Das 2009 des PhanThomas.

Nachdem ich mich in Sachen Buch, Film und Musik bereits über die Crème de la Crème des inzwischen doch recht abgelaufenen Jahres 2009 geäußert habe, fehlen wohl noch die abschließenden Worte zu dem, was ich da sonst so sterbend hinter mir zurückgelassen habe. Denn zu Themen wie Politik äußern sich schon die Zeitungen und der Rest der Welt zu genüge. Außerdem will ich mich ja nicht dauernd aufregen. Ahem. Nun ja, egozentrisch, wie ich jedenfalls bin, flechte ich die hiesige Rückbetrachtung einfach mal um meine eigene Person, ganz so, als wäre ich unheimlich wichtig. Und da ich ziemlich zur Schwarz-weiß-Sicht neige, bietet sich’s doch an, die ganze Sache dieses Jahr auch genau auf diese Art aufzuziehen. Denn letztlich war 2009 ein Jahr wie jedes andere auch: eines, das mal schwarz und mal weiß war.

… weiß …
Wenn ich mich nicht irre, habe ich auch diese Jahr eine ganze Menge Leute kennen gelernt. Huh. Zwar waren’s nicht mehr so prägend viele wie noch 2008, wo ich allein in der Ursuppe beginnen und mich aus einem gescheiterten Dasein zurück in eine gesellschaftliche Existenz kämpfen musste [Drama, Baby!], aber dennoch freue ich mich, dass auch dieses Jahr wirklich interessante Menschen mein Leben bereichert haben. Und da ich ja irgendwie ohnehin zur Hälfte digital bin, habe ich nicht nur die gemeinsam verbrachten Tage und Abende in diversen Lokalitäten genossen, sondern mich auch an so manch abendlicher Chat-Orgie erfreuen können.

… schwarz …
Schlecht lief aus Sicht meines Soziallebens eigentlich nur wenig. Dass ich noch immer Single bin [Bitte eine Dose Mitleid für mich…], davon war ohnehin auszugehen. Sieht man davon ab, dass die wenigen Versuche, etwas an diesem Tatbestand zu ändern, kläglich zum Scheitern verurteilt waren, muss ich aber auch zugeben, dass ich gar nicht willens war, mich der Sache adäquat anzunehmen und so eine Lösung zu erwirken. Und weniger hochtrabend: außer Spesen nichts gewesen, und ich lebe trotzdem noch.

… weiß …
2009 war ein Jahr der Neuausrichtung, was meine Interessen betrifft. Nur noch selten hockte ich am PC und spielte meine Lebenszeit in Grund und Boden. Stattdessen frönte ich exzessiv der Schreiberei diverser Geschichten und Erzählungen und tippte meine Lebenszeit in Grund und Boden. Diese Entwicklung begann bereits 2008, gewann allerdings erst in diesem Jahr so richtig an Fahrt. Maßgeblich dazu beigetragen hat wahrscheinlich auch die Community der Seite [mySTORYs], wo man all das Zeug, das mir so entfleucht, tatsächlich zu lesen scheint. Oder zu überfliegen. Oder ach, was weiß ich!?

… schwarz …
Vieles hat mich 2009 frustriert. Ist weniger ein Ärgernis, sondern viel mehr wohl ein Wesenszug. Und so war es irgendwie, hm, am Ende wohl einfach die Gesamtsituation. Der Stillstand in Sachen persönliche und berufliche Entwicklung quasi. Bis zur Jahreshälfte etwa, hatte ich das Gefühl, alles wäre in Butter und eben einfach bestens, wie’s ist. Beständigkeit kann ja auch eine feine Sache sein, in der es sich herrlich ausharren lässt. Ein Weilchen zumindest. Denn dann merkte ich, was mir fehlte und wurde rastlos. Unschön an alledem war besonders, dass ich die zweite Jahreshälfte eigentlich gar nicht mehr genießen konnte und mir eher wie ein Fremdkörper in meinem eigenen Umfeld vorkam. Aber das soll sich ziemlich bald ändern, wenn’s nach mir geht.

… weiß …
Womit wir auch wieder bei »weiß« wären. Man soll ja mit was Gutem enden. Tatsächlich habe ich den Stillstand nicht auf sich beruhen lassen und damit letztlich irgendwie alles umgeworfen, was mir in der Zeit davor Sicherheit und vor einer ganzen Weile auch eine Art Geborgenheit geboten hatte. Soll heißen, ich werde im kommenden Jahr vor allem meine Koffer packen und Neuland erkunden. Von Bonn geht’s für mich nach Berlin. Vom kleinen ins große »B«. Mit allem drum und dran. Damit schätze ich, dass ich erst zur Jahreshälfte wieder so zur Ruhe kommen werde, dass ich mich gemütlich in einen Schaukelstuhl setzen und einen Tee trinken kann, ohne dabei in alle Richtungen gleichzeitig denken zu müssen. Ob all das gut ist und ich mich dann vollkommener fühle oder ob ich den Lebenswandel in einem Jahr unter »schwarz« einsortieren muss, weil ich schlagartig ergraut bin, wird sich erst noch zeigen. Bis dahin möge man mir die Daumen drücken. [Ach ja, »iThought« zieht natürlich mit um. So viel Beständigkeit muss dann doch sein.]

… und sonst?
Wie jetzt? Vorsätze und so? Hm, habe ich im letzten Jahr welche gemacht? Ja? Und habe ich sie eingehalten? Nein? Nun ja, neuerdings pflege ich zu sagen, dass Vorsätze von Anfang an nichts anderes sind als Gräber. Wir setzen sie, nur um am Ende den Grabstein umzuschmeißen, draufzupinkeln und dabei lachend den Kasatschok zu tanzen. In diesem Sinne, lasst die dämlichen Vorsätze gleich weg, genießt den feuchtfröhlichen Ausklang des Jahres und rutscht mir gut geölt in die nächste Runde. Prost.

2 Kommentare

  1. "…muss ich aber auch zugeben, dass ich gar nicht willens war, mich der Sache adäquat anzunehmen und so eine Lösung zu erwirken"

    Das ist wie immer am Ende eines Jahres, man schreibt sich das dann so zurecht, dass es wenigstens noch gut klingt. *räusper*

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