Alles Teufelswerk. Und überhaupt.

SpOn hat heute [einen netten Artikel] zum Thema »DDR-Verklärung« im Angebot. Kann man sich durchlesen und vielleicht mal drüber nachdenken. Hab ich getan, zumal es ähnliches Zeug in jüngster Zeit schon häufiger gab. In den Mainstream-Medien findet man es ganz offenbar unverständlich, dass es Menschen gab bzw. gibt, denen es in der DDR tatsächlich gut ging. Die, die dort niemals gelebt haben, wollen denen, die den SED-Staat erlebt haben, sagen, was sie postum davon zu halten haben. Kann man so machen, schließlich hat man ja seit der Wende so ziemlich alles verteufelt, was auch nur im Anschein nach Sozialismus zu stinken schien. Ich persönlich finde diese Sichtweise ziemlich widerlich.

Ich will nicht behaupten, dass die DDR ein Rechtsstaat war, zumal ich sie kaum noch wahrgenommen habe, und ich will nicht die Wiedervereinigung anzweifeln, denn dafür war es allemal Zeit. Doch weshalb versucht man jetzt, den Menschen ihre guten Erinnerungen an ein Leben im totalitären Staat madig zu reden? Die Leute verbinden dieses Leben doch gar nicht immer mit Überwachung, mit Gleichschaltung und Unterdrückung. Nicht wenige haben das Leben dort als sozial gerechter, als unbeschwerter und vor allem als menschlicher empfunden. Meine Eltern zum Beispiel. Warum will das nicht in den Kopf gebürtiger Kapitalisten? Ich habe nichts gegen Aufklärung, doch sollte man vielleicht nicht über die Schönmalerei wettern, wenn man selbst nichts weiter als Schwarzmalerei beherrscht. Die Menschen, die das Leben erlebt haben, werden doch wohl wissen, wovon sie reden.

4 Kommentare

  1. Ich bin da immer sehr hin und her gerissen, so richtig kann ich's ja auch nicht beurteilen. Aber ich mag die Musik, den Gemeinschaftsgedanken und das Gefühl, dass viele Menschen zusammenschweißt, wenn man von der Heimat spricht.

  2. Hin- und hergerissen darf man sehr wohl sein. Aber ach, diese Schwarzmalerei und Verteufelei und "Verbrennt die Hexe" und was nicht alles, das ist nicht schön und es ist, wie ich finde, eine Beleidigung für die Menschen, die dort aufgewachsen sind.

  3. Ich hab mir auch schon überlegt, darüber etwas zu schreiben. Bin leider nicht dazu gekommen (aber vielleicht schaff ich es noch), aber ich kann nur eins sagen:
    Dacore, dacore, DACOHOORE!

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