Von Verschwörungen, Untoten und Enten (I)

Kürzlich war ich mit meiner Freundin im ersten gemeinsamen Urlaub. Ja, tatsächlich. Umringt von Bergen und allerlei Gemütlichkeit fühlte ich mich dazu inspiriert, seit Jahren das erste Mal zu Papier und Stift zu greifen und eine Geschichte quasi analog zu Papier zu bringen. Uh! Der folgende Text ist drum voll von Klamauk, Verschwörungen, Untoten und ... äh ... Enten. Der besseren Lesbarkeit wegen und für die Generation tl;dr veröffentlicht in fünf erträglichen Häppchen. Wohl bekomms - auch wenn der Titel, nun ja, geklaut ist!

 

Düstere Legenden

Da war der Abendhimmel, ein ausladender Teppich aus blaurötlicher Unendlichkeit, an dem sich flauschige Wölkchen wie zu groß geratene Schafe tummelten. Wie eine große Herde galoppierten sie auf dem Wind dahin, vielleicht auf der Suche nach einer saftigen Himmelswiese. Ob sie sie fanden, soll uns hier nicht interessieren, gilt unsere Aufmerksamkeit doch den beiden Enten, die sich zu eben jener Zeit genau den Wolken entgegengesetzt durch eine unverschämt dicke Wand aus Gegenwind kämpften und vor sich hin schnatterten.

»Weißt du Fahrenheit, nak nak, ich habe so allmählich das Gefühl, dass wir uns schon wieder verflogen haben. Der Hinweg, nak nak, war doch viel kürzer«, keuchte Kolben. Weshalb die Ente Kolben hieß, ihre Mutter Bolzen wird’s gewusst haben.

»Alles Quatsch! Der Rückweg, nak, kommt einem doch immer länger vor«, schnatterte Fahrenheit.

»Nak, ich glaube, du verwechselst da was. Es ist der Rückweg, der einem kürzer vorkommen sollte. Doch der hier, nak nak, ist eindeutig länger.«

»Woher willst du das wissen?«, maulte Fahrenheit. »Trägst du eine Armbanduhr?«

»Nein, nak nak. An welchem Arm auch?«

»Na siehst du, nak nak!«, sagte Fahrenheit zufrieden. »Glaub mir, nak, ich finde den Weg immer. Immer! IMM...«

»Nak! Ist ja gut!«, quakte Kolben dazwischen. »Also ich glaube trotzdem, dass wir irgendwo falsch abgebogen sind. Aber was höre ich Blödente auch auf dich, nak nak?! Du hast dich doch schon auf dem Hinweg verflogen. Nak, an einen großen See wolltest du uns bringen, wo es köstlichstes Grünzeug geben sollte. Und wo sind wir gelandet, nak nak? In einem salzigen Ozean, voll von komischen Viechern, die mir an den Füßen herumgeknabbert haben, nak nak, und neben einem dicken Dampfer, den du auch noch besteigen musstest.«

»Hey, du beleidigst sie, nak nak. Sie war an den Hüften etwas ausladend, das will ich einräumen, aber, nak nak, sie war eine sehr gefühlvolle Dame«, schwärmte Fahrenheit.

»Eine gefühlvolle Dame? Naaak! Wie sollen tausend Tonnen Stahl denn gefühlvoll sein? Das war kein Schwan, auf den du da geklettert bist, sondern ein gekentertes Kreuzfahrtschiff, nak nak. Gib endlich zu, dass du dich geirrt und was an den Augen hast!«

Fahrenheit verzog den Schnabel zu einer Schnute, durchaus ein Kunststück im Mimikkosmos eines Wasservogels. »Nak, also ich fand die Ähnlichkeit verblüffend«, quakte er. »Wenn du wie ich den Kopf schräg gelegt und die Augen so zusammengekniffen hättest, nak nak, dann hättest du keinen Unterschied mehr feststellen können.«

»Du meinst abgesehen von den hundert Metern Größenunterschied, nak nak?«

»Nak, jetzt hack nicht so auf dieser Kleinigkeit rum!«, murrte Fahrenheit beleidigt.

»Aber du gibst schon zu, dass du dich geirrt hast, nak nak!«, schnatterte Kolben zufrieden.

»Nak, gut, auch eine Ente mit Erfahrung irrt sich mal. Ist doch egal, nak nak. Hey, weißt du was? Nak, lass uns etwas spielen! Dann kommt uns der Rückweg gleich viel kürzer vor.«

»Nak? Was willst du denn spielen, nak nak?«, fragte Kolben unsicher. Wenn Fahrenheit einen Vorschlag machte, ging das selten gut aus. Genau genommen konnte Kolben sich auch nicht an das Selten erinnern.

»Hmm, nak nak, lass mich überlegen. Ah, wie wäre es mit: Berühmte letzte Worte? Jeder nennt abwechselnd berühmte letzte Worte, die ihm einfallen, und der, dem als Erstes nichts mehr einfällt, nak, legt einen Looping hin.«

Kolben dachte nach. »So was wie?«, fragte er.

»Nak, so was wie: Ah, ein Tiger!«, schlug Fahrenheit vor. »Aber das ist alt. Warte, ich hab noch andere auf Lager, nak nak. Wie wäre es mit: Schatz, reich mir bitte mal eine Gabel, nak nak, der Toast steckt fest.«

»Nicht schlecht, nicht schlecht, nak nak«, räumte Kolben ein. »Nak, lass mich einen Moment überlegen.« Er drehte sich um, als der Wind sich scheinbar anschickte, von hinten her übermäßig laut zu dröhnen, was umso beunruhigender war, da der Wind von vorn kam und Winde zwar oft pfiffen, doch niemals dröhnen sollten.

»Äh ... Fa... Fahrenheit ...«, stammelte er.

»Was, fällt dir denn so gar nichts ein? Nak nak nak!«, gackerte Fahrenheit belustigt.

»Naaak! Nein, es ist ...«

»Dann flieg einen Looping, nak nak«, sagte Fahrenheit.

»Äh, da ist ... naaak ... ein Triebwerk hinter uns! Naaak!«, schrie Kolben.

»Hm, nak nak«, murmelte Fahrenheit. »Nak, kannte ich noch nicht. Bist du sicher, dass das berühmte letzte Worte sind, nak nak?«

»Faaahrenheit? Naaak!«

»Was denn?«

»Naaak, dreh dich doch mal um!«, befahl Kolben und begann, aufgeregt zu trudeln.

»Oh, ein Triebwerk.«

 

Fortsetzung folgt ...

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