… and we play Rock’n’Roll!

Uh, die Woche ist einem Gulli aus Arbeit versickert und hat weder Zeit noch Themen fürs heimische Blog hinterlassen. Abgesehen vom Mittwoch, denn da lud die Columbia Halle zum Motörhead-Konzert. Solange der olle Lemmy noch gerade stehen kann, dachte ich, sollte man die Gunst der Stunde nutzen und sich das Geschrammel mal live anschauen.

Gesagt, getan und überraschenderweise war gleich die erste Live-Band gar nicht eben verkehrt. Graveyard nannte sich der Tross aus langhaarigen Schnauzbartfetischisten, die aussahen, als hätte man eine Sechzigerjahre-Rockcombo seinerzeit eingefroren und just diese Woche wieder aufgetaut. Vorbandtypisch war der Sound natürlich ein wenig übersteuert, was sogleich die Ohren kräftig zum Klingeln brachte. Ein paar Ohropax sollte ich mir nicht das letzte Mal an diesem Abend wünschen.

Da dieser Abend anschließend immer noch frisch und die Lauscher noch funktionstüchtig waren, gab's gleich noch 'ne Vorband hinterher, nämlich Loaded, eine Rockkapelle unter der Führung von Duff McKagan, dem ehemaligen Guns N' Roses-Bassisten. Da der auch früher weitestgehend nur Bass spielte und wohl keine Lieder schrieb, war die Klangsuppe relativ eintönig, auch wenn sogar ein paar alte GNR-Nummern gespielt wurden. Dafür war der Sound dieses Mal dermaßen basslastig, dass ich Angst hatte, mir würde entweder gleich die Hose hinfortflattern oder der Schließmuskel versagen. Info am Rande: Weder das eine noch das andere trat ein. Aber Ohropax wären schon gut gewesen.

Doch dann ... Motörhead haben anschließend nicht lange auf sich warten lassen und so ging's auch gleich ordentlich zur Sache. Hey, das kann nicht der echte Lemmy sein, dachte ich noch, sieht der Kerl doch auf Videomitschnitten deutlich größer aus, da war's auch schon zu spät fürs Nachdenken, denn eine vernichtende Welle aus, hmm, nennen wir es mal Krach begrub mich unter sich. Wow, ich habe mal gehört, die Band wäre früher noch lauter gewesen, dennoch, zumindest mir ist bisher nichts vergleichbar Lautes zu Ohren gekommen. Die Löffel an einen aufheulenden Formel-1-Motor zu halten könnte vergleichbar sein. Unbeschreiblich cool! Und während Gitarrist Phil Campbell und Trommler Mickey Dee noch für Showeinlagen sorgten, versuchte Lemmy, bei dem man nie sicher war, ob man gerade seinen Bass oder seine Stimme hörte, es gar nicht erst. Man hätte ihn auch auf der Bühne festtackern können, stand der Altrocker doch wie ein abgestellter Kachelofen an seinem Mikro und donnerte eine Nummer nach der anderen runter. Dabei waren alte Klassiker wie »Metropolis« und natürlich »Ace Of Spades«, aber auch ein paar Songs vom letzten Album und die launige Akustiknummer »Whorehouse Blues« von der 2004er Scheibe »Inferno«.

Alles in allem ein wirklich gelungener Abend, rückbetrachtend vor allem seit ca. heute Vormittag, denn seitdem ist der Tinnitus gottseidank wieder verschwunden.

4 Gedanken zu “… and we play Rock’n’Roll!

  1. pferdigkuchenhon

    hihi den guten lemmy hatte ich mir heuer auch schon reingezogen und mir währenddessen immer wieder die frage gestellt, ob denn die tontechnik jetzt nun vollkommen im arsch sei oder seine stimme. (dazu muss man sagen davor haben in flames gespielt, bei denen manchmal sogar ein ganzes lied ohne gesang gespielt wurde, ohne von der band bemerkt zu werden, weil mikro kaputt oder tontechnik scheiße, wasweißdennich) aber hauptsache laut und spaßig lautet wohl ihre devise 😀
    klingt nach nem coolen (und verdammt lauten) abend hehe

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  2. Thomas Meyer

    @Butterbemme: Solltest du dann mal tun, solange er noch auf die Bühne steigt. Ganz jung ist der Herr ja nun auch nicht mehr.

    @Hottehü: Ja, der Sound muss so. 😀 Da ist dann nichts kaputt. Hm, und vermutlich standest du einfach auch gar nicht vorn, was? Sonst hättest du anschließend auch über kaputte Ohren geklagt. Also so was ist zumindest mir bisher noch nicht untergekommen!

    @Pia: Au ja, das sowieso! Auch ganz toll für Sport. Fürs Laufen etwas schnell, aber wenn man eh 'nen flotten Fuß hat, dann passt auch das. 🙂

    Antwort

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