnum ist aber in Filmen etc auf die "Magnum" zurechtgestutzt worden, wobei diese Bezeichnung eigentlich auf das Kaliber abzielt und nicht auf die eigentliche Waffe, aber naja, soll unterm Strich eben bedeuten = macht mächtig wumms 😉

    Die wird aber auch zur Jagd eingesetzt, allerdings nur zum Fangschuss (erlösender Schuss beim z.Bsp. angefahrenen und verwundeten Wild) da die eben Wumms mitbringt, ist das Tier auch schnell tot, da es nach einem Unfall eh nur noch verschachert werden kann (Goulasch á la Car) spielt es auch keine Rolle mehr, das das Geschoss auf kurze entfernungen große Löcher macht.

    Aber ich weiß worauf du hinaus willst 😉

    Waffen wurden von unseren Vorfahren entwickelt um zu töten…zuerst um Tiere zu erlegen und danach um sich gegenseitig abzumetzeln und kein Mensch (mit gesunden Menschenverstand) würde mit ner AK47 auf Jagd gehen.

    In Deutschland sind übrigens vollautomatische Waffen wie das AK47 für Jäger oder Sportschützen in der ursprünglichen Variante verboten. Halbautomaten dürfen nicht mehr als 2 Schuss im Magazin fassen, macht also plus die Patrone im Patronenlager maximal 3 Schuss die schnell hintereinander abgefeuert werden können. Das ist Gesetz!

    Kurz noch der Unterschied Voll- und Halbautomat
    Vollautomat = Abzug durchgedrückt -> schießt solange bis Magazin leer ist

    Halbautomat = Ich muss für jeden Schuss einmal den Abzug betätigen und loslassen, dann wieder betätigen, loslassen usw… Beim andauernden Betätigen würde sich letztendlich nur ein Schuss lösen, da ich erst wieder loslassen müsste für den nächsten Schuss.

    So genug geklugscheißert für heute 😉 ich weiß ich bin unmöglich. Aber ich weiß es wirklich besser 😛

    Wenn Fragen auftreten, frag ruhig 😉

  7. Klar, so hat jeder sein Fachgebiet. Ich sollte dir eine eigene Rubrik einrichten. „Ugla erklärt die Welt – mit Waffen“ oder so. Das mit der Magnum wusste ich sogar, das mit dem Besitz automatischer Waffen auch. Und na ja, halb- und vollautomatisch… Ich meine, hey, ab und an geh ich auch mal in ’nem zünftigen Shooter auf Jagd. 😉

    Letztlich können wir aber zusammenfassen: Einer schießt, ein anderer kippt um.

    Wenn du mir jetzt genauso ausführlich zum Thema Kernspaltung antworten kannst, bin ich immens begeistert. 😉

  8. Boah! Fachchinesisch! Aber nicht wenig interessant. Wie schön, keine Wildsau zu sein 🙂
    Gibt es eigentlich immer noch rotten.com? Gaaaanz schreckliche Seite mit furchtbar ekigen Bildern von Unfällen, Krankheiten, abgerissenen Gliedmaßen und ähnlich grauenhaften Dingen! Selbst, wenn es sie noch gibt: Nicht reinschauen! Es ist auf jeden Fall tödlich für das eigene Wohlbefinden 🙂

  9. Wies immer so ist, muss ich mal wieder eingreifen, bevor es so aussieht als ob das Jagen heutzutage nur noch aus Viecher totschießen besteht.

    In warheit macht das in etwa nur 10% aus.

    In erster Linie wird gehegt und gepflegt, Tiere beobachtet, Absprachen mit Forst- und Landwirten getroffen, Der Wald an sich beobachtet (Schädlinge, Krankheiten etc.) und Erfahrung sammeln.

    Zum Schuss kommt es in erster Linie nur, wenn ein Stück Wild krank ist (erkennbar durch äußere Erscheinungszeichen etc.) oder es ist eine Überpopulation vorhanden wie bei Kaninchen oder Sauen die eingedämmt werden muss um den Forst- und Landwirtschaftlichen Schaden (den trägt nämlich voll der Jäger (nicht aber bei allen Wildarten), da kommen manchmal n paar Tausender zusammen wenn man nicht aufpasst und schwupps…privatinsolvent) zu vermeiden. Und letztendlich zur Nahrungsgewinnung.

