Man denkt.

Wenn man wie ich plötzlich 26 ist, also eigentlich näher an der 30 als an der 20, hm, quasi näher an der ersten Nahtoderfahrung als am stürmischen Ausbruch aus dem Teenagerdasein, dann macht man sich Gedanken. Dann fallen einem viele Sachen ein, weil man das Gefühl hat, es bliebe einem nicht mehr wirklich viel Zeit, um über gewisse Dinge nachzudenken. Also denkt man, und man denkt viel. Und weil ich nicht möchte, dass mein Kopf plötzlich zu pfeifen beginnt wie ein zum Kochen erhitzter Wasserkessel, schreibe ich am besten nieder, was ich so denke, wenn ich denke.

Ich denke ja, dass es Fügungen gibt. Ich will das nicht glauben, weil ich generell ja an gar nichts glauben will, doch ich denke es eben. Ja, ich denke, dass es Menschen gibt, die nur deswegen in mein Leben purzeln, damit sie eine Aufgabe wahrnehmen können. Damit sie etwas für mich erledigen können, eine Tür aufstoßen beispielsweise, eben etwas, das ich ohne sie nicht tun würde oder könnte. Haben sie getan, wozu sie gekommen sind, dann verschwinden sie plötzlich, so als wären sie nie da gewesen. Passt ganz hervorragend in mein von Egozentrik durchzogenes Weltbild und gefällt mir daher recht gut. Irgendwie jedenfalls.

Ich denke, dass Frauen eigentlich wie Tetris sind. Fiel mir gestern spontan beim Joggen ein, als ich versuchte, Baumwurzeln wie Hundescheiße gleichermaßen auszuweichen, und fand den Gedanken auf Anhieb brillant. Ja, wie Tetris, weil man Tetris eben leicht erfassen kann. Man weiß, worum's geht, und augenscheinlich ist die ganze Angelegenheit gar nicht sonderlich komplex: Steine aufeinandersetzen, das kann doch jeder, denkt man. Aber das ganze Ding zu meistern, das ist dann irgendwie doch eine Kunst für sich und mir zudem nie gelungen. Liegt auch daran, dass einem in den höheren Levels eklatante Fehler definitiv nicht mehr verziehen werden, dass ich eben dauernd solche Fehler begehe und dass man irgendwie nie die Steine zu bekommen scheint, die man sich wünscht. Ich zumindest nicht. Nun ja, wie sich das jetzt übertragen lässt, das überlasse ich der werten Leserschaft.

Außerdem denke ich, dass Tage wie der heutige nichts taugen können. Tage, die damit enden, dass man selbst vom Bewegungsmelder am Klo ignoriert wird, nachdem die vorangegangen Stunden einem nichts als Müdigkeit, halbgare Konversationen und Tomatensauceflecken auf dem Hemd beschert haben. Tage wie dieser eben, von denen ich denke, dass man nicht immer wissen muss, wofür man lebt, doch aber wenigstens wissen sollte, dass man es nicht für die Zeit vom Aufstehen bis zum jetzigen Augenblick tut. Grmpf!

Natürlich denke ich noch vieles mehr, weil an vieles gedacht werden will, während ich mit der scheiß Denkerei eigentlich gar nicht aufhören kann, obwohl ich's manchmal gern würde. Da man nicht jeden Gedanken in Worte fassen sollte, nehm ich an, und meinem Kopf außerdem nun weniger nach Bersten zumute ist, lass ich's bleiben. Einstweilen.

8 Gedanken zu “Man denkt.

  1. Anonymous

    Luise:
    Haaaaaaaaaaach....ja das ist gut.
    Aber eins steht fest...
    ich bin da und werde es immer sein, wenn ich unrecht haben sollte, was gewiss nicht der Fall ist, dann darfst du mich eigenhändig umbringen.

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  2. PhanThomas

    @Mary: Hmm, das scheint sich ja wirklich bitterer zu lesen, als es gemeint ist. Da werd ich mal drüber nachgrübeln. Vielleicht. 😉

    @Luise: Ich bring dich doch nicht um! Solltest du Unrecht haben, dann... hmm... ach, darüber denk ich nicht nach. Wirst du schon nicht haben. 🙂

    Antwort
  3. Anonymous

    Luise:
    Nein...ehrlich, ich habe gewiss Recht, also lieber Thomas, ich hoffe das du wenigstens gerade deinen Schlaf hast und die tollsten Träume, wenn nicht werde ich jetzt noch eine Runde für dich beten.

    Antwort
  4. PhanThomas

    Ja, gut geschlafen hab ich. Bin aber dennoch heute sehr, sehr müde. Musst also nicht den alten Herrn da oben extra anrufen. 😉 Der und ich, wir sind sowieso nicht gerade die besten Freunde.

    Antwort

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