Ein Märchen, ein Märchen!

So mancher der hier Reinlesenden mag bereits mitbekommen haben, [dass ich mich ab und an mal der Schreiberei widme]. Da die Idee kürzlich aufgeworfen wurde und da ich selbst mich auch noch nicht dran versucht habe, denke ich gerade darüber nach, ein Märchen zu schreiben. Ja, richtig, so'n echtes Märchen mit Prinzen, holden Damen, Schlössern, Bösewichten und und und.

Bisher sieht die Stoffsammlung Folgendes vor: Zwei Prinzen, verbrüdert. Deren Vater, der König, rechtschaffen. Mutter, bzw. Gemahlin, verstorben. Zwei Schwestern aus dem Volk, hm, verschwestert selbstverständlich, mit Namen Johanna und Anabell. Weiterhin: eine Hexe, vermutlich eine Mondhexe, böse. Dazu natürlich ein Königreich samt Hofstaat, ein Mond für die erwähnte Hexe und ein paar magische Bohnen.

Das alles verquirlt ergibt in etwa folgenden Plot: Prinz Nummer 1 verliebt sich in böse aber schöne Hexe, die ihm also, weil sie ja böse ist, die Herzenswärme raubt, welche ach so voller Macht steckt, schließlich ist er ja Prinz und somit von besonderem Geblüt und so. Die böse Hexe, weil eben böse, wie gesagt, flüchtet, nachdem sie den armen Prinzen so verzaubert hat. Natürlich mit der Herzenswärme im Gepäck. Prinz 1 zieht allein los, um die »holde Dame« wiederzufinden, findet sie aber natürlich nicht, verkümmert vor Trauer, verlassen und so verletzt worden zu sein, wird innerlich kalt und fühlt sich nur noch dem ebenso kalten Mond verbunden. Schuld hat natürlich die blöde Mondhexe. Und so ist er dann auch ziemlich angepisst, weil ihm natürlich auch niemand sagen kann, wo er die Olle findet. Stattdessen beginnt er, mit dem Mond zu sprechen, der ihn zu sich ruft, weil er von hoch oben Rache an allen üben kann, die so sind wie die blöde Frau, die sich einfach davongemacht hat. Natürlich redet der Mond nicht wirklich, aber er ist ja verbittert, traurig, ein bisschen bekloppt geworden und so.

Wer suchet, der findet. Und so findet das Prinzlein jemanden, der ihm magische Bohnen vertickt. Natürlich entsteht aus denen, wie versprochen, eine gewaltige Ranke, mit der er dann bis zum Mond hinaufklettert. Oben angekommen, errichtet er sein Königreich, gänzlich aus Eis und holt, kalt wie er jetzt selbst ist, hübsche Mädchen von der Erde, die er hoch oben zu Eisskulpturen gefrieren lässt. Bis er eines Tages die gute Anabell raubt, was deren Schwester auf den Plan ruft. Die wendet sich in ihrer Not an den Prinz Nummer 2, der wieder im Schloss hockt, nachdem er jahrelang unterwegs gewesen war, um seinen Bruder zu finden. Fand ihn aber nicht und machte nur den armen Papa sterbenskrank vor Sorge. Johanna jedenfalls erzählt, dass sie gesehen hat, wie jemand ihre Schwester geraubt hat. Das passt zu den Geschichten, die er im Volk hörte, als er seinen Bruder suchte. Alles Gewäsch, das er natürlich nie glaubte. Nun ja, jetzt glaubt er aber eben doch dran, zumal die Beschreibung des seltsamen Mannes so sehr auf seinen Bruder passt. So erzählt Prinz Nummer 2 ihr alles, was sie wissen muss und schickt sie los, ihre Schwester zu retten und womöglich auch seinen Bruder. Er selbst kann ja nicht weg, weil sonst der Papa endgültig stirbt.

Tja, und so zieht die gute Johanna los und macht sich auf die große Suche. Den Rest verrate ich nicht, sonst wird's allzu öde, nehm ich an. Ist das irgendwie, hm, plausibel bisher?

