Zwischengrübelei

Da hält man sich jahrelang standhaft, steuert den Kahn des Lebens irgendwie so durch alle Sturmfluten, dass man doch immer immer noch Zeit findet, sich selbst Raum zu schaffen. »Nine to five« schimpft sich das gemeinhin, ich nenne es gesund. So bleibt Raum zum Leben eben, um man selbst sein zu können, zu entspannen und vielleicht einfach der Selbstverwirklichung einfach ein kleines Stück näher zu kommen. Und dann, kaum passt man einmal nicht auf, reißen die Segel und man verliert die Kontrolle über die Schaluppe, die fortan führerlos herumschlingert. So hetzt man von früh bis spät von einem Meeting zum nächsten, kippt Wörter wie »Präsentationsfinalisierung« in irgendwelche seelenlosen Mails, tut damit das, was der moderne Mensch wohl arbeiten nennen mag und schafft doch nichts. Selbst im Feierabend kommt man kaum mehr dazu, auch nur einmal durchzuatmen. Fehlende Zeit ist natürlich einerseits immer ein Segen, entsteht so doch auch kein Nährboden für unnütze Grübeleien, die schließlich selten zu was Gescheitem führen. Andererseits frustriert es aber doch, so gefühlt ungelenk durch die Tage zu rauschen und den Eindruck zu haben, in den meisten Augenblicken eigentlich nur zu funktionieren, statt zu leben. Äh, habe ich erwähnt, dass keine Zeit zum Grübeln bleibt?

8 Gedanken zu “Zwischengrübelei

    1. PhanThomas

      Beitragsautor

      Na ja, aber das liegt doch auch immer an einem selbst, oder? Also ich meine, wenn ich mich ausgebeutet fühle, dann such ich mir was, wo das nicht so ist. Gibt's ja glücklicherweise noch ab und an, so was.

  1. Hm, das kenne ich gut...habe neulich festgestellt, dass das halbe Jahr vorbei ist und ich noch keinen Urlaub hatte. Ich habe das gar nicht gemerkt und habe mich dann gefragt, was ich überhaupt in diesen 6 Monaten so gemacht habe. Ich weiß es nicht und das ist schlimm.

    Antwort
    1. PhanThomas

      Beitragsautor

      Noch gar keinen Urlaub? Puh, das ist hart. Dann wird's auch langsam Zeit, oder? Das Gefühl, nichts geschafft zu haben, kenn ich auch gut. Das ist irgendwie das schlimmste überhaupt.

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