Vom »Glücklichsein« (Achtung: Alt-Content!)

KleeIch muss mich hier doch einfach mal loben. Bisweilen kommen mir wirklich nette Gedankengänge, denen ich auch nach Jahren noch zustimme und an deren Formulierung ich noch nicht einmal ansatzweise feilen möchte. Der folgende Text, irgendwann Ende 2009 verfasst, ist beispielsweise so einer. Handelt vom Glück, bisschen esoterisch vielleicht, ansonsten aber volle Zustimmung auch heute noch von des Autors zwei Jahre älterem Pendant.

 

Vom »Glücklichsein«

Hab ich das Thema Glück schon mal besprochen? Bestimmt hab ich das schon getan, schließlich rede und schreibe ich zu viel, doch das, hm, ist mir wie immer natürlich reichlich egal. So fesselnd ist meine Gedankenschreibe schließlich nicht, als dass sie nicht wegklickbar wäre, um anderswo im Netz der Freuden seine kostbare Zeit zu vertun. Und nun schmeiße ich's einfach mal in den pixeligen Raum: Was ist eigentlich Glück? Einerseits wohl das Gefühl, das man im Zusammenhang mit unerwarteten, materiellen Werten oder aber ebenso unerwarteten aber dafür sehr angenehmen, erlebten Ereignissen fühlt und das somit zeitlich auf diesen Moment beschränkt ist. Der Engländer an sich nennt das dann wohl »lucky«. Aber nach dem "lucky" zu streben, ist doch eine ziemliche Farce, nicht wahr? Da können wir gleich davon leben, uns jeden Abend die Birne mit allerlei berauschenden Mittelchen zuzuknallen. Also klotzen wir doch lieber gleich richtig und streben nach dem guten alten »happy«. Ja, der Engländer an sich war da schon sehr früh sehr schlau und machte einen Unterschied zwischen Glück im banalen und Glück im wahrhaftigen Sinne.

Nun ja, und nun mag natürlich jeder seinem ganz eigenen Lebensziel entgegenstreben. Der eine hält windschnittig auf das gesetzte, große Ziel zu, will dabei selbstverständlich über »Los«, 4.000 Mark einziehen, und auf keinen Fall ins Gefängnis gehen, der nächste schmort im eigenen Saft, bis es Zeit wird, sich mal zu wenden, findet das aber eigentlich ziemlich lässig, und wieder andere Probanden mögen schreiend um einen offenen Gulli rennen und sich dabei unheimlich gut fühlen.

Aber egal, ob wir nun die geistige Erleuchtung suchen, die Transzendenz anstreben oder einfach nur auf das Gefühl hoffen, im hohen Alter stolz auf die eigene Leistung zurückblicken zu können, letztlich lässt sich das doch alles zusammenfassen, so dass wir sagen können: Wir wollen glücklich sein, dauerhaft, nachhaltig und dies wissend. Das ist es! Das ist alles und nicht mehr! Und ich glaube, jeder Mensch wird, wenn er ehrlich zu sich selbst ist, im Leben genau das und nichts anderes wollen, wenn er seine Bestrebungen aufs Wesentliche reduziert: glücklich sein.

Und weil wir Menschen oft so seltsam irrationale Wesen sind, passt es doch sehr gut, dass wir so oft feststellen, dass es ziemlich schwer ist, glücklich zu sein. Es gibt kein Patentrezept, sondern viele Zutaten, die sich mischen lassen. Und auf dem Weg zum köstlichsten Gericht tut man das ein oder andere Mal sicher zu viel Salz ins Mahl. Es gibt so viele Wege, auf denen wir dem Glück entgegenstreben können, doch statt ihnen aufrichtig zu folgen, trampeln wir in Momenten der Unachtsamkeit immer wieder neben den Pfaden und ärgern uns schließlich, dass wir plötzlich schon wieder Scheiße unterm Schuh haben. Warum nur, ja, warum machen wir es uns da selbst eigentlich so unwahrscheinlich schwer? Weshalb ist es so schwierig, wirklich und wahrhaftig glücklich zu sein? Werde ich wohl nie so ganz verstehen, fürchte ich und hoffe, dass mich das nicht weniger glücklich macht.

 

2 Gedanken zu “Vom »Glücklichsein« (Achtung: Alt-Content!)

  1. Das finde ich jetzt lustig. Genau den Eintrag habe ich vor ein paar Tagen gelesen, weil er unter einem anderen in diesen "Ähnliche Beiträge"-Links stand, und mir dabei gedacht, wie recht du damit hast, hihi.

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