Irrsinn aus der Privatkundenabteilung

Manchmal frage ich mich, wie gewisse Dinge, die geschehen sind, passieren konnten. Nehmen wir dieses Video hier von Azubis der Sparda Bank, über das dieser Tage die Netzwelt lacht. Oder lachte? Ich komm ja immer zu spät für diesen kurzfristigen Internettrendmist. Jedenfalls zum Video, in dem ein paar junge Damen, schon dem gequälten Gesichtsausdruck nach Azubis, ähm, singend für den Beruf der Bankkauffrau, respektive, des Bankkaufmanns, werben wollen: Es bis zum Ende anzuschauen löst ein Maximum an Fremdschamgefühl aus. Wirklich. Sicher nicht nur bei mir und genau das ist, was mich so verwundert. Haben die selbst nicht gemerkt, dass sie nicht gerade wie Snoop Dogg klingen, dass sie's mit dem Rappen einfach nicht richtig drauf haben, geschweige denn mit dem Rhythmus? Selbst, huh, Oliver Petszokat machte das seiner Zeit besser. (Die älteren werden sich erinnern.) Einen Warnmelder für Grütze hat doch jeder zumindest rudimentär eingebaut, oder? Und mehr noch, als das Machwerk bereits im Kasten war, spätestens nach dem ersten Anschauen, hätte man überlegen können, nein müssen, das Ding entweder im Schrank hinter den Privatinsolvenzfällen zu verstecken oder beim Firmengrillfest feierlich zu verbrennen. Aber um Himmels willen, wer kam denn auf die irrsinnige Idee, das Ding auch noch ins Internet zu stellen? Und wer stimmte diesem Wahnsinn zu?

Immerhin, von »Deutschland sucht den Superstar« und ähnlichen Neppsendungen lassen diese Damen sich ganz bestimmt nicht mehr locken.

6 Gedanken zu “Irrsinn aus der Privatkundenabteilung

    1. PhanThomas

      Beitragsautor

      Also, ob eine Bank so was aus PR-Geilheit macht, ich weiß ja nicht ... Andererseits kennt der Wahnsinn der Welt ja keine Grenzen.

  1. Du unterschlägst in deinem Kommentar, dass Menschen, die sich dazu entschließen, einen sehr großen unwiederbringlichen Teil ihres Lebens als Bankkaufmann zu verbringen, anstatt die eigenen Fähigkeiten für etwas einzusetzen das einen Nutzen für andere Menschen hat und einen persönlich erfüllt, bereits seelen- und bewusstseinsloser Abschaum sein müssen. Da fällt der Sprechgesang für den Werbeclip gar nicht weiter in's Gewicht.

    Antwort
    1. PhanThomas

      Beitragsautor

      Ich glaube, die haben einfach nur Eltern, die ihnen eintrichtern, sie sollten doch was "Bodenständiges" machen. Die Träume, die junge Menschen haben, schwinden schnell, wenn man in der ewigen Tretmühle einer Versicherung oder Bank gelandet ist. Die machen einem recht schnell ziemlich deutlich, dass man nichts weiter ist, als eine Personalnummer. Da wird man erst seelenlos, wenn man den Absprung nicht schafft, weil man sich nicht traut oder einfach glaubt, keine andere Wahl zu haben. Aber vielleicht bin ich da auch wieder zu gutgläubig und du hast Recht.

    2. PhanThomas

      Beitragsautor

      Dass er in einigen essenziellen Aspekten etwas wenig ausgeprägt ist, nehm ich an. Aber das ist eher bedauernswert, als dass es schurkisch ist. Schätz ich mal.

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