Dieselbe Suppe in anderen Dosen

DosenDie endgültige Schlecker-Pleite geht derzeit ein wenig unter im ... ja, worin eigentlich? Richtig, in nichts. Die EM-Berichterstattung hält sich noch zurück und auch sonst machen weder große politische Skandale die Runde noch gibt's irgendwo eine große Flut / GAU / sonstige Katastrophe und auch der Sarrazin macht mit seinem neusten künftigen Millionenseller weniger Schlagzeilen, als ihm lieb sein dürfte. Wo bleibt also der Aufschrei aus der Politik? Wo der Ruf nach sozialem Rettungsplan aus den linken Sitzreihen? Wo die anschließenden missglückten Profilierungsversuche aus den Reihen der FDP? Auffanggesellschaft? Fruchtzwerge? Nö.

In Anbetracht der Tatsache, dass der Bericht über die Schließung doch recht präsent in den Nachrichten platziert war und noch immer ist und entsprechend breites Gehör gefunden haben dürfte, ist es auf den ersten Blick doch verwunderlich, dass das politische Statement bisher ausgeblieben ist. Und ich meine jetzt natürlich nicht irgendeinen Günther Kleinschmidt von der SPD Hintertupfingen, sondern ein großes Statement aus Berlin. Irgendwas Markiges halt, worüber Spiegel Online und Konsorten berichten können. Vielleicht zu wenige Jobverluste? Mitnichten.

Auf den zweiten Blick nämlich ist die bisherige Stille deutlich weniger verwunderlich. Die nächsten Landtagswahlen gibt's erst kommendes Jahr wieder. Wozu also unnötig die Stimmbänder strapazieren und pseudomitmenschliche Pamphlete drucken, die nur die Parteikasse belasten? Wählerstimmen sind ja eher eine kurzfristige Sache, warum also politisch nachhaltig agieren, wenn der gute Wille in einem halben Jahr schon wieder in Vergessenheit geraten ist?

Wobei ich damit keinerlei Wertung in Bezug auf eine etwaige Nachhaltigkeit irgendwelcher Rettungsmaßnahmen gegenüber den Schlecker-Mitarbeitern treffen möchte. Wirtschaftliches Scheitern ist auch in einer sozialen Marktwirtschaft nur bei Marktversagen tatsächlich Angelegenheit des Staates. Sollte es zumindest sein, sofern mein Halbwissen in solchen Dingen noch Bestand hat. Werten darf man meiner Ansicht nach aber hier sehr wohl den letzten politischen Diskurs, als es noch noch um Auffanggesellschaften für den ersten »Schwung« der freigesetzten »Schlecker-Frauen« ging. Nichts weiter als eine politische Farce! Ein Sinnbild für die Falschheit der politischen Klasse unseres Landes insgesamt. Am Ende ist eben egal, was man als Wähler ankreuzt. Alles dieselbe Suppe in anderen Dosen.

2 Gedanken zu “Dieselbe Suppe in anderen Dosen

  1. Lustig, ich mach mir auch gerade Suppe. Allerdings nicht aus der Dose, das ist doch eher amerikanische Tradition oder?
    Ist doch alles korrupt, das Medienzeugs, die Politik, ich rechne mit gar nichts mehr. DRAMATISCH!

    Antwort
    1. Ach was. Kartoffelsuppe gibt's doch auch in Dosen. Eigentlich sogar nur in Dosen, oder? Ich bin übrigens auch korrupt. Nur muss ich für niemand anderen Entscheidungen treffen, die dessen Wohl betreffen. 😉

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