Bad Religion back to Berlin.

So, nun hab ich’s also geschafft und mir endlich »Bad Religion« live angesehen, bevor die Altherren sich eines Tages tatsächlich noch in den Ruhestand begeben. Leider konnte, bzw. wollte mich so recht niemand begleiten, so dass ich mich einmal mehr allein unter die Massen mischen musste, aber das tat der Sache ja keinen Abbruch. Also ging’s ab zu »Huxleys Neue Welt«, ’nem kleinen Schuppen, der ziemlich nach Schulaula aussieht und auch sonst recht gemütlich eingerichtet ist. Links und rechts der Bühne gibt’s nette Bars, so dass auch fürs leibliche Wohl gesorgt ist, und wem Mutti keine Stulle geschmiert hat, den erwarten vor der Tür belegte Brötchen. Wer mangels Größe oder sonstiger Einschränkung nichts sieht, der schiebt seinen Hintern auf eine der Tribünen. Alles bestens also.

Zwar bin ich zwar auch nicht gerade hoch gewachsen, aber ich war ja wie üblich zeitig da und sicherte mir einen Platz an der Bühne. Hm, allerdings hätte es auch gereicht, fünf Minuten vor Beginn da zu sein, um denselben Platz zu bekommen. Nun ja. Der Berliner Bad Religion-Hörer hat es scheinbar weniger eilig. Apropos Hörerschaft: Erstaunlicherweise gehörte ich nicht mal, wie erwartet, zur Riege der jüngeren Zuschauer, sondern befand mich tatsächlich im unteren Mittelfeld. Neben den obligatorisch anwesenden gewagt gegelten Jugendlichen waren auch so einige »Vatis« da, die ihre Strickjacke elegant um den Bierbauch gebunden hatten. Dorffeststimmung garantiert.

Doch genug der Vorrede… Die durchaus brauchbare Vorband »Eternal Tango« war schnell überstanden, als es auch schon losging. Das Bier hätte ich allerdings weglassen sollen, dachte ich noch, musste ich doch natürlich pünktlich zum Beginn der Hauptvorstellung aufs Klo. Aber da hätte ich mindestens gefühlte fünfzehn Tracks verpasst, also Knoten rein und weiter ging’s. Ahem.

Tja, und wie war’s nun so? Also so generell sind Bad Religion live irgendwie wie auf Platte. Nur ’nen Zacken schneller. Und da der Gig ja unter dem Motto »30 years Bad Religion« stand, wurden auch tatsächlich fast nur alte Nummern runtergeschraddelt. Wer »Suffer«, »Generator«, »Against The Grain« und Konsorten mochte, kam voll auf seine Kosten. Selbst das uralte [»Along The Way«] gab’s auf die Ohren – ganz klar einer meiner Lieblingstracks. Woohoo! Für die Neuhörerschaft waren aber auch etwa [»Sorrow«] und [»Los Angeles Is Burning«] im Programm.

Die Show an sich war ansonsten nicht der Rede wert. Routiniert wurde eine Nummer nach der anderen heruntergezockt, Bühnenprogramm Fehlanzeige. Ganz, als wäre Greg Graffin gerade aus einer Vorlesung marschiert und hätte die Dozentenrolle noch nicht wieder abgelegt. Aber klar, man hatte es ja mit Herren gediegeneren Alters zu tun, und bei einigen dachte ich zwischenzeitlich tatsächlich, dass das auch gut und gern mein Großvater sein könnte, der da die Gitarre an seinem Bierbauch malträtiert. Bisschen ernüchternd irgendwie, klingt die Band auf Platte doch noch immer erstaunlich frisch. Doch andererseits, waren die jemals jung? Egal, Konzert war gut, Sound war gut, Bier war gut. Würde ich noch mal hingehen? Wahrscheinlich. Dann aber bitte mindestens noch [»Struck A Nerve«] und [»The Answer«] spielen. Und [»Delirium Of Disorder«]. Joa.

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