Die Weichheit des Hirns

Ach, was bin ich ideenlos! Auf und ab gehe ich, schaue in den Kopf: Leere. Dabei weiß ich gar nicht mal, warum. Es ist nicht so, als wäre ich gestresster als sonst. Bin nicht glücklicher oder unglücklicher, in beiden Belangen werden zumindest keine Wassermarken überschritten (und falls doch, würd' ich's ohnehin verschweigen). Also warum ist da nichts drin? Im Kopf. Außer Altersweisheit, versteht sich. Aber Ideen? Für Texte? Für nachhaltige Bereicherung meiner Wenigkeit? Fruchtzwerge? Fehlanzeige.

Hirn, das ging auch schon mal besser! Jetzt mach dich mal locker, Mensch. Will ja keinen Backstein in Form einer »Fetten Henne« (Das ist ein Pilz, werte Damen und Herren. Ein Pilz, kein Pils.) hinter meiner Schädeldecke mit mir herumtragen. Außerdem wäre selbige recht überflüssig, also die Schädeldecke, meine ich, wenn doch das Hirn inzwischen felsenhart gedacht worden wäre ... äh ... hätte gewesen sein wollte. Oder so.

Bei der Gelegenheit: Ist mal irgendwem aufgefallen, dass sich mit deutscher Grammatik ziemliche Grütze veranstalten lässt? Kein Wunder, dass so viele Immigranten das nicht richtig hinkriegen, sich in überteuerten Deutschkursen die Hintern plattsitzen und sich anschließend doch nicht richtig integriert fühlen. Da würd' ich mir vor Frust auch 'nen Bart wachsen lassen und die westliche Lebensweise verabscheuen. Gut, den Bart habe ich schon, aber das westliche Leben finde ich doch ganz okay. Meistens. Ein okayes Leben in okayer Gesellschaft, auch wenn die Ideen fehlen, um mal wieder diesen etwas lose baumelnden Faden aufzugreifen. Immerhin: Der Kaffee schmeckt noch, da kann das Hirn noch so verhärtet sein. Für einen solchen Notfall wäre es ja nicht verkehrt, wenn man das Ding fetten könnte.

Butter. Ich könnte es mit Butter versuchen. Oral und in Blöcken zugeführt. Aber bei meinem Glück, macht das Zeug nicht die Birne weich, sondern den Arsch fett. Bei zu viel Genuss wandert das Zeug dann zwar auch ins Hirn, allerdings vermutlich eher als Schlaganfall. Dass das kontraproduktiv wäre, und zwar in jeglicher Hinsicht, muss ich vermutlich nicht erwähnen.

Eigentlich dachte ich, Kreativität ließe sich mit ein wenig guter Musik beschwören. Bisschen Metallica auf die Anlage und schwupps, schon gedeihen die geistigen Ergüsse zum mentalen Milch- und Honigland. Die Wahrheit aber ist, irgendwann wurde alles mal gehört, alles für irgendwelche Ideen zweckentfremdet, die man natürlich schamlos als seine eigenen ausgibt. Denn wie Picasso schon sagte: Gute Künstler kopieren, großartige Künstler stehlen. Nicht, dass ich Künstler wäre oder mich als solcher sehen würde, oh nein. Schließlich bin ich nicht mal Brillenträger. Aber träumen, ja, das wird man ja wohl noch dürfen.

Träume übrigens: Vielleicht sollten die mal geäußert werden oder so, damit dieses knorrige Ding in der Rübe etwas weniger borkig wird. (Da isser wieder, der Faden.) Ich träume ja schon lange davon, ganz, ganz früh (zu wahrhaft unchristlichen Uhrzeiten, sozusagen) aufzustehen, also jeden Morgen natürlich, gemütlich zu frühstücken, dazu den stärksten Kaffee des Universums zu schlürfen, um anschließend meinen Ideen und Gedanken etwas Raum zu verschaffen, bevor's in den Alltag geht. In meiner leicht verkrampften Vorstellung sieht das auch ganz prächtig aus: ein kleines ein- oder zweistündiges Königreich der inneren Ruhe, bevor auch der Rest der Welt erwacht. Herrlich! Und dann kommt das Langschläfergen.

