Feste druff.

Nein, ich will nicht. Ich möchte mich partout nicht mit dem Ehestuss dieser skurrilen Königsfamilie befassen, die auf der britischen Insel, wo es immer regnet und das Essen ungesund ist, seit jeher ihr Unwesen treibt. Tun schließlich schon alle anderen und es ist ja nicht so, als gäbe es nicht genügend andere wichtige Dinge auf der Welt, die etwas mehr Augenmerk verdient hätten. Doch das Volk verlangt nach Brot und Spielen und so sei es! Gibt's hier nur eben nicht von mir.

Kommen wir also zu den U-Bahn-Schlägern. Die man eigentlich ja eher U-Bahn-Treter nennen sollte, wo sie doch meistens eher treten als dass sie schlagen. Aber ach, Erbsenzählerei. Wie man hört, sofern man zwischen allerlei Royalgedöns überhaupt noch etwas anderes mitbekommt, wird gerade darüber gefachsimpelt, ob man solche, hm, »Täter« in einer Art »Warnschuss«-Aktion einbuchten sollte. Auch überlegt man, ob ein Alkoholverbot in U-Bahnen per Gesetz eingeführt werden sollte. Vermutlich alles auf dem Mist der CDU/CSU gewachsen, wie üblich.

Hm. Ist es nicht so, dass jemand, der gern mal feste draufhaut, eher weniger darüber nachdenkt, welche Strafe man ihm für seinen Prügelspaß aufdrücken könnte? Habe ich zumindest mal gelesen und finde ich auch ziemlich nachvollziehbar. Wäre das anders, dürfte es etwa in den USA, wo der Justizapparat ja gern und schnell mit der Giftspritze oder dem Zappelstuhl daherkommt, keine Mörder und dergleichen geben, oder? Gibt es aber und das wahrscheinlich auch nicht zu knapp.

Mit dem Alkoholverbot dasselbe: Die weniger freundlich gesonnenen Schläger aus dem Untergrund werden den Schnaps sicher nicht bechern, weil die Wartezeit auf die U-Bahn zu lang ausfällt, sondern lange, lange vorher. Das Zeug muss schließlich erst mal wirken. Was bringt das Verbot also? Richtig, einmal mehr nichts. Aber gut, lassen wir die CDU poltern. Was soll sie auch sonst machen, wo sie doch gerade so schlecht da steht und ihr keiner den neuen grünen Anstrich so recht abnehmen möchte?

Was aber soll man dann tun? Wie lässt sich garantieren, dass ich auch morgen noch angesäuselt sicher in die Berliner U2 purzeln kann, ohne dass jemand aus Langeweile meine Zahnstellung korrigiert? Was soll man mit den aggressiven Probanden nur tun? Nun, einfach an die Wand stellen und abknallen. Schon klar, geht nicht, darf man nicht, ist hässlich. Drückt aber sehr wohl aus, was man tatsächlich tun kann: nämlich nichts. Und das finde ich, obgleich sehr wohl davon ausgehend, dass es höchstwahrscheinlich nie anders war, doch sehr, sehr traurig.

4 Gedanken zu “Feste druff.

  1. Sunnyplüsch

    Oh, doch "man" kann eine Menge tun, in diesem Fall die Gesellschaft. Die wenigsten Leute prügeln einfach, weil sie sich prügeln wollen. Sie sind frustriert und nicht ausgelastet, das ist meiner Ansicht nach der erste Grund. Frustriert, aus Perspektivenlosigkeit. Angst vor der Zukunft, vor Arbeitslosigkeit mit dem Wissen, dass sie ihren Eltern bis zum 25. Lebensjahr auf der Tasche liegen müssen. Der Staat will es ja so.
    Will die Gesellschaft also etwas gegen diese Schläger tun, dann muss die Gesellschaft etwas an sich selbst tun. Chancen geben, auf die Leute zugehen bevor sie schlagen (oder treten), ihnen Wege aufzeigen, dranbleiben. Und im Fall der Fälle Präsenz zeigen, sich einmischen, deeskallieren.
    Ich finde "man" kann eine ganze Menge tun.

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  2. PhanThomas

    Seh ich nicht so. Man kann dadurch sicher vorbeugen und dafür sorgen, dass die von dir genannten Fälle eventuell versorgt sind, aber im Grunde genommen glaube ich nicht, dass man so sehr an den Grundfesten einer Gesellschaft rütteln kann, um solche Gewaltausbrüche zu verhindern. Der letzte Fall hatte z.B. mit vergebenen Chancen, Arbeitslosigkeit, etc. so gar nichts zu tun. Huh, dieses Mal gab's noch nicht einmal einen Integrationshintergrund. Einzelfälle wird es immer geben, und letztlich ist es sowieso genau das: Einzelfälle. Die sind an und für sich aber schon traurig genug.

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