Denker & Macher

In letzter Zeit, wo ja die Nachrichten so schlecht sind und die monetäre Welt mal wieder am Abgrund zu stehen scheint, also in letzter Zeit halt, da frage ich mich ein wenig, wie's wohl wäre, auf unserer weiten Welt, wenn selbige von Denkern gelenkt werden würde.

Generell unterscheide ich die Menschen nämlich in Denker und Macher. Die Welt wird regiert - ganz klar - von den Machern. Die Macher, das sind die, die voranpreschen, die was bewegen wollen, die an sich selbst glauben und so viel Arsch in der Hose haben, ihrem Gegenüber selbst dann ins Gesicht zu pinkeln, wenn selbiges durchaus in Faustschlagreichweite vor ihnen steht und bereits vor Wut kocht.

Die Macher denken nicht allzu viel, das ist klar, denn sonst wären sie ja Denker. Sie lassen sich beraten von Beratern, die auch eher Hybriden als Denker sind, denn Denker, die will keiner haben, die sind unbequem. Die stellen Fragen, hinterfragen, machen Gegenvorschläge. Denker sitzen zu Hause, an Stammtischen vielleicht noch, ja, aber nicht in Parlamenten. Denker schreiben Manifeste, bzw. bloggen sie heute wohl eher. Sie hauen hier und da ein Buch auf den Markt, das alle sehr schön finden, sehr durchdacht, sehr patent und durchaus brauchbar. Das sollten die mal lesen, die da oben, denken sich die Leser dann.

Die Macher aber, die lesen die Bücher selbstverständlich nicht, weil sie sie erstens nicht verstehen und zweitens so dermaßen in ihrem Kosmos des Machens eingepfercht sind, dass sie sich ohnehin für die wahren Sonnenkönige halten. Und weil Macher zu beschäftigt und zu egozentrisch sind, um mal über den Tellerrand zu blicken, wird das nichts mit dem Lesen. Sie sind nicht ungebildet, mitnichten, aber sie denken eben nicht. Sie machen. Und weil das Machen immer nur im Hier und Jetzt stattfindet und niemals im Morgen, ist irgendwann die Kacke am Dampfen. So wie jetzt halt.

Und man muss das gar nicht auf die Politik beziehen. In der freien Wirtschaft klappt das genauso gut: Denker sitzen selten in Chefetagen, denn die Plätze dort oben werden gewärmt von Machern. Denker wollen aber auch gar nicht da sitzen.

Dennoch, ich frage mich nun eben, um den Bogen mal nicht zu weit zu spannen, wie die Welt wohl wäre, wenn Denker sie lenken würden und Macher zwar machen könnten, jedoch ohne gleichzeitig Entscheider zu sein.

Ob diese Welt, diese Denkerwelt, wohl eine bessere wäre?

7 Gedanken zu “Denker & Macher

  1. Moena

    In einer Denkerwelt würde wohl nicht mehr viel vorankommen, weil die Denker immer nur denken und hinterfragen und Gegenvorschläge austüfteln und nicht machen.
    Das jedenfalls wäre die logische Konsequenz aus deiner Unterteilung.

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  2. Thomas Meyer

    Das kann gut sein, dass die Welt dann still stünde. Aber wäre das so schlimm? Na ja, zumindest manchmal fände ich das sehr nett. So ein bisschen Ruhe und Gemütlichkeit. Baloo wusste da schon Bescheid. 😉

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  3. Erdbeerwolken

    Ich denke, dass es vielleicht eine perfekte Mischung sein müsste. Mischungen sind immer gut, Mischungen sind nicht so engstirnig und lassen sich hin und wieder in die Karten schauen, nehmen Vorschläge an und geben Fehler zu. Also eine Mischung, ja.

    Antwort

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