Abgedankt. Ein, zwei Worte …

Nix mehr zu lachen?Okay okay, die letzten Tage war's hier etwas ruhig, obwohl ich mir doch vorgenommen hatte, häufiger zu bloggen. Öhm, vermutlich hatte ich mir das vorgenommen. Liegt jedenfalls hauptsächlich an trauter Zweisamkeit mit meiner Herzdame.

Und nur zum Teil lag's auch daran, dass mein Haushalt hier endlich in der Neuzeit angekommen ist. Soll heißen, statt der alten tonnenschweren Röhre gibt's hier jetzt einen formschönen LED-Fernseher in angemessener Größe. Ein optischer Dauerorgasmus quasi, der mir völlig unverständlich macht, wie ich es zuvor nur mit so einem uralten, hm, Ding aushalten konnte.

Aber nun ja, so ließ sich der Abgang des Christian Wulff auch gleich in neuer Bildqualität genießen. Ich kann mich nicht erinnern, wann ich das letzte Mal so froh über den Abgang einer, nun ja, »politischen Größe« war.

Obwohl man ja eigentlich auch ein wenig dankbar sein muss, wenn man ehrlich ist.

Dankbar dafür, dass ausgerechnet ein Bundespräsident das Abziehbild der gesamten empfundenen politischen Garde geworden ist. Ein Sinnbild für die unverschämte Raffgier derer, die mehr als genug haben und den Hals dennoch nicht voll bekommen, ein Gesicht für das Problem des Lobbyismus im Land und vor allem ein Name für die Arroganz und Ignoranz denen gegenüber, die sie doch eigentlich vertreten sollten. Vielleicht regt's ja zum Nachdenken an. Vielleicht.

Und nicht nur habe ich mich selten so sehr über den Abgang einer einzelnen Person gefreut, nein, ebenso selten habe ich mich für einen Repräsentant dieses Landes geschämt. Na ja, mal abgesehen vom Noch-Außenminister vielleicht.

Es will mir einfach nicht in den Kopf, wo die Habgier in den Köpfen derer, die es nicht nötig haben, herkommt. Christian Wulff war sicher nicht der einzige Politiker mit Verfehlungen, nur war er selten ungeschickt dabei, seine fragwürdigen Handlungen zu verschleiern. Es will mir auch nicht in den Kopf, wo ein Politiker auf dem Weg an die Spitze den Anstand verliert, den Respekt vor dem Volk, ja, den Blick für die Realität, wenn man so will. Denn all das Selbstmitleid, die Falschaussagen und Verharmlosungen, die dieser ehemalige Bundespräsident in vergangenen Interviews in Worte verpackt hat, zeugen doch entweder von ausgesprochener Unverfrorenheit oder schlichtweg von Realitätsverlust.

Abschließend und weil ich es loswerden muss: Wie wunderbar ist es doch, dass dieser Schnorrer von der Bildfläche verschwunden ist. Eine Schande fürs Land ist gegangen. Gottseidank!

9 Gedanken zu “Abgedankt. Ein, zwei Worte …

    1. PhanThomas

      Beitragsautor

      Nicht im Namen des Volkes? Jedenfalls irgendwas mit Volk, ja. Vielleicht lebt der in seiner eigenen Welt und definiert den Begriff "Volk" anders.

  1. tjoa manchmal ist es gar nicht so schlecht, wenn sich jemand verpisst. mehr oder weniger freiwillig.
    und wenn ich dann an den tod jörg haiders denke, an dems auch wirklich nichts zu bedauern gab, tja. man soll niemandem den tod wünschen, aber man soll auch nicht mitgefühl heucheln, wenn man keines empfindet nicht?
    🙂

    Antwort
    1. PhanThomas

      Beitragsautor

      Wie singen die Toten Hosen? "Er war doch nur ein Arschloch. Warum sagt niemand die Wahrheit?" Na ja, wobei das beim Haider wohl gemacht wurde. Andererseits ist der ja nicht mit dem "Schnorrer" zu vergleichen. Aber nachtrauern muss man gewiss keinem von beiden. 🙂

    1. PhanThomas

      Beitragsautor

      Hihi, danke. Irgendwann muss man ja auch mal in der Neuzeit ankommen, nech? War's bei dir vorher auch noch so 'ne alte Kiste?

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