10 Gedanken zu “Ein Märchen, ein Märchen!

  1. Anonymous

    Ohjee, die Gebrüder Grimm, Hans Christian, Lewis Carrol, Charles und Astrid Lindgren werden sich die Haare raufen! Klingt vom Plott wie ein lustiger Eintopf verschiedener bekannter Märchen, so als wenn Shrek auf HdR trifft oder mit Alice auf LSD-Tripp pimpert. Na dann schauen wir mal was am Ende daraus wird

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  2. PhanThomas

    Hmmm, ja, so ähnlich hab ich mir das auch gedacht. 😀 Im Prinzip ist's ein Eintopf aus allem, was man schon so kennt. 'nen bissl Videospielexpertise lass ich auch mit einfließen, aber das werde ich öffentlich leugnen.

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  3. Eifelkäuzchen

    Hmmm... interessant.
    Eogentlich recht typischer Ablauf,
    bleibt aber nicht so grob, richtig?
    Ich bin mal auf die Moral der Geschicht gespannt.
    Vergiss nicht, einen magischen Helfer einzubauen!

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  4. PhanThomas

    Doch, bleibt im Wesentlichen so grob. Also klar, die Erzählung fehlt ja noch. Aber Moral? Hat "Hänsel und Gretel" eine? Oder "Rotkäppchen"?

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  5. Eifelkäuzchen

    Definitiv.
    In der Ausbildung als Erzieherin beschäftigst du dich ein halbes Jahr lang in Deutsch/Literatur nur mit Märchen.
    So einfach Märchen auch aufgebaut sein mögen, so anspruchsvoll sind sie auch.
    Und sie sind aus der Kindererziehung nach wie vor nicht wegzudenken.
    Grade wegen der "Moral von der Geschicht" 🙂

    Also verfasst du auch den ersten Teil nochmal in einen "richtigen" Märchentext? Oder wie?

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  6. PhanThomas

    Hä? Das ist hier nur 'ne Ideensammlung. Damit ich nicht wieder alles vergesse usw. Und ich seh in den von mir genannten Märchen übrigens keine Moral. Die machen Kindern nur Angst, damit die nicht allein im Wald rumrennen. Gibt aber sicher auch andere, die eher mit der Moralkeule draufhauen. Aber muss ja nicht sein.

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  7. Eifelkäuzchen

    Ich hätt es dir auch zugetraut, dass du es so belässt. Man weiß ja nie 🙂

    Wann geht es denn jetzt weiter???
    Die Idee bisher ist ziemlich cool!
    Aber vom Auftakt alleine kann man kaum sagen, wie es wird.
    Ich will den Weg zum Mond lesen! Und irgendwelche Gefahren und Prüfungen, denen es noch zu widerstehen gilt!
    Und natürlich, was mit der Mondhexe, den Prinzen und den Schwestern geschieht.
    Wirds ein Happy End mit:
    "und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute" ganz wie bei den Gebrüdern Grimm, oder endet das Märchen wie bei Christian Andersen? Mit steifgefrorenen Hauptprotagonisten, und so?
    Hm, ich bin gespannt...

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  8. PhanThomas

    Hihihi, also ich hab mir schon von Hanni ordentlich vorgeben lassen müssen, was drin vorzukommen hat. 😀 Ich glaub, das ist gar nicht so einfach, da aus 'nem Märchen keine Fantasy-Geschichte werden zu lassen. Gerade den Weg zum Mond und solche Dinge... Na ja, wobei... den hab ich eigentlich ja schon als Teil der Erzählung vorgesehen. Zumindest so'n bisschen. Ach ja, und haben Märchen nicht immer Happy Ends? Also wohl auch meins. 😉 Und wie, enden die beim Andersen denn böse??? Nee, meins wird so'n ganz klassisches. Also hoff ich. Na ja, mal gucken. Ich glaub, ich leg mal los.

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  9. Eifelkäuzchen

    Nicht alle vom Andersen enden mies, geb ich zu. Aber er ist bekannt für Märchen mit wenig freundlicher Stimmung. 🙂
    Das Mädchen mit den Schwefelhölzlein ist das beste Beispiel.

    Yeay!
    Eine phanthomastisch-märchenhafte Erzählung und das mit Happy End sogar!
    Dann drück ich dir mal ein paar Däumelinchen, falls ich welchen begegne (*muhahah*... ach, war der schlecht 😛 )

    Man erwartet gespannt das Ergebnis!

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