Vom Dienst an der Flasche.

Mit absolutem Unverständnis verfolge ich die aktuelle Diskussion um den desolaten Zustand der Bundeswehr. Berichterstattung nach bester deutscher Tradition, in diesem Fall hochgeschaukelt am Beispiel des Äppelkahns »Gorch Fock«, in Insiderkreisen wohl auch »George Fuck« genannt, also dem Boot, auf dem man aus schlecht rasierten Halbstarken gut rasierte Männer macht. Oder so ähnlich eben.

Unverständlich ist mir an der ganzen Sache aber eigentlich nur, wie geschockt man sich ob der aktuellen Ereignisse nun gemeinhin in der Presse gibt, was die, ahem, »Traditionen« der Bundeswehr angeht. Ich als fauler Hund habe noch nicht einmal den - Gott möge ihn selig haben! - Wehr- oder Ersatzdienst absolviert, weiß aber dennoch, dass in dem Laden, der uns verteidigen sollte, seit jeher so ziemlich nur getrunken wird. Fragt man irgendeinen beliebigen Freund nach seinen schlimmsten Saufeskapaden, dann kann man fast schon sicher sein, dass er von umwölkten Abenden in Tarndress und bei Küstennebel zu schwärmen beginnt. Treffen gleich zwei solcher Probanden beim Bier aufeinander, kann man sich eigentlich schon ausklinken, weil die eh kein Ende mehr finden. Würde man den Anfang nicht mitbekommen, man könnte meinen, da fände ein Resümee des letzten Sommerurlaubs in illustrer Runde statt. Wen ich zum Wehrdienst ausrücken sah, den sah ich anschließend mit Plauze zurückkehren. Kann mir nicht vorstellen, dass es bei den Berufssoldaten anders aussieht.

Sind die Medien eigentlich wirklich so bescheuert? Warum muss es erst eine Meuterei auf der Bounty geben, bis man darauf kommt, dass unsere Landesverteidiger im gegenseitigen Wettschießen keinen Blumentopf gewinnen würden, wo selbst ich doch weiß, dass die Kerle allzu oft vermutlich nicht gerade standhaft vorm Feind, dafür aber umso trinkfester sind? Ein Haufen Flaschen quasi. Nicht umsonst sagt man doch, die Bundeswehr sei nur da, um den Feind so lange hinzuhalten, bis die Armee anrückt. Ich verstehe einfach nicht, warum da jetzt so ein Wirbel drum gemacht wird. Die Herren bei der Bundeswehr offenbar auch nicht, wenn man so manchen Kommentar liest. We soll's ihnen verübeln? Aber herrje, was les ich auch wieder Nachrichten? Wusste ich doch, dass mich das nur aufregen würde, verdammt!

17 Gedanken zu “Vom Dienst an der Flasche.

  1. Anonymous

    Luise:
    Nein, nein, dass ist gut.
    Du schaust die Nachrichten und ich lese deine Einträge....du sonderst das langweilige aus, schreibst etwas dran rum und schon bekomme ich die Nachrichten so zu lesen, wie es mir am besten gefällt,
    also danke...ist nie umsonst!

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  2. PhanThomas

    Wenn ich die hier kommentiere, dann ist aber die Objektivität raus. Wobei, das ist sie wohl schon, wenn man in der Zeitung so Zeugs liest. *seufz*

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  3. Tom

    Gerade weil es anscheinend im Moment so schlecht, um die Bundeswehr steht, sollte die Umstrukturierung noch schneller von Statten gehen, sodass die Bundeswehr nur noch aus Elitegruppen besteht.

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  4. PhanThomas

    Das Problem ist, glaub ich, gar nicht mal, dass es ach so schlecht steht, sondern dass das da einfach so ist und dass aus so mancher Mücke ein Elefant gemacht wird. Deswegen versteht das bei der Bundeswehr auch keiner, dass plötzlich so ein Raunen durch die Medien geht.

