Im Land der Volümchentarife

Neulich saßen wir im chicen Prenzlberg, eingeklemmt zwischen Saabs und Volvos, in einem neuen asiatischen Restaurant. Weil zwischen den Gängen 'ne Menge Wartezeit anfiel, wurde öfter mal das Smartphone gezückt. Wie das halt so ist, anno 2014.

Ein Freund ärgerte sich erst mal darüber, dass er trotz T-Mobile lediglich auf EDGE kam - Ladezeit: forever quasi. Damit kann man nicht surfen, das Einzige, was mit EDGE schnell geht, ist der Puls. Vor Ärger. Gut, vielleicht sind die Wände aus Blei, dachte ich, und probierte es mit meinem proletarischen E-Plus-Netz auch mal. 3G stand da.

Toll!

Gleich noch 'n Speed-Test hinterhergeschickt, vielleicht erreicht der Konnektivitätspenis ja neue Rekorde.

Und siehe da: 20 MBit!!!1!!11!!

Das ist, puh, schnell. Fast so schnell wie zu Hause. Zu Hause, wo ich eine echte Flatrate habe und das Internet leerlutschen kann, so lange ich möchte. Ohne Begrenzung auf maximal 500 Megabyte, wie's bei Mobilfunktarifen im dunkeldigitalen Deutschland so üblich ist.

500 Megabyte. Pro Monat ...

Na da drängt sich doch glatt 'ne kleine Rechnung auf: Wie lange lässt sich mit 20 MBit Downstream (also das, was ich tatsächlich herunterladen kann) eigentlich so surfen, bis ich gegen die Drosselmauer krache und auf prähistorisches Schneckennetz heruntergestuft werde?

Heise bietet da 'nen hübschen Rechner an, aber ich hab schon mal was vorbereitet:

20 MBit pro Sekunde, das ergibt im Dezimalsystem (bleiben wir der Einfachheit halber mal dabei) ca. 2,5 Megabyte pro Sekunde. Schnell, wie gesagt!

Bei maximal 500 MB Datenvolumen lässt sich ermitteln, indem man das Sümmchen durch 2,5 teilt, dass sich bei der gegebenen Geschwindigkeit von 20 MBit pro Sekunde ganze ...

... Trommelwirbel ...

... 200 Sekunden surfen lässt, bevor die Leitung erwürgt wird. 200 Sekunden, das sind ganze ... puh, 3,3 Minuten.

Auf ein neues Bier musste man an dem Abend jedenfalls länger warten.

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