Das sagt mein Volksmund zur Wahl.

Nun ist dies hier gewiss kein politisches Blog, und ich selbst bin ebenso wenig politisch aktiv unterwegs. Aber Nachrichten lesen kann ich noch so eben, und eins und eins zusammenzählen klappt auch zumeist, wenn ich nicht gerade geladen hab wie’n Tanker. Doch irgendwie packt mich eben doch das Bedürfnis, dem Frust mal Luft zu machen, der mich zurzeit piesakt wie Akupunkturnadeln im Kopfkissen, seit unsereiner mit Wahlplakaten bombardiert wird wie das fleischgewordene Kanonenfutter im Ersten Weltkrieg.

In einer Folge der Serie »South Park« war irgendwann einmal die Moral von der Geschicht‘, dass man prinzipiell eigentlich immer nur die Wahl zwischen einem Rieseneinlauf und einer Kotstulle habe. Ich denke, wahrer kann man es kaum ausdrücken. Ich selbst pflege auch gern zu sagen, dass wir letztlich doch nur wieder einen großen Haufen Scheiße in den Bundestag wählen. Entscheiden können wir allenfalls über den Farbton und die substanzielle Beschaffenheit. Vielleicht noch über den Gestank in der öffentlichen Wahrnehmung. Aber da hört’s dann auch wirklich auf.

Aber ist es denn nicht auch so? Voraussichtlich wäre das Beste für unser Land eine Regierung aus Gelb Schwarz. Sagt man zumindest so, wenn es wirklich der Volksmund gewesen sein sollte, den ich vernommen habe. Nun hat man allerdings das Gefühl, dass Schwarz nicht so recht weiß, wo es überhaupt hingehen soll. Also dreht man sich dort zusammen mit den bayrischen Verbündeten freudig im Kreis, bis einem schlecht wird und man die programmatische Kotze in die Menge sprühen kann wie ein Rasensprenger, während man noch behauptet, das alles wäre Glitzerstaub für die Massen. Steuersenkungen für die den kleinen Mann, klar. Das wird mit der FDP im Schlepptau auch sicher zu machen sein, den Marktradikalen, die mehr Netto vom Brutto versprechen – vermutlich für Herrn Ackermann und seine Freunde. Im gleichen Zuge gibt’s dann die Lockerung des Kündigungsschutzes und eine Drosselung sozialer Sicherungssysteme, bis hierzulande dann eines Tages hoffentlich die Leute mangels gesundheitlicher Absicherung verrecken wie in Übersee, wo die freie Marktwirtschaft noch immer nach Herzenslust wüten kann wie die Pest. Wo schwarze Politik für die Familie und gelber Neoliberalismus zusammenpassen sollen, ist mir bisher schleierhaft. Aber das Herumgeeiere der Führungsköpfe zeigt wenigstens, dass die es auch nicht besser wissen.

Doch was bleibt denn? Ja, da gibt es noch diese SPD, eine Ansammlung von uncharismatischen Pellkartoffeln, die, obwohl sie schneller Zustimmung verliert als die Telekom Kunden, sich noch immer Volkspartei nennen zu dürfen glaubt. Na ja, wenn Einbildung auch eine Bildung sein sollte, dann stimmt bei denen zumindest die. Ein Problem weniger im Land. Immerhin ist man ja schon mal in der Lage, grammatikalisch einwandfreie, als Sozialversprechen getarnte Lügen auf die Wahlplakate zu malen. Denken wir doch mal zurück. Was hat man denn damals zusammen mit den Grünen geleistet, als der Mann noch an der Macht war, der seine Kanzlerschaft als Sprungbrett ins russische Gasgeschäft genutzt hat – mal abgesehen vom Dosenpfand? Richtig, das feine Hartz-IV-Gesetz. Seitdem dürfen sich sozial schwache deutsche Bürger endlich wieder schämen, Kinder endlich wieder in Armut aufwachsen und die ganze Sippe auch endlich wieder in Altersarmut enden. Denn Ersparnisse sind ja nur noch jenen zugedacht, die ohnehin genug haben, seit man bei den Roten auf die glorreiche Idee kam, Gesetze zur Diskriminierung Schlechtergestellter von einem Viagrafresser aus Wolfsburg entwerfen zu lassen. Damit ginge also weiter mit der »Der Teufel scheißt immer auf den größten Haufen«-Politik.

Und ich fragte es eben bereits: Was bleibt denn? Wir hätten noch Wind von Links und die Freibeuter im Hafen. Beide mit netten Ansätzen in ihren Programmen – erstere sogar zum Teil so sozial, dass der SPD eine saftige, dunkelrote Scheibe davon durchaus gut tun würde. Aber letztlich ist das Land wohl weder bereit für rote Fahnen, noch für Totenkopfflaggen. Vielleicht sind deren Banner aber auch einfach nicht bereit für dieses Land. Tja.

Am Ende aller ärgerlichen Überlegungen stehe ich also als Jungwähler da, glotze wie der Papst im Puff auf den Wahlzettel und frage mich, wo ich denn jetzt bitte meine beiden wertvollen Kreuzchen machen soll. Vielleicht eine Frage an die Älteren, so sich welche meine Ergüsse durchgelesen haben sollten: Gab es diese Würgereize erzeugende Parteiproblematik in der BRD schon immer? Nehme ich das erst jetzt so wahr? Oder ist es tatsächlich an der Zeit für mich, auf den Mars überzusiedeln?

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