Der mysteriöse Anrufer.

Bloggerkollegin [Mary] hat mich kürzlich mit ihrem Posting zum Thema »Wölfe im Schafspelz« an eine witzige Begebenheit erinnert, die sich vor knapp 4 Jahren zugetragen hat. Und da meine kleine Tat inzwischen wohl verjährt sein dürfte, rück ich einfach mal mit der Wahrheit raus. Ich lebte damals in einer Vier-Personen-WG, zusammengepfercht mit Leuten, die ihr BA-Studium in derselben großen blauen Firma, die mit Versicherungspolicen um sich schmiss und dies wohl noch immer tun mag, absolvierten. Eine meiner beiden bezaubernden Mitbewohnerinnen hatte die Arschkarte gezogen und wurde von einer Kollegin ständig dermaßen gemobbt, dass wir beschlossen, der besagten Dame einen kleinen Denkzettel zu verpassen.

Der Plan war schnell gefasst: Wir überlegten uns, ihren Freund anzurufen und diesem ganz locker davon zu erzählen, dass seine Freundin fremdging. Das stimmte sogar, weil besagte Dame das lautstark durch die Gegend posaunte, wo es nur eben ging. Nun musste aber jemand gefunden werden, der anrufen würde. Da die Stimmen meiner Mitbewohnerinnen nun einmal weiblich waren und allzu schnell Verdacht erregen würden, fielen die schon mal raus. Mitbewohner Nummer drei hatte den sächsischen Dialekt des Jahrhunderts. Ging also auch nicht. Übrig blieb ich, denn meinen Berliner Dialekt kann ich, da ich im Gegensatz zum thüringischen Mitbewohner seit jeher mehr als nur einen Vokal beherrsche, jederzeit abstellen.

Gesagt, getan. Ich rief also den Knilch aus einer Telefonzelle heraus an und genoss den Schreck, den ich aus seiner Stimme herauszuhören glaubte, in vollen Zügen. Anschließend gingen wir alle vier ins Kino, wenn ich mich recht erinnere, und hatten einen sehr amüsanten Abend. Das beste aber: Später wurde viel spekuliert, wer der mysteriöse Anrufer gewesen sein könnte. Jeder wurde verdächtigt, vor allem mein dauermauliger Mitbewohner [obwohl der ja nun eigentlich nicht einmal ansatzweise hochdeutsch reden konnte]. Aber dass ich tatsächlich die Petze war, darauf ist niemals jemand gekommen. Manchmal ist es eben doch schön, wenn man so unscheinbar ist.

4 Kommentare

  1. Vielen Dank! So sieht's aus. Einen Dialekt muss man hegen und pflegen. Sehe ich ganz genauso. Glücklicherweise kann ich den zur Not aber wirklich komplett abschalten. Ist aber nur sehr selten notwendig und auch nicht nur in den hier beschriebenen Fällen. 😉

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