Die IT und ich.

Zwar arbeite ich bereits seit ein paar Jahren in der IT-Branche, dennoch sind wir zwei uns nie so ganz grün geworden, die IT und ich. Von Anfang an stand unser Verhältnis unter einem schlechten Stern. Einstmals, als noch Minnesänger die Kopfsteinpflaster überfüllter Burgstädte bevölkerten und nimmersatte Gutsherren ihre Ländereien ausbeuteten, da begann ich ein Wirtschaftsinformatikstudium an der Berufsakademie im fürchterlichen Stuttgart, das ganze in Kooperation mit einem, nun ja, zumeist blau gefärbten Versicherer, den der eine oder andere vermutlich kennt. Ahem. Ja, ich war quasi der Advokat des Teufels.

Damals, als die Sterne nachts deutlich heller strahlten und meine jugendliche Schnittigkeit dem unachtsamen Passanten noch ernste Wunden zuzufügen vermochte, da war ich der festen Ansicht, dass das genau mein Ding werden würde: Cooles Zeug an fetten Rechnern programmieren, das wunderbar flüssig animiert und mit saftigen Sounds ausgestattet wahre Wunderdinge verbringen würde, yeah, das war der Bringer, das war Sex in Bits und Bytes und in rekursiven Funktionen.

Daran glaubte ich genau solange, bis man versuchte, mir armem Studenten die Vorzüge der Programmiersprachen PL/1 und Cobol näher zu bringen. Jaaa, PL/1! Und Cobol! Woah! Wer sich da nicht auskennt: Das ist inetwa so, als würde man sich beim Kinobesuch darauf freuen, gleich den Actionfilm des Jahres mit jeder Menge Krachbumm und hohem Bodycount zu sehen, nur um dann alle Folgen von »Fackeln im Sturm« am Stück ansehen zu müssen. Statt cooles Nerdzeug an noch cooleren Computern zu machen, musste ich die Dinosaurier der Branche bürsten, schaurige Programmierfolter auf Computern, so groß wie Schuhschränke betuchter Society-Weiber. Ach.

Von diesem Schock habe ich mich nie so recht erholt, glaube ich. Das alles war ... hmm ... also das war irgendwie eine herb traumatisierende Erfahrung, die ich jetzt einfach mal loswerden musste.

10 Gedanken zu “Die IT und ich.

  1. Piano

    Da bist du nicht alleine mein Lieber. Ich hatte auch diese Richtung gewählt und musste leider feststellen, dass ich was Programmierung angeht gänzlich unbegabt bin. Ich kann dir einen Rechner zusammenbauen und alles installieren, aber programmieren kann ich null. Es scheiterte bereits an JavaScript und C++. Wir sind quasi seelenverwandt 🙂

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  2. PhanThomas

    Hihi, das ist ja amüsant. 🙂 Ich hab dann später auch festgestellt, dass Programmierung einfach so gar nicht mein Ding ist. Inzwischen geht's zwar, aber so was wie Java oder C++ kann ich immer noch nicht wirklich. Bin aber letztlich trotzdem in der Branche geblieben. Und bei mir fing's auch damit an, dass ich dachte, ich könnte das alles, schließlich kann ich ja auch PCs zusammenschrauben. 😀

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  3. Butterbemme

    Ohjee, C++. Das ist aber echt der letzte Scheiß. Hatten wir in der Berufsschule inkl. inkompetenten Lehrer. Da lernt sich das richtig leicht 😉
    Java ist da meiner Meinung nach um einiges leichter (was evt. daran liegt, dass ich es fast täglich auf Arbeit brauche).

    Aber die schlimmste Sprache die ich kenne und die wir auch auf dem Gym hatten, ist/war Prolog -wenn man das überhaupt Sprache nennen kann. Jeder des sie/es kennt, tut mir leid...

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  4. PhanThomas

    Den inkompetenten Lehrer hatte ich damals auch. Der raffte in Sachen Java die Objektorientierung eigentlich gar nicht, so dass nur die wenigsten von uns damals verstanden, was das tatsächlich ist und wie das funktioniert.

    Und von Prolog hab ich gehört. Gelernt hab ich es glücklicherweise nicht. 😉

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  5. prophet

    Ach, COBOL kommt tatsächlich noch ab und zu vor, das ist nicht tot. Wenn man aber eine Programmiersprache lernen will, von der man etwas hat, lernt man entweder C#, Perl oder -ich sage es ungerne- Java.

    Ich persönlich bin bis heute nie über zweizeilige Batch-Scripte hinausgekommen und habe am Programmieren so gar keine Freude gefunden. Da stecke ich lieber Hardware zusammen und rege mich über Windooo auf.

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  6. PhanThomas

    Ja, natürlich kommt Cobol noch oft genug vor. Zumindest in den Versicherungs- und Bankschlachtschiffen. Aber schön ist anders, vor allem, wenn man jung ist, keine Ahnung hat und dann diesen Dreck lernen soll. Na ja.

    Und das Programmieren ist auch nicht mein Ding. Bisher hab ich mich immer irgendwie drumrum gedrückt. Ich kann das zwar, wenn's sein muss, aber im Blut liegt's mir auch nicht.

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  7. Lisa

    Ich musste mich heute den ganzen Tag mit unserer Hotline in Polen rumquälen... und am Ende hat der mehr kaputt gemacht, als geholfen 🙁 Kann ich das nächste Mal dich anrufen, Thomas???

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  8. PhanThomas

    Öhhh, was hast du denn gegen polnische Hotlines? 😉 Und was hat er denn kaputt gemacht? Also klar, ruf nur an, solange ich nicht unterhalb irgendwelcher Tische rumkrauchen muss. 😉 Macht dann 200 Tacken die Stunde, außerhalb meiner üblichen Geschäftszeiten gibt's 50 Prozent Aufschlag.

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  9. Lisa

    Hat sich zum Glück jetzt endlich erledigt, und wer hat es gerichtet? - Die alte (abgeschaffte) Hotline in Deutschland, die für die kniffligen Fälle immer noch da ist...
    Du bist mir eindeutig zu teuer, meinst du, das entspricht deinem Marktwert? 😉
    Liebe Grüße!!!

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  10. PhanThomas

    Natürlich entspricht das meinem Marktwert! Ach was, eigentlich ist das sogar unter Wert. Das war eher eine Art Freundschaftspreis. Quasi geschenkt. Daran verdien ich schon gar nichts mehr. 😉

    Liebe Grüße zurück (die gibt's umsonst)

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