Batman und so

Komme gerade aus dem Kino, wo meine Freundin und ich uns »The Dark Knight Rises« angesehen haben. Nachdem die Kritiken nicht mal durchweg überschwänglich gut waren und ich noch gestern tatsächlich eine Art Verriss gelesen hatte, war ich durchaus skeptisch. Aber auch gespannt und das Ding hatte gefälligst was zu können, schließlich hatte ich meine arme Freundin zuvor genötigt, »Batman Begins« und »The Dark Knight« mit mir zu schauen. Ihr Fazit: Der dritte Teil war der beste, da weniger Geschwafel. Mein Fazit: Der dritte Teil tanzt irgendwie aus der Reihe.

Wie das jetzt? Nun, erst mal ist »The Dark Knight Rises« tatsächlich nicht wirklich ein Batman-Film. Ich mochte »Batman Begins«, war Batman da doch wirklich noch Batman. Ein Superheld ohne Superkräfte, dafür mit einer Menge toller Gadgets, der durch die Dunkelheit huscht und doofe Leute ratzfatz gegen Wände klatscht. Toll, so was will ich sehen! »The Dark Knight« trieb den Spaß weiter, verzichtete dankenswerterweise auf die eklige Wackelkamera und lieferte mit dem Joker einen Schurken, an den man sich erinnert.

Beim dritten Teil, dem Ende der Trilogie dagegen war von Batman die meiste Zeit über tatsächlich nichts zu sehen. Ohne zu spoilern, kann ich sicherlich sagen, dass Bruce Wayne den größten Teil des Films über mit den eigenen Dämonen zu kämpfen hat. Mitunter etwas zäh, vermutlich, um die ansonsten überbordende Action des Film und das ganze Krachbumm etwas zu bremsen. Überhaupt passiert die ganze Zeit über dermaßen viel, dass für akkurate Batman-Auftritte kaum eine Bühne bleibt. Taucht er dann doch mal auf, geschieht das reichlich unspektakulär und bisweilen sogar bei Tageslicht. Doof. Und dann das Geschwafel: Das gibt's tatsächlich doch auch, wirkt bisweilen aber arg aufgesetzt und scheint es auch nur deswegen in den Film geschafft zu haben, damit der Streifen nicht gänzlich dialogfrei daherkommt.

Aber! Aaaber! Diese Spannung! Himmel, würde ich nicht versuchen, mir das Nägelkauen abzugewöhnen (Lüge), ich wäre aus selbigem gar nicht mehr herausgekommen und vermutlich zwischenzeitlich (Der Film ist verdammt lang!) zu den Füßen übergegangen. Auch die Besetzung ist gelungen, Obermotz Bane musste rein erzählerisch der stärkste Batman-Gegner werden, ist er auch definitiv. Nicht nur, weil Darsteller Tom Hardy ein ziemlicher Fleischberg ist (und gegen die Comic-Vorlage immer noch wie ein halbes Hemd wirkt). Seine Auftritte sind immer brutal und cineastisch stark in Szene gesetzt (auch dank des passend erweiterten Soundtracks).  Der restliche Cast ist ebenfalls durchaus passend besetzt, nur die arme Catwoman (die im Film tatsächlich nie so genannt wird) wirkt etwas blass, was aber lediglich an der Auslegung der Rolle liegt, nicht an der Darstellung.

Am Ende gibt's, typisch für Christopher-Nolan-Filme, noch einige Twists, die man mögen kann, aber nicht muss.

Alles in allem: Super Film, unbedingt angucken, nicht an den Nägeln kauen. Dennoch, irgendwie kein Batman-Film.

2 Gedanken zu “Batman und so

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Du möchtest einen Kommentar hinterlassen, weißt aber nicht, was du schreiben sollst? Dann nutze doch den KOMMENTAROMAT! Ein Klick auf einen der Buttons unten trägt automatisch die gewählte Reaktion in das Kommentarfeld ein. Du musst nur noch die Pflichtfelder ausfüllen und den Kommentar abschicken. :)