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  5. Anonymous

    Du liest diese Sachen und pfefferst sie gekonnt in den Äther hinaus (gehört hier ein Beistrich her? Schon, oder? Ich mach mal einen, also quasi prophylaktisch und wenn er doch nicht hin gehört, dann kannst du ihn dir gerne nehmen und einrahmen und als einzigen seiner Art zu den seltsamen "Kommas" in deinen Schubladen geben :-P), damit der aus dem Ausland das Preußenreich argwöhnisch beäugende Beobachter sein voruteilsbehaftetes Bild des Teutonen bestätigt weiß, darum machst du das und aus keinem anderen Grund! Doch! Wenn du eine altertümliche, papierene Zeitung in der Sonne an einem Kaffeehaustischchen sitzend liest, die halb gegessene Sachertorte unbeachtet darauf wartet vernichtet zu werden, dann, öh, sieht das sicherlich sehr weltmännisch aus! Jawohl.

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  6. PhanThomas

    Das Komma (!) sitzt richtig. Aber ich bin ja gar kein Zeitungsleser. Also das Bild musst du quasi streichen. Mich gäbe es zwar schon bei 'ner Tasse Kaffee, mit dem Hintern einen gemütlichen Stuhl oder besser Sessel wärmend, aber eine Zeitung wird man bei mir nie finden, bin ich doch quasi zur Hälfte digital. Mit so 'nem iPad könnt man mich aber schon... Ach, lassen wir das. 😉

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  7. pferdigkuchenhon

    Das find ich irgendwie witzig.
    Hatte ich doch eben erst gestern eine hitzige Diskussion mit nem Freund von mir über die derzeitigen nachrichten bei uns.
    Die haben nämlich die lustige Idee, Studiengebühren nicht nur wieder einzuführen, sondern gleich auf 500 Euro pro Semester raufzuschrauben. Meinereiner findet das einfach eine Frechheit, während er dazu nur meinte, gute Bildung dürfte auch was kosten.
    Ich sage: So ne Scheiße, Bildung ist für alle da. Und wenn der Staat geil ist auf gebildete Nachkommen, dann soll er das auch fördern.
    Als wär das Studium nämlich achso ein Spaß, neben Lernen soll man dann auch noch Nebenjobs und Praktika absolvieren, nur damit man sich eines Tages auch nur ansatzweise am Arbeitsmarkt profilieren kann. Würg. Politik.
    Also hier mal die österreichische problematik grob zusammengefasst 😀

    Liebe Grüße an den ebenso besorgten Nachbarn

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  8. PhanThomas

    Das haben wir ja schon längst durch, das Ding. Hier kostet ja so'n Semester 500 Euro. Wobei das auf das Bundesland ankommt. Da wo ich herkomme, werden, soweit ich weiß, keine Studiengebühren erhoben. Zumindest war's vor ein paar Jahren noch so. Ich find's insgesamt auch nicht gut, was da getrieben wird. Andererseits sorgen völlig überfüllte Unis auch nicht gerade für bessere Bildung. Na ja, das ist irgendwie ein heikles Thema. Aber ich finde dennoch, dass für Bildung Geld einfach keine Hürde darstellen darf. Sonst läuft da mächtig was falsch. Na ja, tut es ja.

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  9. pferdigkuchenhon

    Ja aber das wird sich dann auch nicht ändern, weil sie gleichzeitig die Studienbeihilfe ausbauen wollen.
    Frage: Warum stecken sie dann das Geld nicht einfach gleich in die Uni und verschonen uns damit?!
    Ich geh davon aus, dass die Verhältnisse gleich bleiben, nur dass man künftig dafür auch noch zahlen darf.
    Gesicherte Plätze in überfüllten Studien wie Publizistik oder Medizin? Utopisch. Wieso also dafür zahlen?
    Ich bleib bei meinem kleinen Institut, wo ich höchstens 1mal im Monat am Boden sitzen muss. Gewillt, weil ich am Vortag saufen war, kicher.