Ach, es macht keinen Sinn, hier sinnlos herumzumäandern. Der rote Faden ist weder rot, noch ist er nachhaltig konsistent. (Nachhaltig ist derzeit ein durchaus favorisierter Begriff meinerseits. Ein Zeichen für zu viel Büroarbeit, fürchte ich.) Das Ding ist eher eine labbrige Spaghetti, die zu lange im Wasser schwamm. Und bevor endgültig Grießbrei draus wird: Aus!

13 Gedanken zu “Die Weichheit des Hirns

  1. Zu viel Büroarbeit? Na also wenn du während der Büroarbeit solche Beiträge schreiben kannst, ist es wohl eher zu wenig Büroarbeit. Maximal zu viel Büro und zu wenig Arbeit. 😉

    Was das Hirn angeht, sollten wir uns zusammentun. (Nicht, dass wir das nicht eh schon getan hätten und so, also das Zusammentun.) Mein Hirn leidet derzeit an Ideenüberschuss. Aber auch an einem Überschuss von Faulheit, anderen Verpflichtungen und Unkonzentriertheit. Gewichtung jeweils stark schwankend. Das Ergebnis ist aber so ziemlich dasselbe. Nur dass bei mir nicht mal so was hier entsteht und mein Blog vermutlich bald den Winterschlaf antritt oder aber gleich von der nächsten Brücke springt. *seufz*

    Antwort
    1. PhanThomas

      Beitragsautor

      Also psssst. Das sieht ja aus, als würd ich nichts tun, Mensch. Textfetzen hiervon lagen doch eh schon bei mir rum. Außerdem ist das hier nur mal eben so hingeschludert. Quasi ausgedehntes Assoziationskettenbilden.

      Du könntest mir was von deinem Ideenreichtum abgeben. Aber so wie ich mich kenne, würden die bei mir genauso versumpfen. Also bevor jedenfalls dein Blog einpennt: Versuch's auch mal freiem Assoziieren. Das lockert die Hirnwindungen.

    2. Das sieht nicht aus, als würdest du nichts tun. Es sieht nur so aus, als bliebe zwischen diesem Tun noch genug Zeit für Blogeinträge. 😉 (Und das übrigens auch schon vor meinem Kommentar.)

      Das freie Assoziieren findet in meinem Kopf ja quasi den ganzen Tag lang statt. Hilft nur dem Blog nicht viel, da das Schreiben wie gesagt Faulheit, anderen Verpflichtungen und Unkonzentriertheit zum Opfer fällt. (Im Moment erstaunlicherweise eher letzteren beiden.)

  2. Nur ein wahrer Künstler vermag es einen derart langen Text darüber zu verfassen, wie unkreativ er nicht sei und das auf kreativste Art und Weise zu formulieren 😀 Chapeau, es hat mich wieder sehr amüsiert.

    Antwort
    1. PhanThomas

      Beitragsautor

      Okay, das ... ähh ... spricht nun doch nicht gerade für die Qualität meines Contents. Und auch nicht für deine Leber.

  3. Bei mir liegt es daran, dass ich nur ein äußerst begrenztes Kontingent an geistiger Leistung aufbringen kann und dies von meiner Arbeit aufgebraucht wird. Ich merke wirklich, wie es sich langsam auffüllt, wenn ich mal für eine Weile frei hatte.

    Antwort
    1. PhanThomas

      Beitragsautor

      Stimmt, diese Entwicklung habe ich bei mir selbst auch schon mehrfach beobachtet. Aber ist das jetzt gut oder ist es schlecht, dass man so leergelutscht wird? Ach, die Arbeit, Zombie im Ökonomiegewand.

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