Der Rock und ich

Ich bin kein Pedant, wohl aber ein Ich-Mensch. Nie habe ich mich um die Welt gedreht, die Welt darf sich aber gern um mich drehen. Tut sie so gut wie nie, weshalb ich dann, nun ja, aufräumen muss. Meine Schuhe stehen immer zusammen, nie getrennt, und immer senk- oder waagerecht zur nächsten Wand. Überhaupt sind rechte Winkel Grundlage für jede häusliche Gemütlichkeit. Halbierte rechte Winkel gehen in einem Anflug akuten Wahnsinns oder der gefühlten individuellen Gestaltung wegen gerade noch durch. Was hier für Schuhe gilt, das gilt auch für Möbelstücke, klar. Musik liebe ich. Ich höre sie ausschließlich am Stück, will heißen, von Alben einer Band, in der wenigstens eine Person Gitarre spielen muss, die ich immer vom Anfang bis zum Ende höre. Unterbrechungen fühlen sich an wie ein Fehler in der Matrix. Argh! Radiosender und gemischte Playlisten sind sogar Gift für mein musikalisches Wohlbefinden. Geht gar nicht, so was. Wenn Nudeln neun Minuten kochen sollen, dann kochen sie auch neun Minuten. Gäbe es ISO-Normen fürs alltägliche Leben, ich hätte einen ganzen Katalog voll davon. Schaue ich Filme, dann artet es in einen inneren Kampf aus, wenn ich zwischendrin mal unterbrechen oder gar ganz abbrechen muss. Zeitungen lese ich grundsätzlich nicht, weil der Tag gar nicht genug Stunden hat, um jedes gedruckte Wort in ihnen zu lesen. Täte ich das nicht, käme mir das irgendwie falsch vor. Und bei Büchern wird's ganz schlimm, wenn ich doch versucht bin, alle Bücher eines Autors lesen zu müssen, weil das eben so sein muss, während selbiger mir eigentlich gar nicht zusagt und ich so viel Lebenszeit für schlechte Literatur dann doch nicht verschwenden möchte. Das Abbrechen bereits begonnener Bücher kommt dann schon einer Beerdigung gleich. Puh. Das alles fühlt sich irgendwie ja auch richtig an, irgendwie gut und sicher. Aber hey, Rock'n'roll sieht anders aus.

2 Gedanken zu “Der Rock und ich

  1. ich dachte kurz an das kleidungsstück und war verwirrt. jetzt bin ichs vielleicht noch immer, aber es macht dennoch mehr sinn 🙂 is doch egal, solang man sich wohl fühlt mit all seinen macken, sollte man sich nicht ändern müssen/wollen/sollen.

    Antwort

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Du möchtest einen Kommentar hinterlassen, weißt aber nicht, was du schreiben sollst? Dann nutze doch den KOMMENTAROMAT! Ein Klick auf einen der Buttons unten trägt automatisch die gewählte Reaktion in das Kommentarfeld ein. Du musst nur noch die Pflichtfelder ausfüllen und den Kommentar abschicken. :)