Reisetagebuch eines Dauernörglers. Teil 5.

Tag 5

+++ Bin gestern Abend anderthalb Stunden lang über die Strandpromenade gejoggt. Woah, das war besser als Sex. Hm. Denk ich jedenfalls. Auf jeden Fall war es jedoch gefährlicher als jedes Techtelmechtel (wobei das wohl doch auf die jeweils bevorzugte Praktik ankommen mag), denn die Straßen hier sind in etwa so beleuchtet wie ein handelsüblicher Hintern von innen. +++

+++ Hier gibt es mehr Tiere als Menschen, vor allem Hunde und Katzen. Die diesbezüglich scheinbar allwissende »Franzi On Air« hatte Recht. Nun ja, immerhin trifft man trotzdem noch immer auf mehr Menschen als beim abendlichen Marsch durchs fast heimische Bonn. Traurig eigentlich. +++

+++ Das königliche Empire ist auf dem Rückzug, glaub ich. Dafür ist jetzt der Russe auf dem Vormarsch. Toll, jetzt verstehe ich noch weniger, obwohl ich deren Sprache sogar einst gelernt habe. Nun ja, theoretisch jedenfalls. Doch wie das nun mal so ist, mit der Theorie: Theoretisch funktioniert eben auch der Kommunismus. +++

+++ Hab mich gegen Mittag zum Wasserballspielen breitschlagen lassen und mich dabei auf eine Britin aus dem gegnerischen Team eingeschossen, weil sie, klein, schwach und auf jeden Fall jünger als ich war. Feige, ich weiß. Ihr süffisanter Kommentar, während sie (wohlgemerkt!) an mir dran klebte, um mir den Ball zu entreißen: »Hands off! Don’t touch me!« Hm. Mir lag es auf der Zunge: »Don’t panic. I forgot my lawyer at home.« Ob sie das überhaupt kapiert hätte? Wohl eher nicht. Außerdem hab ich auch gar nicht diesen feinen, britischen Akzent drauf. +++

+++ Wenn der Sand hier weiterhin so heiß ist, kann ich mit der Hornhaut unter meinen Füßen bald abgelatschte Laufschuhe neu besohlen. +++

+++ Zwei neue Erkenntnisse zum Tage: Erstens – diesen dämlichen Tanz beherrschen die Leute hier deshalb, weil er ihnen zweimal täglich ins Gehirn gedroschen wird. Fühle mich diesbezüglich fast schon genervt. Zweitens – ich weiß, weshalb ich in Diskotheken beschämenderweise tendenziell mehr Alkohol trinke als vergleichbare Probanden meines Alters. Ganz klar, die Musik ist eben einfach so Spaß fördernd wie ein dauerjuckender Ganzkörperpilz. +++

FAKTEN-ZAHLEN-TITTEN:

  1. Engländer pro Quadratmeter: 2,4 (Puh!)
  2. Internetsucht-Level: Ich erkenne eine Welt hinter dem Modem! Leider macht sie mir manchmal Angst.
  3. Urlaubsflirts: 0,0

6 Kommentare

  1. Hey Toppa,

    die ist gar nicht deprimierend, die ist, na ja, ahem, lustig. Zumindest konnt ich drüber lachen. War ja auch nicht so, dass ich's irgendwie drauf angelegt hätte. Wollte ja nur quasi mal in Ruhe ein bisschen abschalten. 😉

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