»There’s a place where everyone can be happy…

... it's the most beautiful place in the whole fuckin' world...« Wo auch immer das sein mag, hier im wunderbaren Düsseldorf-Unterrath jedenfalls nicht. Schon gar nicht auf dem legendären Schaukelstuhl aus Aluminium. Weshalb ich mit über zwanzig Jahre alten Songtextzeilen um mich schmeiße, die Bad Religion einst schlicht »You« nannte? Nun, ich fand's eine gute Einleitung, zudem bin ich ja ohnehin der Meinung, dass viel mehr Menschen meinen äußerst erlesenen Musikgeschmack teilen sollten. Allgemein ist die Geschmacksfreiheit in derlei Belangen sehr weit fortgeschritten, was ich äußerst schade finde und was nicht unbedingt zum Weltfrieden beiträgt. Ach, was waren das noch Zeiten, als ich mir noch von echten Menschen echte CDs leihen konnte, weil die echt gut waren...

Doch ich schweife ab. Ja, ab. Doch ab wovon überhaupt? Mitunter weiß ich das selbst schon nicht mehr. Tatsächlich beschleicht mich manchmal das Gefühl, dass ich generell abdrifte, Menschen hin und wieder nur noch als einigermaßen unwirkliche und vorbeiziehende Asteroiden meines eigenen Universums wahrnehme. Sollte mir morgen jemand attestieren, die Bekanntschaften meiner letzten zehn Jahre seien nichts weiter als ein gewucherter Blumenkohl in meinem Kopf gewesen, mich würde es wohl kaum wundern.

Wo ich in dem Zusammenhang schon bei allerlei Zusammenhanglosigkeit bin, kann ich auch gleich noch in Richtung einer Anekdote aus meinem bescheidenen Leben abdriften. Da gab es nämlich diese frühen Jahre, in denen ich mein Leben für einen Traum hielt. Ja, ich war fest der Meinung - übrigens bis in die späte Grundschulzeit hinein -, dass mein Leben nichts weiter als ein Traum sei. Irgendwann würde mich nämlich meine Mutter einfach wecken, und alles wäre wieder, hm, gut oder so. Ich würde feststellen, dass es nie einen Mauerfall gegeben hat und auch all die gelebten Jahre würden nichts weiter als Wirren meines schlafenden Verstandes sein. War wohl doch nicht so. Es sei denn, ich penne immer noch.

So gar nicht verpennt war übrigens vorhin das Großmütterchen, das in der Supermarktschlange vor mir stand. Die einzige der anwesenden Kundschaft, die nicht nach Fischmensch aus einer Lovecraft'schen Gruselgeschichte aussah - abgesehen von mir, versteht sich. Diese Frau jedenfalls, nun, sie stellte eine Dose Bohnen auf die Kühlbox mit dem guten Speiseeis, das man vor lauter Warterei auch noch oben drauf packt. Das tat sie einfach, um den Anspruch auf ihren Platz in der Schlange geltend zu machen. Einfach so. Bam - stand die Dose. Und dann noch mal aufs Fließband. Bam! Dass sie dabei fast ein Preisschild umrannte - geschenkt. Bam!

Ach, das wird zu viel. Ich sollte hier enden und etwas Sinnvolles mit dem Abend anstellen. Zum Beispiel die Falten in der Gardine zählen. Oder aber das hübsche Mädchen an der Hotelrezeption angraben. In die hab ich mich doch glatt verliebt... Das würde ich sagen, wenn dem so wäre. Da ich aber hinfortdrifte, ist dem wohl nicht so. Wo ich schon beim Thema »Driften« bin: Habe ich übrigens erwähnt, dass mein Musikgeschmack wahrlich fulminant ist? Nicht? Nun, dann betone ich das, indem ich einfach mit einer weiteren Textzeile aus demselben Lied aufhöre, Käse in Buchstaben zu verpacken: »It's made of candy canes and planes and bright, red choo choo trains - and the meanest little boys, most innocent little girls...«

4 Gedanken zu “»There’s a place where everyone can be happy…

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