Windows – Oder eine Beziehung fürs Leben?

Kürzlich [schrieb ein Herr Tuma] auf Spiegel Online recht süffisant über die aktuelle Regierung Merkel 2.0 und verglich sie dabei ziemlich passend mit dem neuen Windows 7. Und wie ich mich heute auf dem Laufband so abstrampelte, fiel mir der Artikel prompt wieder ein. Er kreiste ein wenig durch meinen arg verknoteten Kopf, vermischte sich mit anderen Themen, die so an der Innenwand meines Schädelknochens zu kleben scheinen, und heraus kam letztlich der Gedankenblitz, dass sich so eine neue Windows-Version doch irgendwie auch wie eine Beziehung zwischen zwei, sich mehr oder weniger liebenden, Menschen verhält. Klingt nach Quatsch? Na dann mal aufgepasst:

Klar, anfangs ist alles gaaanz wunderbar. Man installiert das neue Betriebssystem, freut sich, wie chic das doch wieder aussieht, was es alles schon von Haus aus kann und ist nicht zu Unrecht ein wenig stolz, dass man’s vor so manch anderem auf der heimischen Festplatte hat. Aber ach, kaum hat man sich an all den neuen Features satt geklickt, stellt man schon die ersten Ecken und Kanten fest, die einem nicht gefallen, und meint, dass das Ding an der ein oder anderen Stelle doch ruhig etwas flotter arbeiten könnte. Also nimmt man natürlich die ersten Umbauten vor, stellt hier und da was ab, optimiert noch ein bisschen und lebt dann irgendwie weniger glücklich aber dafür auch weniger genervt mit dem Mittelmaß.

Tja, und hier scheiden sich dann die Geister: Die erste Nutzergruppe wird tunlichst alles vermeiden wird, was das System auf Dauer bremsen könnte. Bloß nicht zu viel Zeug installieren, nicht zu viel bunten Kitsch aktivieren, alles unbedingt pragmatisch halten. Man arrangiert sich miteinander, und weder das System darf zeigen, was es kann, noch wird der Nutzer auch nur annähernd lernen, was das Ding zu leisten vermag, wenn man ein wenig Ahnung hat. Aber dafür ist’s letztlich eine sichere Sache ohne viel Stress. Never change a running system. Und so leben sie zu zweit, aber irgendwie doch nicht so recht zusammen, bis ans Ende ihrer Tage.

Die zweite Nutzergruppe schert sich um derlei nicht. Sie reizt das System aus, installiert auch gern mal den größten Käse und bekommt als schnelle Antwort den ein oder anderen Fehler vom beleidigten Windows präsentiert. Also optimiert man weiter, schraubt und werkelt und hofft, dass das verdammte Ding dann irgendwann doch bitte einfach mal tut, was man möchte. Leider jedoch wird’s nur selten besser, und eines schönen Tages verabschiedet sich entweder das zermürbte Windows mit dem größten aller Fehler auf Nimmerwiedersehen, oder aber der Nutzer selbst schmeißt das Dreckssystem, Gift und Galle spuckend, von der Platte. Anschließend ersetzt er die alte Mühle entweder gleich durch einen schnittigen Apple Mac, auf dem das Betriebssystem schnurrt wie ein handzahmes Kätzchen, oder aber er versucht sich an was ganz Neuem und installiert sich ein Linux, an dem er noch mehr werkeln muss, das aber eben immerhin kein Windows ist. Vielleicht wird er so glücklicher, der Nutzer, doch wird auch er ab und an wehmütig feststellen, dass das gute alte Windows gar nicht immer so fürchterlich war.

Tja, und wie sieht’s bei mir aus? Ach, ich probier mich überall mal durch und komm doch irgendwie nirgends so ganz an.

2 Kommentare

  1. "schnittigen Apple Mac" – das sind dann Experimente mit Homosexualität.

    Im Übrigen haben Betriebssysteme immer eine Funktion, einen Zweck, ein bestimmtes Klienteel. Ein Gentoo hat nicht den selben Sinn wie ein Windows Vista.

    Für mich ist aktuell der einzige Grund, auf Win7 umzusteigen, dann direkt die 64bit Version zu nutzen, um meinen C2D und 4GB RAM mal vernünftig zu nutzen.

  2. Also ich bin auch Mac-User. Ahem! 😉 Aber nicht immer.

    Und klar, sie haben einen Zweck. Aber gerade als normaler User möchte ich schon, dass das Ding nach was aussieht. Ich meine, man hockt ja oft und lanve davor. Und du willst ja schließlich auch kein Kellerbüro. 😉

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Du möchtest einen Kommentar hinterlassen, weißt aber nicht, was du schreiben sollst? Dann nutze doch den KOMMENTAROMAT! Ein Klick auf einen der Buttons unten trägt automatisch die gewählte Reaktion in das Kommentarfeld ein. Du musst nur noch die Pflichtfelder ausfüllen und den Kommentar abschicken. :)

%d Bloggern gefällt das: