Stranger than fiction.

Es ist Montag, ich bin schreibwütig. Nachdem mein, uh, Emo-Wochenende vermutlich lediglich durch das Nichtvorhandensein des Kajalstiftes einer chronisch abwesenden Herzdame vor der Komplettkatastrophe bewahrt wurde, fühlte ich mich doch sogleich nach dem heutigen Aufstehen wie ein richtiger Mensch. Richtig schnittig sogar.

»Stranger Than Fiction« dröhnt aus den Kopfhörern, ich mache mich auf den Weg zum Bus, mich darauf freuend, noch ein wenig in meinem gestern begonnenen Buch blättern zu können: »Gut gegen Nordwind«, geschrieben vom Herrn Glattauer, der wohl aus Österreich kommt.

Und nun stehe ich Buchtipps ja immer etwas skeptisch gegenüber, weil doch mein Geschmack da scheinbar ein ganz sonderbarer zu sein scheint, aber diese Empfehlung war ein Volltreffer! Kurzer Abriss: Frau vertippt sich in einer Mailadresse und lernt so zufällig Mann kennen. Man kommt ins Gespräch und beginnt sich zu mögen. Alles weitere möge der geneigte Leser bei Amazon und Konsorten nachschlagen. Denn was ja eigentlich interessant ist, ist zum einen der ungeheuer treffsichere Wortwitz des Autors und zum anderen die Erfahrung, sich selbst immer wieder in Auszügen in den Charakteren wiederzufinden. Warum mailen die sich, fragte ich mich eingangs etwa und fühlte mich ein wenig betrogen, wie's mir jedes Mal in Filmen wie »Blair Witch Project« geht, wo mich die Tatsache aufregt, dass der Hirni die Kamera nicht abstellt. Ich meine, warum mailen sie denn nur? Warum nicht ICQ? Skype? Warum eine solche Bekanntschaft nicht aufbauen wie ich es schon gefühlte tausend mal getan habe?

Warum telefoniert der nicht, mögen sich Individuen der nächst höheren Kommunikationspräferenz in meinem Fall fragen. Nun, darum halt! Es ist das Ritual, oder nicht? Der Genuss am Akt, die Angst vor dessen Ende. Und da - Bam! - fühle ich mich ertappt, hab ich's plötzlich verstanden. Und so finde ich mich grinsend im Bus wieder. Neben mir die beiden Herren in ihren Maßanzügen, die juristisches Zeug fachsimpeln, worauf ich den iPod hochdrehe. »The Handshake«. Ah! Noch etwas weiterlesen.

Verspricht, eine gute Woche zu werden, meint nicht nur das Buch, nachdem die letzte passend zur Musik tatsächlich stranger than fiction war. Und schon deswegen sollte man besagte Woche auch mit was Gutem beginnen. Vielleicht. Daher geht ein Gruß an die charmante Buchempfehlerin aus dem rot-weiß-rot gestreiften, bereits erwähnten Nachbarland. Sie und alle anderen mögen mir meinen etwas fadenfreien Beitrag hier vergeben. Nun ja.

2 Gedanken zu “Stranger than fiction.

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