Spring! Enttäusch uns nicht!

Okay, eigentlich geht’s mich ja so rein gar nichts an, aber ich melde mich jetzt auch einfach mal zum Tod dieses Robert Enke zu Wort. Ich muss ja – ohne, dass es mich beschämen würde – zugeben, dass ich – schließlich bin ich der weltgrößte Sportignorant – bis gestern überhaupt nicht wusste, wer dieser Mann überhaupt war. Aber gut, lesen soll ja bekanntlich ab und an bilden. Wikipedia sei Dank weiß ich jedenfalls inzwischen Bescheid. Und so will ich mich an dieser Stelle gar nicht in jegliche Spekulationen stürzen, denn passiert ist passiert, und die Beweggründe der offenbar geschundenen Seele dieses Mannes sind nichts, was ich mir auch noch aufladen muss.

Was ich allerdings in dem Zusammenhang ziemlich ätzend finde, ist, mit welcher Wucht man plötzlich seitens der Medien mit diesem, hm, offenbaren Großereignis bombardiert wird, über das, zumindest gefühlt, deutlich intensiver berichtet wird, als über das 20 jährige Mauerfalljubiläum. Ich meine doch, mal gehört zu haben, dass es eine Absprache in den Medien gibt, eben NICHT exzessiv über Selbstmorde zu berichten, um Gefährdete nicht zum Nachahmen anzuregen. Erwiesenermaßen sind öffentlich derart erörterte Suizidfälle schließlich doch ein ziemlicher Ansporn für all jene, die ebenfalls die Schnauze von diesseitiger Frischluft voll haben. Und handelt es sich bei der Person, über die berichtet wird, dann auch noch um einen Menschen der öffentlichen Wahrnehmung, um jemanden mit Fans, um jemanden, mit dem der ein oder andere sich vielleicht sogar identifizieren mag, so steigt die Gefahr der Nachahmung doch zusätzlich.

Nicht umsonst spricht man bei der Deutschen Bahn lediglich von Personenschäden, wenn wieder einmal eine Portion menschlicher Fleischsalat an der Lok klebt. Aber gut, wenn es um Verkaufs- und Klickzahlen, sprich, um den reinen Profit geht, dann verwandeln sich Ethik und Verantwortungsbewusstsein für die Presse plötzlich in Begriffe, die dem deutschen Sprachschatz eben nicht angehören. Denn nur Bares ist Wahres. Bereits heute Morgen, als die Zeitungsschlagzeilen die Meldung zum Tod dieses Fußballtorwarts frisch unter das werktätige Volk zu erbrechen begonnen hatten, regte ich mich über die immense Sensationsgeilheit auf. Aber das soll’s jetzt auch von meiner Seite aus gewesen sein. Denn Jens Berger hat zum Thema unlängst [einen wunderbaren Artikel vorbereitet].

2 Kommentare

  1. Ich hab mit Fußball-Gucken erst wieder angefangen, als Rene Adler ihn im Tor vertrat, weil er doch krank war. Daher war ich mir seiner auch nur sehr peripher bewusst.
    Irgendwie traurig isses trotzdem.

  2. Ja, traurig ist so etwas immer. Und bei jedem Menschen. Na ja, außer vielleicht bei bösen Diktatoren oder so. Aber dennoch, die verantwortungslose Berichterstattung ist ein Frevelei seitens der Presse.

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