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  10. PhanThomas

    Wenn sie bei euch die Studienhilfe ausbauen, dann streichen sie an 'nem anderen Ende. Wie du's drehst und wendest, du kannst dir sicher sein, dass dich Bildung am Ende mehr kosten wird. Es scheint sich zu etablieren, dass nicht mehr der am weitesten kommt, der am begabtesten ist, sondern der, der am betuchtesten ist. Wer hat, dem wird gegeben, und wird ist der monetäre Faktor wohl höher anzusehen als das vorhandene geistige Grundkapital. Dass das nicht nachhaltig gedacht ist und man sich damit nicht unbedingt nur Spitzenkräfte heranzüchtet, daran denkt keiner, wenn doch der schnöde Mammon heute schon fließen kann. Traurig, das.

    TJa, und bei dir mag das alles noch gehen, aber frag mal so 'nen BWL'ler oder os. Die müssen sie vermutlich schon übereinanderstapeln, damit die überhaupt noch alle in die Hörsäle passen. Und außerdem sollst du ja gar nicht dafür zahlen, damit es da leerer wird, sondern dafür, dass irgendwer anders an ganz anderer Stelle mehr Geld übrig hat. 😉

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  11. Anonymous

    Ha! Du hast mich nicht ausgebessert, dass ich nicht "Kommata" geschrieben hab! Uh, wobei ich mir jetzt nicht socher, pardon, sicher bin ob man das so schreibt, also eben diese olle Mehrzahl...
    Uhund, neee, also n ipad doch bitte ja wohl nicht! Ne! Pfui! Das, hmmm, außer du magst aber auch wirklich nur dann, weil dem Bild mit dir mit weißem, na gut, beigem Hut am Kopf in besagtem Sonnenschein ist nicht so beeindruckend mit so nem Spielzeug, weil öh, weil da weiß mann dann ja, dass du eh nix siehst, weil das sicherlich zu verspiegelt ist oder zumindest irgendwie so, dass mans halt nicht lesen kann in der Sonne.
    Und die Elephanten halten sich nicht an die Vorgabe.

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  12. PhanThomas

    "Kommata" ist der zweite Plural. Der erste ist "Kommas". Insofern war da nichts auszubuessern. 😉
    Und ja, iPads sind in der Sonne echt nicht zu gebrauchen. Aber hübsch ausschauen tun die. Und sie sind zu mehr zu gebrauchen als so' E-Book-Reader. Ach und hab ich erwähnt, wie schön die aussehen? Äh, und was war jetzt mit Elefanten? Herrje...

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  13. Anonymous

    Luzifer
    Um ehrlich zu sein, kann ich auch nicht verstehen, was sie da für einen Aufriss deswegen machen. Aber in einer Sache irrst du. Nicht alle kommen mit Plauze zurück. Einige kommen mit Sprengstoff und anderen schönen Dingen wieder. Zugegeben, sie sind trinkfest da reinmaschiert, aber welchen Unterschied macht es schon. 😉
    Mehr als das aber, wundert mich eher, dass es so gepuscht wird. Jeder Eingezogene weiß, was ihn erwartet. Scheinbar scheint dies aber an der oberen Altersgeneration vorbeigegangen zu sein, denn anders lässt sich deren Bestürzung nicht erklären.
    Außerdem, wozu die Bundeswehr? Heutzutage lernst du in einigen Stadtteilen schon den Umgang mit Waffen, wenn du das 20 Lebenjahr erreichen willst, und genug Bierkiller sind auch täglich unterwegs.

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  14. PropheT

    Ich warte ja drauf, dass die Mannschaft der Gorch Fock meutert, das Schiff übernimmt und sich den Piraten am Horn von Afrika anschließt.

    Aber im Ernst: Es sind Bundis, ob zu Lande oder zu Wasser. Was soll man von denen erwarten.

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  15. PhanThomas

    @L: Na ja, über irgendwas muss halt berichtet werden. Aber zwischenzeitlich brennt ja Ägypten. Da hat unser Herr Minister noch mal Glück gehabt, denk ich. Jetzt interessiert das alles eh niemandem mehr.

    @PropheT: Herrje, immer dieses groß geschriebene T... Jedenfalls gutes Abschlussstatement: Was soll man von denen erwarten?

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