Listen to this guy!

Hmm, fast habe ich das Gefühl, meine Blog-Updates driften zeitlich etwas auseinander. Lässt sich wohl kaum mehr auf herbstliche Ausläufer des Sommerlochs schieben. Da mir gerade auch sonst nur wenig Gescheites einfällt, vielleicht ein kleiner Musiktipp, der so ziemlich niemanden interessieren dürfte.

Es muss ein Moment geistiger Umnachtung gewesen sein, in dem ich mir die neue Weezer-Platte »Hurley« zugelegt habe, nachdem der Vorgänger »Raditude« ziemlich sicher in der Musikhölle aufgenommen und gepresst worden sein muss. Allein schon der Kerl auf dem Cover! Dass der Typ Namensgeber des Album ist und aus der Serie »Lost« stammt, will erst mal gewusst sein, war doch schließlich das selige »Akte X« die letzte Serie, die ich mit Begeisterung schaute. Nachdem das klar war, konnte es auch schon losgehen. Die erste Nummer, »Memories«, dudelt eher mäßig und zu betont fröhlich aus den Lautsprechern. Geht ins Ohr, ist musikalisch aber recht belanglos und sogar leicht peinlich. Dass ausgerechnet dieser Track die Singleauskopplung zum Albumstart ist, spricht entweder gegen den Musikgeschmack er Band oder aber für deren eigenartigen Humor. Nun gut, lassen wir's über uns ergehen und, woah, was ist das? »Ruling Me« möchte man geradezu in der Dauerschleife laufen lassen. Mäßig rockig, unheimlich poppig und so unverschämt einprägsam, dass man sich fast wünscht, Weezer hätten den Track einfach zehn mal auf die Platte gepresst. Mit »Trainwrecks«, »Unspoken« und »Where's My Sex?« geht's auf musikalisch gehobenem Niveau weiter, wobei vor allem der letzt genannte Track durch Coolness und einen zum Schmunzeln skurrilen Text auffällt. Anschließend fällt die Formkurve leider wieder, um pünktlich zum Abschluss mit »Brave New World« und »Time Flies« noch mal nach oben zu tendieren. Wer sich die Special Edition gegönnt hat, der bekommt noch vier Zusatztracks, wobei besonders das knackige »All My Friends Are Insects« durchaus hörenswert ist. Das grausige Coldplay-Cover »Viva La Vida«, das schon im Original unhörbar ist, hätte man sich dagegen sparen können. Was bleibt also? Eine durchaus hörenswerte und damit okaye Platte von einer okayen Band, die aber doch abermals einen Hauch Melancholie zurücklässt, schließlich waren Weezer Mitte der 90er mal eine Überband, die nur Überalben mit Übertracks hervorgebracht hat.

4 Gedanken zu “Listen to this guy!

  1. PhanThomas

    Weil mir Serien zuwider sind. Ich mag's nicht, wie da am Ende jedes Mal künstlich Spannung aufgebaut wird. Da fühle ich mich als Zuschauer irgendwie veräppelt, weil das so unrealistisch wirkt.

    Antwort

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