Das Spiel mit dem Geld.

Hach, ist es nicht herrlich? Es ist gerade erst Montag und fast eine komplette Arbeitswoche droht noch. Wenden wir uns daher vom Alltagsgeschäft ab und gehen über zu etwas Unterhaltung. Wo ich nun also bei Unterhaltung bin: Ich schaue ja ganz gern Trickfilme, oder Cartoons, wie es zu Neudeutsch heißt. Jedenfalls, während ich so was schaue und meine bessere Hälfte mitschauen muss, weil ich nun einmal Herr der Fernbedienung bin, kommt ja auch ab und an Werbung. Die schaue ich natürlich auch, denn da wird Spielzeug gezeigt, das mich an meine Kindheit erinnert und an die vielen schönen Erlebnisse, die ich mit dem Zeug gehabt hätte, wäre ich jetzt jung und nicht alt und bärtig.

Wie dem auch sei, es gibt da dieses Monopoly Banking, dessen Spot etwas häufiger über die Mattscheibe flimmerte. Ich hielt das zuerst für einen Scherz, aber es gibt tatsächlich eine Banking-Variante des althergebrachten Kapitalismuslernspiels. Kurz erklärt, wo der Unterschied liegt: In der Banking-Fassung des Brettspiels wird nicht mit Banknoten bezahlt, sondern mit Kreditkarten. So können dann auch mal Millionenbeträge den Besitzer wechseln. Spielt übrigens in Berlin, die fröhlich bunte Geldschieberei. Ahem.

Aber es ist schon irgendwie zynisch. In Zeiten, in denen Banken verstaatlicht werden müssen, in denen Raubkapitalismus von sozialistisch inspirierten Fangnetzen abgefedert werden muss, kommt ein Spiel, das den monetären Wahnsinn ins Wohnzimmer bringt. Wobei ich vielleicht erwähnen sollte - der geübte Blogger recherchiert schließlich -, dass diese fast schon unverschämte Monopoly-Variante bereits 2005 auf den Markt kam. Nur die Werbung scheint recht neu zu sein. Also kam das Ding verhältnismäßig kurz vor dem großen Zusammenbruch der Banken in Folge der Immobilienkrise in die Läden. Irre! Die Kunst imitiert das Leben. Bzw. tut's in diesem Fall die Spieleindustrie, aber das klingt irgendwie weniger schön.

9 Gedanken zu “Das Spiel mit dem Geld.

  1. Moena

    Böse Zungen behaupten, dass das nur geändert wurde, weil die Kinderchen von heute an der ganzen Rechnerei in dem Spiel scheitern. Ahem.

    Im Übrigen hattest du nicht die Macht über MEINE Fernbedienung. Ich wollte sie nur nicht haben. 😉

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  2. Thomas Meyer

    Noch bösere Zungen behaupten, ich hätte da früher immer nur gewonnen, weil mein Hintern weich auf einem Stapel nicht sichtbarer Zehntausender vebettet war. Vielleicht auch daher die Karten.

    Und herrje, lass mir doch mal meinen Platz an der Sonne. 😉

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  3. Moena

    Ich finde meine Variante immer noch naheliegender. 😛

    Und ... Sonne? Welche Sonne? Hattest du heute welche?!
    Das würde ja schon wieder an Frechheit grenzen.

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  4. Thomas Meyer

    Nee, es gab gestern nicht wirklich Sonne. Heute noch weniger. Dafür dann aber herrlich eisigen Sprühregen. Ah, das erfrischt nach einem Tag im lauschig warmen Büro!

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  5. Thomas Meyer

    Doch doch, ich habe es zu Ende gespielt. Mehrfach sogar. Aber stimmt, meistens endet es tatsächlich so. Wie im wahren Leben eben. Einer stapft immer wütend davon.

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  6. prophet

    Ich glaube, es ist der heimliche Sinn des Spiels - Leute so lange zu quälen, bis sie gelangweilt und frustriert aufgeben.

    Eine richtige Wirtschaftssimulation quasi.

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  7. Otti

    Ich habe Monopoly auch immer gern gespielt. Mittlerweile denke ich aber, würde es mir keinen Spaß mehr machen, weil man irgendwann eben eine Taktik entwickelt und dann eben keinen Überraschungseffekt mehr hat. Trotzdem gutes Spiel!

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  8. Thomas Meyer

    prophet: Eigentlich ist es dann doch schon keine Simulation mehr.

    @Otti: Die Taktik funktioniert aber nur so lange, wie man gegen immer dieselben Leute spielt, die selbst zwischenzeitlich keine Taktik entwickelt haben. 😉

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