Das Fest der Feste vs. PhanThomas.

Ich hasse Weihnachten! Wie, es ist noch gar nicht Weihnachten? Seltsam, dass draußen alles blinkt und leuchtet, als wäre die Welt ein überdimensionierter Christbaum oder aber ein Freiluftspielcasino. Glücklicherweise bin ich vollkommen immun gegen die immense Reizüberflutung, die einem das Geld bereits aus den Taschen zieht, wenn man nur zu lang hinschaut.

Und so schritt ich soeben während meines Einkaufs – der Mann von Welt muss schließlich essen, sonst stirbt er – konsequent durch die aufgetürmten Reihen an Süßkram wie einst Moses durchs Rote Meer, immer das Ziel direkt vor den stressgeröteten Augen. Nämlich das Regal mit dem Tomatensaft. Im Gegensatz zu meinem Lieblingsmüsli kann ich mir hier immerhin jedes Mal sicher sein, dass mir keiner den letzten Karton vor der Nase wegschnappt, denn abgesehen von mir, trinkt das Zeug schließlich keine Sau. Soweit, so gut. Raus aus dem Laden, nichts Weihnachtliches gekauft. Yeah!

Dann überall diese Weihnachtsmärkte, die sie einem in den Weg stellen! Ich meine, mich erinnern zu können, dass die einst am letzten Novemberwochenende starteten. Seltsam. In einigen Jahren kann ich dann wahrscheinlich auf dem Rückweg vom feuchtfröhlichen Sommerfestbesuch drüberschlendern. Ganz abgesehen davon, dass ich das gar nicht will, denn diese blöden Märkte, die nichts anderes sind als gigantische Duftproben für konsumierbares Backwerk und Glühwein, sind ohnehin nur für glückliche Pärchen begehbar. Und nichts für verbitterte Allzeitsingles wie mich, die sich tagtäglich an ihrer Erfolglosigkeit erfreuen dürfen bzw. müssen. Ahem. Ja, verbittert! Sollte also da draußen ein nettes Mädel hocken, mitlesen und sich denken, och, der scheint aber ganz nett zu sein, also sprech ich ihn mal an – vergiss es!

Ich schweife ab, nicht wahr? Nun gut, es fällt mir auch ein wenig schwer, mich auf das verhasste Thema Weihnachten zu konzentrieren, denn hier im trauten Heim ist es etwa so weihnachtlich wie zur Mittagsstunde in der Sahara. Adventskränze, -kalender und Weihnachtsbäume sucht man bei mir vergebens. Einzig weihnachtlich ist während der bewegungsaversen Winterphase die Staubschicht, die sich wie Schnee auf mein Mobiliar legt. Schön. Nee, stattdessen gibt’s bei mir wie immer gepflegte Rockmusik zur allabendlichen Belustigung auf die Ohren. Und wenn der Rest der westlichen Welt am Heiligen Abend schließlich den Griff zur Gans aus der Röhre wagt, verzichte ich auch gern darauf. Bei mir gibt’s nur Weihnachtsgans N‘ Roses aus dem CD-Player. Entschuldigt bitte den Scherz.*

Was wollte ich eigentlich sagen? Ach ja: Ich hasse Weihnachten! Hab ich das schon erwähnt? Nein? Doch? Gut.

*Der Phonetikwitz zu  den Weihnachtsgans N‘ Roses stammt übrigens von Nacki, der hier ab und an mal als Ugla mitkommentiert. Ja.

7 Kommentare

  1. @PropheT: Hier ist alles voll davon. Die ganze Straße runter, haben sie die Bäume vollgeklebt. Na ja, muss ich durch. 🙂

    @Butterbemme: Seit einem halben Jahr beruflich mit Weihnachten zu tun? Du bist also der Weihnachtsmann? Hmm, dann nehm hätt ich gern Die Grind House-Filme und ein paar hübsche Romane von Clive Barker. Danke! 🙂

  2. Ich bin fest davon überzeugt, dass man notorische (! nicht einmalige wie Butterbemme) Weihnachtshasser mit ein bisschen Zweisamkeit, Romantik und Liebe "bekehren" kann, wenn man sich nur Mühe gibt, Zeit für einander nimmt und es sich zusammen so richtig gemütlich macht.

    Nennt mich ruhig naiv.

  3. @Phantomas – Ha, nee du. Ich glaub, den Stress will ich mir dann doch nicht antun *gg*

    @Mary – ich will nicht sagen, dass ich nicht romantisch bin. Eher im Gegenteil. Was mich nur stört, ist dieses Rumgetue an Weihnachten. Und diese Überreizung, die einem überall widerfährt.

  4. Jepp, ist eigentlich nur diese immense Reizüberflutung, die einem irgendwann zum Halse raushängt. Ansonsten lass mich manchmal sogar von der Besinnlichkeit anstecken. Trotz Mangel an, hm, weiblichem Gemüts-Support. 😉

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