Sinniges aus 2009.

So, die großen Fressgelage sind beendet. Damit macht die Speiseröhre ihrem direkten Nachbarn, der Luftröhre wieder Platz, worauf wir alle endlich wieder kräftig durchatmen können, ohne bunt flackernde Lichter vor den Augen zu sehen, die garantiert keine Lichterketten sind.

Damit bekommen die Sinne auch endlich wieder Gelegenheit, Dinge aufzunehmen, die nicht mit ordinär viel Bratensauce übergossen und/oder großzügig gepuderzuckert wurden. Schöne Filme, zu dicke Bücher oder musikalische Ergüsse, bis die Ohren bluten. Und weil das Jahr nun tatsächlich vorbei ist und sicherlich in keinem der drei genannten Bereiche in den nächsten Tagen noch das Ei des Columbus auf den Markt gerotzt wird, preise ich doch eben mal so ganz uneigennützig meine diesjährigen Favoriten an.

Gelesen… Bücher gab es in diesem Jahr so einige, über die meine Augen flogen. Aber keines hat mich so gefesselt wie der, hm, recht dick geratene King-Roman mit dem grottigen Titel »Wahn« (Orig. »Duma Key«). Eine, alles in allem, sehr spannende Geschichte voller Dämonen, Geister und solcher, die’s mal werden wollen. Viel faszinierender als die flotte Handlung jedoch, und das ist seit jeher schließlich Kings (Achtung, Kalauer!) Königsdisziplin, gestaltet sich die Entwicklung des Hauptcharakters Edgar Freemantle, einem verunfallten und verlassenen Bauunternehmer, der auf der recht einsamen Insel »Duma Key« zurück ins Leben findet. Ich habe das Buch größtenteils im Urlaub auf Rhodos verschlungen und muss sagen, das Ding ist eines der großartigsten des »neuen« Stephen King.

Gesehen… Klar, für die Empfehlung kriege ich wieder mächtig eins auf den Sack, aber hey, es gab dieses Jahr eben keinen besseren Film als »Watchmen«. Kurzzeitig überlegte ich, ob mir Tarantinos schrullige Nazi-Klamotte wohl noch besser gefallen haben könnte, doch nein! Zack Snyders Comicverfilmung besticht durch die werkgetreue Umsetzung, präsentiert in brillanten Bildern, kommt mit durch die Bank weg perfekter Besetzung und einem so unglaublich passenden Soundtrack daher, dass man meinen möchte, der 300-Mann Snyder hätte den Streifen, so wie er ist, aus einem Jahrtausende alten Fels gemeißelt. So und nicht anders will ich Filme künftig sehen. Großes Kino, große Kunst und über alledem mit besserem Ende als im Comic.

Gehört… Und jetzt gibt’s noch mal was auf die Zwölf, fürchte ich. Da Metallicas »Death Magnetic« bereits 2008 erschienen ist, muss ich nun mal Green Days aktuelles Studioalbum »21st Century Breakdown« zur besten Platte des Jahres erheben. Das Ding macht beim Anhören immer wieder unheimlich viel Spaß, der Sound ist so perfekt, dass die Ohren vor Hörgenuss zu sabbern beginnen, und Längen sucht man sowieso vergebens. Dass die Atmosphäre des genialen Vorgängers »American Idiot« nicht ganz erreicht wird, lässt sich da doch ganz gut verschmerzen.

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