    So ich höre jetzt lieber aus, das gibt sonst n zu langen Stiefel 😛

  10. Och, ich wollte die Jäger dieser Welt auch gar nicht verunglimpfen. Ich meine, ich hoffe ja eh, dass die nicht aus Spaß auf Viecher ballern. Wobei, kann man die gemeine Stadttaube nicht einfach generell als krankes Wild bezeichnen? Huh.

  11. Jau! Da mische ich mich doch nochmal klugscheißerisch mit ein!
    Stadttauben werden ja nicht umsonst fliebende Ratten genannt! Also: nur hoch die Büchsen!
    Und da ich ha aus dem ländlichen Bereichkomme, habe ich ähnliche Diskussionen über das Jagen und die damit verbundenen Verantwortungen zur genüge mit angehört. Das ist definitiv mehr als nur ien Hobby aus mordlust 🙂
    Seeehr anspruchsvoll, was die Prüfungen anbelangt und kostspielig obendrein. Und auf jeden Fall spannender als Angeln 😀

  12. So ziemlich alles ist spannender als angeln. Sich selbst beim Schimmeln zusehen, z.B. 😉

    Davon abgesehen hätte ich eine bessere Idee für die Tauben. Beim Ballern gibt’s nur überall Vogelleichen. Ich leg mir ’nen Raben zu. Die sind erstens super intelligent, und zweitens mögen Tauben die nicht und suchen lieber das Weite.

  13. Hach ja, locker flockig geht die Diskussion weiter 😉

    Also kurz generell, dem Jagdrecht unterliegt nur ein gewisser Teil an Tieren, der Rest untersteht dem Naturschutzgesetz und darf also nicht geschossen werden (Eulen z.B.)

    In Deutschland fallen nun z.B. Ringeltauben unters Jagdrecht und dürfen außerhalb der Schonzeit (zwischen dem 1.11 und 20.2) bejagt werden, die Schonzeit ist die Zeit in der die Partnerwahl und die Aufzucht der Jungen fällt.

    Und wo wir schon bei dem Tauben sind, die „gemeine Stadttaube“ gibt es in dem Sinn nicht, die Luftratten in den Städten sind Kreuzungen aus entflohenden Haustauben, Ringeltauben und Höhlentauen und was weis ich was noch für welche…und da Haustauben nicht dem Jagdrecht unterliegen dürfen die nicht geschossen werden…

    Wo wir beim schießen sind, darf man das in der Stadt natürlich auch nicht, da Stadtgebiet als „befriedeter Bezirk“ gilt und da ruht die Jagd. Außerdem würde das komisch aussehen wenn ich mit ner Flinte in der Stadt rumrenne und da rumballere…

    Und kurz noch n Verständnisfehler…Büchsen schießen torpedoförmige Geschosse ab (wir erinnern uns 22 lfb und 8×57 etc) Flinten verschießen Schrote (kleine Kügelchen)

    Mit letzteren geht man dann auch auf die jagd nach Tauben.

    Kurz noch zum Angeln, bin auch Angler 😛 und ja manchmal ists schon langweilig. Jagd aber auch, wenn ich 4 Stunden lang auf nem Hochsitz sitze und nix kommt und einen langsam die Mücken auffressen…aber das ist glaube ich bei jedem Hobby so…

    Zur Prüfung muss ich sagen, da hat man sich schon was aufgehalst…sind 3 Stück an der Zahl…ne Schießprüfung (Waffenhandhabung und Ergebnisse), ne schriftliche (Fachwissen eben) und ne Mündl-Praktische (da wird man über einen Parcours geführt und muss sachen selbst erkennen und was erzählen…pflanzen, bäume, sträucher, tiere, danach gehts dann zum tiere ausnehmen und zu guter letzt dann noch jagd- und waffenrecht) bei uns haben von 14 letztendlich 11 bestanden, 2 sind durch die schießprüfung gefallen (ist auch die schwerste, alles andre kann man lernen, schießen muss man eben dann können) und eine durch die schriftliche…

  14. Hach ja, du solltest mal von Mannheim hier vorbeikommen. Ich stell ein paar Bier kalt. 😉

    Angeln tut er ja auch, der „Ugla“. Egal, ob zu Land, zu Wasser oder in der Luft. Dem „Ugla“ kommt alles auf den Grill. 😉 Hehe, nee, nur ’nen Scherz.

    Das mit den Tauben wusste ich schon. Das Böse an der Sache ist, dass die Biester durch diese komischen Kreuzungen auch noch brachial lange leben, ganz im Gegensatz zu ihren reinrassigen Artgenossen. Miese Plage.

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