Reisetagebuch eines Dauernörglers 2013 – Teil 2

Tag 2

+++ Nach dem nächtlichen Erwachen frage ich mich, wo die laue Sommernacht hin ist. Ein Blick auf meine bessere Hälfte, von der gerade noch Nase und Ohren aus der Decke ragen, überzeugen mich schließlich davon, die Klimaanlage doch einfach abzustellen. +++

+++ Beim Büffet fehlt das Nutella, dafür ist der Kaffee spitze, was das überalterte Nahrungsrelikt vom Vorabend wieder wett macht. Ansonsten zeigt der Mensch hier einmal mehr seine genetische Nähe zum gemeinen Hausschwein: Der Nachbartisch sieht nach Verlassen schlimmer aus als ein Kindergeburtstag bei McDonald‘s. Und zerscheppertes Geschirr wird vom Zerschepperer stets achtlos liegen gelassen. Macht nichts, tritt sich ja fest. +++

+++ Bah, der Safe im Zimmer funktioniert nicht. In einer Stunde ODER SO will jemand nachschauen kommen. Dachte, die Servicewüste hätten wir in Tegel zurückgelassen. +++

+++ Das Mittagessen erinnert dank Ravioli an selige Studentenzeiten. Dazu gibt es »Zusammengesetzsalate« und andere Spezialitäten aus dem Google-Übersetzer. +++

+++ Meine bessere Hälfte meint, ich solle unbedingt die »Elefantenoma« erwähnen, die so viele Schweine- und Hühnchenstücke in sich hineinstopfte, dass der eigene Cholesterinspiegel schon vom Zuschauen bis unter die Decke stieg. Ich bin dagegen, das zu erwähnen. +++

+++ Ha, endlich auf zum Strand! Endlich ... Was zum?! Wo sind die Wellen? Wo das Meer? Wenn ich eine blöde ruhige Bucht gewollt hätte, dann hätt‘s auch der Wannsee getan. Oder die Badewanne. Grmpf! +++

+++ Okay, nach anfänglichem Aufreger finden wir den »echten« Strand ein paar hundert Meter neben dem erwähnten Tümpel mit abgestandenem Wasser, das nach Entenarsch riecht. Hier dagegen ist der Sand im flachen Wasser rein und von vielen kleinen Linien durchpflügt wie ein Zengarten. Geharkt von mallorcinischen Zenschnecken vermutlich. +++

+++ Schon schräg, wie viel Zeit die Leute damit verbringen, reglos in der Sonne zu liegen, nur um anschließend auszusehen wie etwas, das man nach einer Dreiviertelstunde aus dem Umluftherd nehmen sollte. +++

LESEN SIE AUSSERDEM ...

Smartphone-Level: Verzweiflung - Ich wische seufzend über den Touchscreen und trauere um all die schönen Apps, die jetzt völlig funktionsfrei sind.

Erholungsgrad: Stark abhängig vom Koffeinpegel.

Hautfarbe: Streichholz mit leicht entzündlichen roten Schultern und ... äh ... Rest. Hatte ich mir doch anders vorgestellt. Ach ...

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