Saunabesuche – Part II…

Damals, zu meinen seligen WG-Zeiten, soll heißen, als das gesellige Miteinander noch so einigermaßen Spaß machte und unser Vierergespann sich noch nicht in zwei zutiefst verfeindete Lager zerschlagen hatte, war ich, hm, nun ja, ein wenig in meine Mitbewohnerin verschossen, wie ich mal eben zugeben will. Ich meine, sie war klug, sie war niedlich, exzentrisch und, uh, vor allem eine ziemliche Augenweide. Und sie nahm mich natürlich nie so ganz ernst, wie’s die Frauen eben für gewöhnlich tun, sobald ich Interesse an ihnen hege. Tja.

Es war später Frühling, als ein gewisser Freund der besagten Mitbewohnerin unsere traute WG-Höhle besuchte. Netter Typ, unkompliziert, lustig und irgendwie cooler als Clint Eastwood beim Pinkeln. Fräulein Mitbewohnerin und er hatten jedenfalls spontan beschlossen, ins Mineralbad zu fahren. Und weil wir uns damals noch so unglaublich gut verstanden, wurde ich gefragt, ob ich mitkommen möchte. Meine Mitbewohnerin im Bikini angucken? Fünf Minuten später stand ich abfahrbereit an der Haustür.

Das Mineralbad an und für sich war eine feine Sache. Zwar kam ich mir an allen Ecken und Enden vor wie ein Rentner, der versucht, seine alten Knochen mit pseudogesundem Sprudelgebräu zu verjüngen, doch war’s wirklich sehr entspannend. Und dann kam’s: ab in die Sauna! Nackt und so. Keine Geschlechtertrennung. Uh!

Ich kann nur sagen, es gab keinen Tag in meinem Leben, an dem ich mir mehr gewünscht hätte, dass mir doch bitte jemand temporär die Augen entnehmen möge. Wie ein reich gedecktes Buffet hatte meine sehr ansehnliche Mitbewohnerin sich vor mir und dem unsagbar coolen Typen, der selbst in dieser Hitze noch Eiswürfel schwitzte, ausgebreitet. Insgesamt, ein Anblick, der in mir nicht nur das Schweißtreiben anregte. Also die Mitbewohnerin meine ich, nicht Mr. Cool. Ahem. Lassen wir das.

Ergebnis des Ausflugs: Ich lag noch spät abends mit offenem Mund in meinem Bett und hatte dieses fleischgewordene Kunstwerk vor Augen [etwas pathetisch formuliert, ich weiß]. Schlimm. Noch schlimmer jedoch sollte es letztlich dem lässigen Freund ergehen, den Frau Mitbewohnerin schon soooo lange kannte und der ganz gewiss niemals mehr von ihr wollen würde. Klar. Denn der hatte ihr am nächsten Morgen beim Frühstück seine Liebe gestanden, blitzte sowas von ab und ließ sich niemals wieder bei uns blicken. Wie überrascht sie tat. Dabei hatte ich’s ihr doch gleich gesagt. Der arme Knilch wurde von ihr eben nicht so ganz ernst genommen, so wie’s die Frauen eben für gewöhnlich tun, sobald man Interesse an ihnen hegt. Tja.

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