Bits und Bytes und viel Rumms in 3D.

Seit einem gefühlten Erdzeitalter war ich heute das erste Mal wieder im Kino. Nachdem wir im Büro den Beamer zweckentfremdet hatten, um die Urfassung von »Tron« im Besprechungsraum zu schauen - »Tron«, ein Film, produziert zu einer Zeit, in der ich noch Quark im Schaufenster war -, ging's ab ins Kino, »Tron Legacy« anschauen. Natürlich mit einer dieser feschen Heino-Gedächtnisbrillen auf der Nase, damit die Bits und Bytes der visualisierten Digitalwelt einem auch ja fachgerecht um die Rübe fliegen können. Man gönnt sich ja sonst nichts.

Aber zum Film, den zu schauen eine Kinokarte erfordert, für die man mal eben den Gegenwert des Bruttoinlandsprodukts eines asiatischen Kleinstaates berappen muss. Glücklicherweise hatten wir den ersten Teil direkt vor dem eigentlichen Kinofilm geschaut, denn so wusste man zumindest, worauf man sich einlässt, während man viel Geld ausgibt: ein handlungsfreies Bilderspektakel mit Dialogen, die direkt aus der Feder eines Günter Netzer stammen könnten. Und so war's dann auch im neuen »Tron«. Aufgehübschte Effekte in 3D und ein solider Jeff Bridges machten die Tatsache fast wett, dass mir der »Daft Punk«-Soundtrack, so passend er auch war, auf den Keks ging und dass der Hauptdarsteller (Wer zur Hölle ist Garrett Hedlund!?) irgendwie so überzeugend agierte wie eine ranzige Salami in der Wurstdose. Außerdem ist Jeff Bridges natürlich deutlich älter als im ersten Tron, weshalb man sein nicht gealtertes Pendant einfach mal eben digital in den Film einbaute, auf dass es keiner merken möge. Dass der digitale Bridges lediglich über die Mimik eines Pinocchio verfügt, was den ganzen Film reichlich Atmosphäre kostet, hatten die Macher scheinbar nicht bedacht. Hinzu kommen Logik- und Erklärungslöcher, gigantisch wie Windows-Sicherheitslücken, die den dreidimensionalen Kinospaß für mich doch deutlich trübten.

Was also bleibt? Bunte Bilder, hübsch arrangiert, sicher alles ziemlich teuer gewesen, bei alledem aber ein Plot, zu dem man sich die Haare raufen möchte und insgesamt ein Stück Zelluloid, dass dem ersten Teil aus den Achtzigern vor allem in Sachen Charme meilenweit hinterherhinkt. Außer Spesen also nichts gewesen? Nun, so in etwa.

6 Gedanken zu “Bits und Bytes und viel Rumms in 3D.

  1. OJ

    Jetzt vermies mir nicht den Film, den wollte ich noch sehen! Hab mir auch extra letzte Woche nochmal Teil 1 angeguckt. Das die Story nicht überragend sein wird ist ja klar, aber ich hoffe zumindest auf gute 3D Effekte.

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  2. PhanThomas

    @Butterbemme: Wie ich inzwischen gelesen habe, scheint das überhaupt die allgemeine Meinung zum Film zu sein. Ich sollte wieder Kinokritiken VORHER lesen.

    @OJ: Keine Sorge, dir wird der Film gefallen. 🙂 Der ist komplett handlungsfrei, quasi ein gerader Gang, wie'n Shooter eben, und er geht auch nicht lange. Und die 3D-Effekte sind gut, japp. Dennoch, der erste Teil ist einfach um Klassen besser.

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  3. ICH

    würde ich diesen Film kennen, würde ich ja gerne meinen Senf dazu geben^^
    Aber da ich ihn nicht kenne schweige ich lieber 😉

    Du könntest ja mal über den tollen, großartigen, hübschen Til Berichten 😛 😀

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